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Myanmar: Der Goldene Brief als Digitalscan

Mehr als 250 Jahre lang schlummerte ein kostbarer Schatz in den Tresoren der Gottfried Wilhelm Leibnitz Bibliothek in Hannover: Der Goldene Brief des birmanischen Königs Alaungphaya an den britischen König und Kurfürst von Hannover, Georg II. Mit Hilfe des Kulturerhaltprogramms des Auswärtigen Amts wird er nun erstmals im 3-D-Digitalscan zugänglich gemacht.

Geschichte einer diplomatischen Offensive

Scan des Goldenen Briefs

Scan des Goldenen Briefs
© AA

Im Jahr 1756 ließ in Birma König Alaungphaya einen Brief auf reinem Gold schreiben und mit 24 kostbaren Rubinen schmücken. Der Gründer der Konbaung-Dynastie hatte Birma nach einer Zeit der Teilung und Jahren des Krieges geeint und wieder zu einem Machtfaktor in der Region gemacht.

Der Goldene Brief war an den britischen König Georg II. gerichtet, der damals in Personalunion das Kurfürstentum Hannover und das Königreich Großbritannien regierte. In seinem Schreiben autorisiert Alaungphaya den Aufbau eines befestigten Stützpunktes an der birmanischen Küste für die Schiffe der East India Company. Das königliche Angebot war eine großzügige Geste und von strategischer Bedeutung im kolonialen Wettlauf Englands mit Frankreich. Der Brief, der 1758 nach fast zweijähriger Reise in London eintraf, blieb jedoch unbeantwortet: König Georg II. sandte es bald weiter an seine heimatliche Bibliothek in Hannover.

Das fehlende Eingehen auf das Angebot des birmanischen Königs führte dazu, dass dieser letztlich die einzige schon bestehende englische Handelsniederlassung zerstören ließ. Damit waren die Beziehungen zwischen England und Birma für Jahrzehnte unterbrochen.

In der Kurfürstlichen Bibliothek, später Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek, war der Brief sorgfältig aufbewahrt worden, geriet jedoch über die Jahrhunderte in Vergessenheit. Seit 2007 erforschte Dr. Jacques Leider von der École Française d’Extrême Orient im Auftrag der Bibliothek das weitgehend unbekannte Objekt und identifizierte den Goldenen Brief als den weltweit einzig erhaltenen seiner Art.

Innovative Technologie trifft auf Kulturschatz

Mit Unterstützung des Kulturerhalt-Programms des Auswärtigen Amts und der Gottfried Wilhelm Leibniz Bibliothek wurde das historische Dokument jetzt in 3-D digitalisiert. Das Verfahren wurde von der Firma Scanbull Software GmbH in Hameln entwickelt. Die innovative Technologie ermöglicht eine Projektion des digitalen Modells im Raum, auf Bildschirmen, in Vitrinen oder als Faksimile und Ausdruck. Ein entsprechendes digitales Objekt kann gerollt und die mehrfach gefaltete Struktur der originalen Goldplatte geglättet und lesend nachvollzogen werden. Für das im Bau befindliche neue Nationalmuseum in Naypyidaw (Myanmar) wird eine repräsentative Reproduktion des Goldenen Briefs als Ausstellungsstück erstellt.

Ein einzigartiges Kulturerbe

Das goldene Schreiben ist 55 mal 12 Zentimer groß und mit 24 Rubinen verziert. Es wurde ursprünglich in einem ausgehöhlten und verzierten Stoßzahn eines birmanischen Elefanten transportiert.

Weitere Informationen zum Goldenen Brief finden Sie unter:
der-goldene-brief.gwlb.de


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