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EU und USA

Die Europäische Union und die USA sind eng miteinander vernetzt. Auf Regierungsebene finden regelmäßig Konsultationen statt. Auf gesellschaftlicher Ebene wird der Dialog zwischen einer Vielzahl von Einzelpersonen, Gruppen und Verbänden gefördert. In wirtschaftlicher Hinsicht sind die USA und die EU schon jetzt die am stärksten miteinander verflochtenen Regionen weltweit. Für weitere Dynamik kann ein transatlantisches Freihandelsabkommen sorgen.

Flaggen der EU und der USA

Flaggen der EU und der USA
© photothek.net

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Flaggen der EU und der USA

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Flaggen der EU und der USA

Die Verbindung zwischen der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten von Amerika hat historische Wurzeln: Die Entscheidung der USA, sich 1945 nicht, wie nach Ende des Ersten Weltkriegs, aus Europa zurückzuziehen, sorgte für ein Element der Stabilität in Westeuropa, das es ermöglichte, das Projekt der europäischen Einigung anzugehen. Somit ist das Zusammenwachsen Europas nach dem Zweiten Weltkrieg sowohl eine historische Leistung der Europäer, als auch Ergebnis weitsichtiger amerikanischer Außenpolitik.

EU-USA Gipfel

Seit der "Transatlantischen Erklärung" von 1990 gibt es zwischen der EU und den USA häufige und regelmäßige Konsultationen. Dazu gehören auch Gipfeltreffen. Der letzte EU-US-Gipfel fand am 26.03.2014 in Brüssel statt (Teilnehmer: Präsident Obama, ER-Präsident Van Rompuy und KOM-Präsident Barroso, HV'in Ashton, Sicherheitsberaterin Rice, USTR Froman und Kommissar De Gucht).  Daneben besteht eine Vielzahl von transatlantischen Dialogformaten, vor allem zu Wirtschafts- und Handelsfragen, im Bereich der Gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik (GASP), im Bereich Justiz- und Innenpolitik sowie zu globalen Herausforderungen wie Terrorismusbekämpfung, Entwicklungspolitik, Energie- und Cybersicherheit.

Wirtschaftskooperation und wirtschaftliche Verflechtung

Die EU und die USA sind die weltweit am stärksten miteinander vernetzten Wirtschaftsregionen. Mit nur gut 10 Prozent der Weltbevölkerung erwirtschaften sie 46 Prozent des Weltsozialprodukts, zeichnen für 50 Prozent der Weltproduktion, ca. 1/3 des weltweiten Handels und 1/3 aller Patentanmeldungen verantwortlich. Sie vereinen 60 Prozent der weltweiten Direktinvestitionen auf sich.  

2015 lag der transatlantische Warenhandel bei 619,6 Mrd. US-Dollar. Noch mehr als der reine Handel tragen gegenseitige Investitionen zur Verflechtung der Volkswirtschaften bei. Die EU-Mitgliedstaaten hielten Ende 2014 ca. 1.985 Mrd. US-Dollar an Investitionsbeständen in den USA, die US-Direktinvestitionen in der EU betrugen 1.810 Mrd. US-Dollar.

Um das Potential der beiden großen Wirtschaftsblöcke noch besser zu nutzen, wurde von Juli 2013 bis Oktober 2016 in 15 Runden über die "Transatlantic Trade and Investment Partnership" (TTIP) verhandelt. Das Abkommen soll für mehr Wachstum und Beschäftigung auf beiden Seiten des Atlantiks sorgen und Handel, Investitionen, technische Standards und Normen umfassen. Am Ende dieser Verhandlungen kann ein neuer, transatlantischer Wirtschaftsraum für rund 800 Millionen Menschen stehen.

Die Verhandlungen ruhen derzeit. Am 17.01.2017 wurde ein gemeinsamer Bericht von Europäischer Kommission und dem US Handelsbeauftragten veröffentlicht, der den Verhandlungsstand beschreibt und einen Abschluss der Verhandlungen bei ausreichenden politischen Willen für möglich hält. Wann eine Wiederaufnahme der Verhandlungen unter der Regierung Trump möglich sein wird, ist derzeit noch offen.


Stand 04.05.2017

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