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Somalia

Die humanitäre Lage am Horn von Afrika gehört aufgrund des langjährigen Bürgerkriegs in Somalia, aber auch wegen häufiger Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen zu den problematischsten weltweit.

Hintergründe

Seit dem Sturz des Präsidenten Siad Barre 1991 befindet sich Somalia in einer Dauerkrise. Der Bürgerkrieg, die in weiten Teilen des Landes fehlende Regierungsgewalt, Kämpfe um die Vorherrschaft konkurrierender Clans und "warlords" sowie die Aktivitäten der radikalislamistischen Al-Shabaab ("Jugend") vor allem in Süd- und Zentralsomalia haben das Land zu einem "failed stated" gemacht. 

Mit dem Ende der Übergangsperiode im August 2012 konnten durch die Einsetzung eines neuen Übergangsparlaments, der Verabschiedung einer vorläufigen Verfassung, der Wahl des Präsidenten Hassan Sheikh Mohamud und der Bildung einer Regierung erste politische Fortschritte erzielt werden. Darüber hinaus hat die Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) seit 2011 in einigen wichtigen Städten in Süd- und Zentralsomalia die Kontrolle übernommen. Der Zugang humanitärer Akteure zu diesen Regionen Somalias, der von Al-Shabaab zuvor häufig verwehrt worden war, ist nun grundsätzlich wieder stärker gegeben.

Humanitäre Lage

Zusätzlich zur politisch extrem fragilen Situation in Somalia wird das Horn von Afrika regelmäßig von Naturkatastrophen wie Dürren und Überschwemmungen getroffen. 2011 war das gesamte Horn von Afrika infolge mehrerer ausgefallener Regenzeiten von der schwersten Dürre seit 60 Jahren beherrscht. Die Folge waren eingeschränkte Verfügbarkeit von Grundnahrungsmitteln, stark steigende Preise, fehlender Zugang zu sauberem Trinkwasser und das Wegbrechen der Lebensgrundlagen der Bevölkerung. Für etwa 250.000 Menschen kam damals jede Hilfe zu spät.

Die Dürre 2011 zog enorme Migrationsbewegungen in angrenzende Länder und in die Hauptstadt Mogadischu nach sich. Gegenwärtig sind noch immer etwa 1,1 Millionen Menschen in Somalia binnenvertrieben, etwa 1 Million Somalier leben als Flüchtlinge unter prekären Bedingungen vor allem in Kenia und Äthiopien sowie im Jemen. Aktuelle Zahlen hält das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) bereit. Die Aufnahmeländer können die Unterstützung der Flüchtlinge allein nicht leisten und sind auf  internationale Hilfe angewiesen.

Humanitärer Bedarf und deutsche Humanitäre Hilfe

Somalische Flüchtlinge in Dolo Ado

Somalische Flüchtlinge in Dolo Ado
© dpa / picture alliance

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Somalische Flüchtlinge in Dolo Ado

Somalische Flüchtlinge in Dolo Ado

Somalische Flüchtlinge in Dolo Ado

OCHA, das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten der Vereinten Nationen, hat in Somalia für das Jahr 2015 mit 863 Millionen US-Dollar einen der weltweit größten humanitären Bedarfe festgestellt. Hinzu kommen die Bedarfspläne des UNHCR für die Unterstützung von Flüchtlingen in den Lagern der Nachbarländer.

Das Auswärtige Amt leistet seit Jahren humanitäre Hilfe am Horn von Afrika mit dem Schwerpunkt auf Somalia und somalischen Flüchtlingen. Zwischen 2010 und 2013 wurden am Horn von Afrika Projekte mit einem Volumen von über 45 Millionen Euro gefördert. 2014 betrug das Volumen der humanitären Hilfe des Auswärtigen Amtes für vom Konflikt in Somalia Betroffene ca. 10,6 Mio €. Davon kamen knapp 5 Mio € innerhalb Somalias Vertriebenen zu Gute.

Auch 2015 Jahr fördert das Auswärtige Amt wieder Projekte am Horn von Afrika. Unterstützt werden unter anderem die Programme von UN-Organisationen wie UNHCR und WFP sowie des IKRK

Auch Projekte deutscher Nichtregierungsorganisationen werden gefördert - etwa die medizinische Hilfe für Binnenvertriebene in Somalia und für Flüchtlinge in den Flüchtlingslagern Dolo Ado in Äthiopien und Dadaab in Kenia.


Stand 26.03.2015

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