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Afghanistan: Balkh – Altstadtsanierung und Regionalentwicklung

Die Stadt Balkh (das antike Baktra), bereits besiedelt seit 500 v.Chr., liegt circa 20 km nordwestlich von Masar-e Scharif im Norden von Afghanistan an der historischen Seidenstraße. Sie gilt als eine Wiege der iranischen Zivilisation und war von jeher ein bedeutender Wallfahrtsort. 

Die Stadt wurde in ihrer Geschichte unter anderem spirituelles Zentrum des Zoroastrismus, später vom Buddhismus und zuletzt vom Islam geprägt. Sie diente 329-327 v.Chr. Alexander dem Großen als eine seiner nördlichsten Basen und erfuhr 1220 eine völlige Zerstörung durch die Mongolen unter Dschingis Khan. Erst unter der Herrschaft der Timuriden erfolgte im 15. Jahrhundert ein Wiederaufbau. Balkh verlor jedoch immer mehr an Bedeutung, nicht zuletzt durch den Umzug der Provinzregierung nach Masar-e Scharif im Jahr 1866.

Umfassende Restaurierungsarbeiten

Khwaja Parsa Schrein von innen

Khwaja Parsa Schrein von innen
© AKTC

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Khwaja Parsa Schrein von innen

Khwaja Parsa Schrein von innen

Khwaja Parsa Schrein von innen

Das Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts unterstützt neben Restaurierungs- und Stabilisierungsarbeiten an bedeutenden Bauwerken wie dem Khwaja Parsa Schrein, der Dehdadi Moschee, dem Subhan Qoli Madrassa Tor, dem Minarett und der Moschee Zaydan, der Mir Ruzedar und Khwaja Nizamuddin Schreine auch die Herrichtung der jeweils dazugehörenden Gärten bzw. des öffentlichen Raums. Ziel dieses Großprojekts ist die nachhaltige Verbesserung der Lebensbedingungen und Infrastruktur der Anwohner durch den Ausbau von Infrastruktur zum Beispiel in den Bereichen Straßenbau, Kanalisation oder Müllentsorgung. 

Feste Einbindung der Bevölkerung

Ein weiterer Teil umfasst Ausbildungsprogramme im traditionellen Handwerk wie Zimmer- und Maurerarbeiten sowie die Herstellung von glasierten Kacheln. Durch die feste Einbindung der lokalen Bevölkerung und der örtlichen Verwaltung auf allen Ebenen werden die Schaffung einer kulturellen Identität mit dem eigenen historischen Erbe und eine Steigerung des Verantwortungsbewusstseins dafür erreicht. Das Projekt ist ein gutes Beispiel dafür, dass Kulturerhalt im Einklang mit wirtschaftlicher Fortentwicklung, moderner Stadtplanung und den Bedürfnissen der Einwohnerschaft gelingen kann.

Die Altstadt von Balkh wurde 2004 auf Vorschlag der afghanischen Regierung in die vorläufige Weltkulturerbeliste der UNESCO aufgenommen.


Stand 15.06.2016

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