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Sonderbeauftragter Rücker an türkisch-syrischer Grenze: Soforthilfe für Flüchtlinge

Im Gespräch mit einem Flüchtlingskind

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© Auswärtiges Amt

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Im Gespräch mit einem Flüchtlingskind

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Im Gespräch mit einem Flüchtlingskind

Joachim Rücker, der Sonderbeauftragte der Bundesregierung für die Stabilitätspartnerschaft Mittlerer Osten, ist kurzfristig in das türkisch-syrische Grenzgebiet gereist. Dort verschaffte er sich ein Bild von der humanitären Lage nach der jüngsten Gewalteskalation in der Region um Aleppo und kündigte zusätzliche Soforthilfe an.

Unerträgliches Leid in Syrien

Erst seit wenigen Tagen hat Rücker sein Amt als Sonderbeauftragter inne. Die kurzfristig anberaumte Auslandsreise war schon jetzt notwendig angesichts der dramatischen humanitären Lage an der türkisch-syrischen Grenze. Die eskalierenden Kampfhandlungen in und um Aleppo hatten zehntausende Menschen in die Flucht gezwungen. Und das zu einer Zeit, in der die Region unter einem besonders strengen Wintereinbruch leidet. Vor Ort schilderte Rücker seine Eindrücke: "Der Besuch im Flüchtlingslager von Öncüpinar und in einem Feldhospital von Malteser International in Kilis machen deutlich, wie unerträglich das Leid in Syrien, wie notwendig weitere Unterstützung der internationalen Gemeinschaft ist."

Zeichen der Hoffnung aus München

Trotzdem gab es auch Zeichen der Hoffnung, denn am Vortag (11.02.) hatten sich die Außenminister der Syrien-Kontaktgruppe in München getroffen. Dabei bekannten sie sich zu den Wiener Prinzipien für eine politische Konfliktlösung und vereinbarten konkrete Schritte zur Verbesserung des humanitären Zugangs und zur Schaffung einer landesweiten Feuerpause. Sein Besuch habe ganz im Zeichen dieser Münchener Verpflichtung gestanden, berichtete Rücker anschließend: "Die vorsichtige Hoffnung auf eine mögliche Einstellung der Feindseligkeiten und ungehinderten humanitären Zugang zu den belagerten Gebieten zog sich wie ein roter Faden durch die Gespräche."

Respekt und Dank für die Helfer

Ausdrücklich würdigte der Sonderbeauftragte die türkische Hilfsbereitschaft: "Mit großem Respekt sehen wir die enorme Leistung der Türkei bei Versorgung, Unterbringung und Integration der Menschen, und dem Land gilt unser Dank für die Anstrengungen bei der Bewältigung des aktuellen Flüchtlingsstroms aus der Region Aleppo." Rücker führte unter anderem Gespräche mit Vertretern von Hilfsorganisationen wie UN OCHA, dem Syria Recovery Trust Fund, Malteser International oder der Welthungerhilfe. Er sei "beeindruckt von den fast übermenschlichen Leistungen von Helfern und Nichtregierungsorganisationen auf beiden Seiten der Grenze", so Rücker.

Schnelle und substanzielle Hilfe

Um den notleidenden Menschen schnell und substanziell zu helfen, kündigte der Sonderbeauftragte mehrere Sofortmaßnahmen an:

Deshalb leistet die Bundesregierung jetzt zusätzliche Hilfe für neue Projekte von Welthungerhilfe und Malteser International auch im Hinblick auf den besonders strengen Winter – Zelte, Decken, Vorbereitung der Böden in den Flüchtlingslagern. Und wir planen, jetzt sehr schnell eine mobile Klinik in die Region um Aleppo zu bringen, auch weil durch die andauernden Kämpfe die letzten Zufahrtswege bedroht sind.

Auch der Syria Recovery Trust Fund, der von Deutschland mit initiiert wurde, wird kurzfristig Soforthilfe in Höhe von 1,6 Millionen Euro mobilisieren, insbesondere medizinisches Equipment. So kann die Not der syrischen Bevölkerung zumindest etwas gelindert werden, während die Bemühungen um eine politische Lösung weitergehen.

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Stand 12.02.2016

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