Hauptinhalt

Jemen

Die von extremer Armut, Naturkatastrophen und internen Konflikten geprägte Lage in Jemen ist seit März 2015 durch andauernde Kämpfe und Bombardements und der daraus folgenden humanitären Konsequenzen zu einer der kritischsten humanitären Krisen weltweit geworden. Aufgrund fehlender medialer Präsenz, geringer öffentlicher Wahrnehmung und daraus resultierender Spendenknappheit kann der humanitäre Bedarf nur zu einem Bruchteil gedeckt werden. Das Auswärtige Amt fördert Nothilfeprojekte deutscher Nichtregierungsorganisationen, der Vereinten Nationen und der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung um das Überleben der Menschen in Not zu sichern.

Humanitärer Bedarf im Jemen

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.
© DRK

Bild vergrößern
Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.

Die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit in Jemen sind kritisch.

Von insgesamt 27,4 Millionen Einwohnern Jemens benötigt über die Hälfte humanitäre Hilfe. 18,8 Millionen Menschen, davon 10,3 Millionen Kinder, sind von Nahrungsmittelunsicherheit, fehlendem Zugang zu elementarer Gesundheitsversorgung sowie den direkten Folgen von bewaffneten Auseinandersetzungen betroffen.

Besonders kritisch sind die Folgen der Nahrungsmittelunsicherheit. Jemen weist weltweit die dritthöchste Rate von Unterernährung auf, was laut OCHA derzeit eine Mangelernährung bei 12 Prozent der Bevölkerung bedeutet. Durch fehlenden Zugang zu medizinischer Versorgung, sauberem Trinkwasser und sanitären Einrichtungen werden die Folgen von Mangelernährung und damit die Anfälligkeit für Epidemien zusätzlich verschärft. Anfang 2017 sind bereits 15 Gouvernorate vom Ausbruch der Cholera betroffen. Das Zusammenwirken dieser desaströsen humanitären Lage wird deutlich, indem nach Berichten von UNICEF alle 10 Minuten ein Kind an vermeidbaren Krankheiten stirbt.

Die dringendsten Bedarfe liegen für die jemenitische Bevölkerung in der Ernährung, der Gesundheitsversorgung, sicherem Zugang zu Trinkwasser und Sanitäranlagen sowie in Schutzmaßnahmen. Insbesondere die 2,2 Millionen Binnenvertriebenen, die unter meist prekären Bedingungen leben, benötigen akute humanitäre Hilfsmaßnahmen, auch mit Blick auf die harschen Witterungsbedingungen.

Die erfolgreiche Durchführung der erforderlichen humanitären Hilfsmaßnahmen wird jedoch durch Verletzungen des humanitären Völkerrechts erschwert. Zugangsbeschränkungen, Angriffe auf humanitäre Helfer und administrative Einschränkungen behindern die so dringend benötigten Hilfeleistungen. Ein weiterer humanitärer Schwerpunkt neben der Deckung der dringendsten Bedarfe besteht daher in den koordinierten Bemühungen der Vereinten Nationen zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts und zur Verhinderung weiterer Menschenrechtsverletzungen.

Deutsche humanitäre Hilfe

Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.

Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.
© ICRC/Mohammed Yaseen

Bild vergrößern
Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.

Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.

Alleinerziehende Frauen und ihre Kinder sind von der humanitären Krise in Jemen besonders betroffen.

Mit der Förderung von länder- und sektorübergreifenden Hilfsprojekten der Vereinten Nationen, der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung und deutscher Nichtregierungsorganisationen leistet das Auswärtige Amt schon seit vor Beginn der akuten Krise humanitäre Hilfe im Jemen. Den Rahmen gibt dabei der durch die Vereinten Nationen koordinierte und priorisierte humanitäre Bedarfsplan vor. Das Auswärtige Amt hat 2016 die humanitäre Hilfe für Jemen deutlich erhöht und rund 33,3 Millionen Euro für humanitäre Hilfsmaßnahmen zur Verfügung gestellt. Außerdem wurden 1,4 Millionen Euro für Krisenbewältigung im Rahmen von Unterstützung politischer Prozesse eingesetzt.

Die strategischen Schwerpunkte der deutschen humanitären Hilfe im Jemen entsprechen hierbei dem Bedarfsprofil und beziehen sich vorrangig auf Gebiete mit der höchsten Vulnerabilitätsrate.

Humanitäre Hilfe für die Menschen im Jemen wird auch 2017 ein Schwerpunkt deutscher Auslandspolitik sein.


Stand 25.01.2017

Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere