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EU und USA

Die Europäische Union und die USA sind eng miteinander vernetzt. Auf Regierungsebene finden regelmäßig Konsultationen statt. Auf gesellschaftlicher Ebene wird der Dialog zwischen einer Vielzahl von Einzelpersonen, Gruppen und Verbänden gefördert. In wirtschaftlicher Hinsicht sind die USA und die EU schon jetzt die am stärksten miteinander verflochtenen Regionen weltweit. Für weitere Dynamik soll ein transatlantisches Freihandelsabkommen sorgen.

Die Verbindung zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika hat historische Wurzeln: Die Entscheidung der USA, sich 1945 nicht, wie nach Ende des Ersten Weltkriegs, aus Europa zurückzuziehen, sorgte für ein Element der Stabilität in Westeuropa, das es ermöglichte, das Projekt der europäischen Einigung anzugehen. Somit ist das Zusammenwachsen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl eine historische Leistung der Europäer, als auch Ergebnis weitsichtiger amerikanischer Außenpolitik.

EU-USA Gipfel

Seit der "Transatlantischen Erklärung" von 1990 gibt es zwischen der EU und den USA häufige und regelmäßige Konsultationen. Dazu gehören jährliche Gipfeltreffen. Zuletzt  trafen sich die politischen Spitzen aus den USA und Europa am 28. November 2011 in Washington. Seitens der USA nahmen Präsident Obama, Außenministerin Clinton, Finanzminister Geithner und Sicherheitsberater Donilon teil. Teilnehmer auf europäischer Seite waren Ratspräsident van Rompuy, Kommissionspräsident Barroso, die Außenbeauftragte Ashton und EU-Handelskommissar De Gucht. 

Die Themen reichten von den aktuellen Staatsschuldenkrisen bis hin zu diversen außenpolitischen Themen wie dem 'Arabischen Frühling', dem Nahost-Friedensprozess und dem Umgang mit Iran. Auf dem Gipfel wurde auch eine hochrangige gemeinsame Arbeitsgruppe von EU und USA zum Thema Arbeit und Wachstum eingerichtet. Diese soll Vorschläge zum weiteren Ausbau des transatlantischen Handels unterbreiten. In ihrem Zwischenbericht vom Juni 2012 hat sie ein umfassendes Freihandelsabkommen emfohlen. Der Endbericht wird Anfang 2013 erwartet.

Wirtschaftskooperation und wirtschaftliche Verflechtung

Unter anderem mit Handelsfragen beschäftigte sich auch der "Transatlantische Wirtschaftsrat" (TEC), der am 29. November 2011 im Anschluss an den EU-US-Gipfel tagte. Der TEC, der 2007 auf Initiative der Bundeskanzlerin eingerichtet worden war, soll vor allem durch die Setzung gemeinsamer Normen und Standards bei Zukunftstechnologien europäische und amerikanische Unternehmen im globalen Wettbewerb stärken und beide Weltregionen noch enger mit einander vernetzen.

Am Rande des G8-Gipfels im nordirischen Lough Erne haben die europäischen Teilnehmer und der US-Präsident am 17. Juni den Startschuss für die Verhandlungen zu einer "Transatlantic Trade and Investment Partnership" (TTIP) gegeben. Sie sollen bereits am 8. Juli in Washington beginnen. Dieses oft auch als "Transatlantische Freihandelszone" bezeichnete Projekt soll schon bald für mehr Wachstum und Beschäftigung auf beiden Seiten des Atlantiks sorgen. Das Abkommen soll Handel, Investitionen, technische Standards und Normen umfassen und so einen neuen transatlantischen Wirtschaftsraum für rund 800 Millionen Menschen auf beiden Seiten des Atlantiks schaffen.

Die EU und Nordamerika sind die weltweit am stärksten miteinander vernetzten Wirtschaftsregionen. Mit nur gut 10 Prozent der Weltbevölkerung erwirtschaften sie über 50 Prozent des Weltsozialprodukts. 2011 entfielen etwas über 4 Prozent des weltweiten Warenhandels aif den transatlantischen Warenhandel (636,8 Mrd. US-Dollar, 14 Prozent mehr als 2010), beim Dienstleistungshandel lag der Anteil bei über 11 Prozent.
Noch mehr als der reine Handel tragen gegenseitige Investitionen zur Verflechtung der Volkswirtschaften bei. Die EU-Mitgliedstaaten hielten Ende 2011 ca. 1.573 Mrd. US-Dollar an Investitionsbeständen in den USA, die US-Direktinvestitionen in der EU betrugen 2.094 Mrd US-Dollar.


Stand 28.08.2014

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