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Mali: Erhalt der Handschriften aus Timbuktu

Es ging wochenlang durch die Presse: In Mali drohten Ende 2012 radikalislamische Rebellen alle bis dahin in Timbuktu aufbewahrten islamischen Handschriften aus dem 12. und 13. Jahrhundert zu zerstören. Rund 285.000 der zum UNESCO-Weltkulturerbe gehörenden Handschriften konnten in einer geheimen Rettungsaktion nach Bamako gebracht werden. Nun gilt es, die jahrhundertealten Dokumente zu konservieren und dauerhaft der Forschung zugänglich zu machen. 

Zu verdanken ist die Rettung der Handschriften dem Bibliothekar Abdel Kader Haidara aus Timbuktu. Er hatte zusammen mit vielen mutigen Helfern heimlich den Transport der Handschriften nach Bamako organisiert, auch mit finanzieller Unterstützung des Auswärtigen Amtes. So wurden mehrere hunderttausend Konvolute aus dem alten Ahmed-Baba-Institut gerettet - unbemerkt von den Dschihadisten, die im modernen Neubau der Bibliothek zwischenzeitlich ihr Hauptquartier errichtet hatten. Im Herbst letzten Jahres wurde Haidara für seine Verdienste durch Außenminister Frank-Walter Steinmeier mit dem Deutschen Afrikapreis ausgezeichnet. Mehr

Finanzielle Unterstützung aus Deutschland

Der deutsche Beitrag an der Rettung der Handschriften von Timbuktu ist auch in finanzieller Hinsicht beträchtlich: Mehr als die Hälfte der internationalen Hilfe an die Nichtregierungsorganisation Savama-DCI, die den weitaus größten Teil der Familienbibliotheken von Timbuktu vertritt, stammt aus Deutschland. 

Auch im Jahr 2015 bleibt Deutschland durch das Kulturerhaltprogramm des Auswärtigen Amts, die Gerda-Henkel-Stiftung und die Jutta-Vogel-Stiftung der wichtigste bilaterale Geber. Das "Center for the Study of Manuscript Cultures" der Universität Hamburg setzt den deutschen Beitrag unter Leitung von Dr. Dimitry Bondarev um. 

Archivierung und Digitalisierung der Handschriften

In Bamako unterstützen internationale Experten die Rettung und Bewahrung der Handschriften. Dabei arbeitet SAVAMA mit der Universität Hamburg an der Archivierung der Handschriften sowie an der Erstellung von Verzeichnissen. Andere Geber und technische Partner helfen dabei, die Handschriften zu digitalisieren, bevor sie wieder in ihre Heimat zurückkehren sollen.

Die Koordinierung und Zusammenarbeit der beteiligten Partner hat sich seit Beginn der Aktion stark verbessert. Eine internationale Strategiekonferenz, die im Juni 2014 im Auswärtigen Amt stattfand, hatte dazu den Ausschlag gegeben: Malische Regierung, Zivilgesellschaft, multi- und bilaterale Partner, Stiftungen und Forschungseinrichtungen entwickeln seither gemeinsam eine Strategie, um die Interessen der malischen Eigentümer und der internationalen Wissenschaft zu harmonisieren. Die Deutsche Botschaft in Bamako koordiniert hierzu ein Netzwerk und lädt alle Partner regelmäßig zu Treffen ein.

Die zum UNESCO Welterbe gehörenden Handschriften aus Timbuktu sind Zeugnis einer reichen literarischen Tradition und spiegeln das naturwissenschaftliche, philosophische und theologische Wissen der arabischen Welt wieder. Zu großen Teilen stammen die Handschriften aus dem 12. und 13. Jahrhundert. Bis zur Besetzung des Nordens von Mali durch Islamisten wurden sie in Timbuktu aufbewahrt. In einer komplizierten Hilfsaktion gelang es um die Jahreswende 2012, die Schriften vor der drohenden Vernichtung durch islamistische Rebellen zu bewahren. Handschriftenexperten aus Mali und Hamburg bemühen sich seitdem darum, die Manuskripte zu erhalten, zu restaurieren und der Forschung dauerhaft zugänglich zu machen.


Stand 10.06.2016

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