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Die Initiative #nichtvergesser: Mehr Aufmerksamkeit für vergessene humanitäre Krisen

Gewaltsame Konflikte und die zunehmende Zahl von Naturkatastrophen führen dazu, dass derzeit mehr als 128 Millionen Menschen in 33 Ländern weltweit humanitäre Hilfe zum Überleben benötigen. In einigen dieser Regionen dauert die Krisenlage schon seit Jahrzehnten an. Dennoch ist die mediale Aufmerksamkeit für das Schicksal der betroffenen Menschen oft gering. Die Initiative #nichtvergesser holt diese vergessenen humanitären Krisen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit. Sie informiert und ruft dazu auf, sich mit dem Thema auseinander zu setzen.

Was sind vergessene humanitäre Krisen?

"Vergessene humanitäre Krisen" sind meist langandauernde Krisen mit großem humanitärem Bedarf, dabei jedoch geprägt von geringer medialer Berichterstattung und einem Mangel an Hilfsgütern und Spenden. Die Krisenlagen in Jemen (Bürgerkrieg und Nahrungsmittelknappheit) und Myanmar (Verfolgung von ethnischen Minderheiten), aber auch in Kolumbien (Binnenvertriebene aufgrund des bewaffneten Konflikts zwischen Armee, Rebellen und Paramilitärs) oder der West-Sahara (Flüchtlinge in Algerien) stehen beispielhaft für vergessene humanitäre Krisen. Als Referenzrahmen dienen die jährlich aktualisierten Einstufungen der vergessenen Krisen im Rahmen des sogenannten "Forgotten Crisis Assessments". Diese Einstufungen werden durch ECHO, die Generaldirektion für Humanitäre Hilfe und Katastrophenschutz der Europäischen Kommission, vorgenommen.

Welche Zielsetzung hat die Initiative #nichtvergesser?

Vergessene humanitäre Krisen sind meist langandauernde Krisen mit großem humanitärem Bedarf, die nur selten in der Berichterstattung thematisiert werden. "Das fehlende mediale Interesse ist besonders fatal: Die Krisen verlaufen hier in Deutschland fast außerhalb der öffentlichen Wahrnehmung. Auch dadurch gibt es kaum Spenden für diese Regionen", erklärt Verena Götze (Johanniter-Unfall-Hilfe), die die Kampagne im Auftrag des Auswärtigen Amtes koordiniert. Ziel der Initiative ist daher, mehr öffentliche Aufmerksamkeit auf vergessene humanitäre Krisen zu lenken und humanitäres Engagement in diesen Krisen zu fördern.

Krisen vergessen heißt Menschen vergessen #nichtvergesser

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© Plan International Deutschland

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Krisen vergessen heißt Menschen vergessen #nichtvergesser

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Methode und Instrumente

"Wir setzen auf die Verbreitungsmöglichkeiten der sozialen Netzwerke wie Facebook und Twitter, um mit unserer Kampagne möglichst viele Menschen zu erreichen", erklärt Götze. Besonders wichtig ist es dabei, auch junge Menschen wie Schüler und Studenten über das Thema der vergessenen humanitären Krisen zu informieren. Dazu entwickelt das Kampagnenteam auch Material für Jugendgruppen und Schulen. Über öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen soll ein breites Publikum in den Prozess eingebunden werden. Aber auch politische Entscheidungsträger stehen im Fokus der Öffentlichkeitsarbeit, denn neben der eigentlichen humanitären Hilfsleistung ist politisches Engagement unabdingbar, um die den meisten Krisen zugrunde liegenden Konflikte zu lösen.

Bis zum Sommer 2018 wollen die Initiatoren bei Bürgern und Unterstützern 100 000 "Stimmen gegen das Vergessen" sammeln und an eine geeignete Persönlichkeit wie z.B. den UN-Generalsekretär António Guterres mit der Bitte übergeben, sich stärker für vergessene Krisen einzusetzen. Damit soll dem Thema politische und mediale Aufmerksamkeit zuteil werden, die notwendig ist, um die Krisen aus dem Vergessen zu holen.

Wer steht hinter #nichtvergesser?

Hinter der Kampagne stehen in partnerschaftlicher Zusammenarbeit die deutschen humanitären Hilfsorganisationen Johanniter-Unfall-Hilfe, Caritas international, Plan International, SOS Kinderdörfer weltweit, Welthungerhilfe, Malteser International, Humedica, CARE Deutschland-Luxemburg e.V., Help – Hilfe zur Selbsthilfe e.V., International Rescue Committee, arche noVa sowie das Auswärtige Amt.

Bärbel Kofler, die Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, ist Schirmherrin der Kampagne.

Zum Weiterlesen:

  "Basta Ya!" – die Vergessene Krise in Kolumbien im Fokus humanitärer Hilfe

 Website der Kampagne #nichtvergesser



Stand 01.03.2017

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