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Wirtschaftsbeziehungen zu Lateinamerika

Viele deutsche Unternehmen sind seit über 100 Jahren mit Tochterunternehmen in Lateinamerika vertreten und genießen ein hohes Ansehen. Der Lateinamerika-Verein der deutschen Wirtschaft feierte 2016 sein 100-jähriges Bestehen, ebenso die Auslandshandelskammern in Argentinien, Brasilien, Chile und Uruguay. Die Außenhandelskammer in Paraguay ist seit 50 Jahren aktiv. Heute sind Brasilien und Mexiko wichtige Auslandsstandorte deutscher Industrie, in vielen anderen lateinamerikanischen Staaten wächst die Bedeutung von Unternehmen aus Deutschland.

Mitarbeiterinnen der Firma Beiersdorf, Silao, Mexiko (Archiv)

Mitarbeiterinnen der Firma Beiersdorf, Silao, Mexiko (Archiv)
© Th. Koehler / photothek.net

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Mitarbeiterinnen der Firma Beiersdorf, Silao, Mexiko (Archiv)

Mitarbeiterinnen der Firma Beiersdorf, Silao, Mexiko (Archiv)

Mitarbeiterinnen der Firma Beiersdorf, Silao, Mexiko (Archiv)

Lateinamerika blickt zurück auf eine "goldene Dekade": hohe Nachfrage besonders aus Asien und hohe Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt bescherten vielen lateinamerikanischen Staaten hohe Wachstumsraten. Heute stellen gesunkene Preise, weniger Nachfrage auf den Weltrohstoffmärkten und ein weltweit geringeres Wirtschaftswachstum die Region vor große Herausforderungen.

Bevölkerungswachstum, zunehmende Urbanisierung und die Bestrebungen zur Diversifizierung von Wirtschaftsstrukturen bieten Chancen für die deutsche Wirtschaft. Der Bedarf an Modernisierung und Erweiterung der Infrastruktur in Lateinamerika ist beachtlich und eröffnet Perspektiven für Transport- und Logistikunternehmen. Auch in anderen Bereichen ist deutsche Spitzentechnologie gefragt, etwa im Bergbau, bei Erneuerbaren Energien, im Bereich Umwelttechnik und in der Gesundheitswirtschaft.

Die EU hat mit 26 von 33 Ländern der Region Handelsabkommen abgeschlossen, darunter mit den Ländern des CARIFORUM, Chile, Mexiko sowie Kolumbien, Ecuador und Peru. In Verhandlung befindet sich ein Abkommen mit den Staaten des MERCOSUR (Argentinien, Brasilien, Paraguay, Uruguay).

Deutsche Wirtschaft: Engagement unterstützen

Die Bundesregierung unterstützt die deutsche Wirtschaft bei der Erschließung des Potenzials Lateinamerikas. Die Auslandshandelskammern (AHK) bilden zusammen mit der bundeseigenen Germany Trade and Invest (GTAI) und den deutschen Auslandsvertretungen die drei Säulen der deutschen Außenwirtschaftsförderung. Kleinere und mittlere Unternehmen stellen dabei die wesentliche Zielgruppe dar. In Peru wird z.B. mit dem sogenannten "German Desk" eine spezifische Finanzierungsberatung durch die AHK, die KfW DEG und die lokale Partnerbank Banco Financiero für den Mittelstand eingeführt. Auch leistet der Lateinamerika-Verein als Unternehmensnetzwerk und Informationsplattform für die deutsche Wirtschaft einen wichtigen Beitrag zum Auf- und Ausbau von Geschäftsaktivitäten in der Region. In der Lateinamerika-Initiative der deutschen Wirtschaft haben sich die Wirtschaftsverbände, zusammengeschlossen.

Energie und Rohstoffe nachhaltig gewinnen und nutzen

Fabrik der Firma Schaeffler in Irapuato, Mexiko (Archiv)

Fabrik der Firma Schaeffler in Irapuato, Mexiko (Archiv)
© Th. Koehler / photothek.net

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Fabrik der Firma Schaeffler in Irapuato, Mexiko (Archiv)

Fabrik der Firma Schaeffler in Irapuato, Mexiko (Archiv)

Fabrik der Firma Schaeffler in Irapuato, Mexiko (Archiv)

Die Energie- und Rohstoffpolitik ist in der Zusammenarbeit Deutschlands mit Lateinamerika ein bedeutendes Thema. Deutschland ist als rohstoffarmes Land stark von Importen abhängig. Für die Rohstoffpolitik der Bundesregierung spielen neben der Versorgungssicherheit auch die Wirtschaftlichkeit der Produktion und die Umweltverträglichkeit eine zentrale Rolle.

Deutschland ist im Energiebereich einer der wichtigen bilateralen Kooperationspartner in der Region. Das Potenzial zur Erhöhung der Energieeffizienz ist in Lateinamerika erheblich und längst nicht ausgeschöpft. Das gleiche gilt für die Effizienz bei der Erzeugung und dem Transport von Energie. Auch eine nachhaltige, sichere und kostenadäquate Energie- und Rohstoffversorgung Deutschlands ist wichtiger Gegenstand der Zusammenarbeit.

Die Bundesregierung steht deshalb den Staaten der Region beim Aufbau nachhaltiger Energiesysteme durch Beratung, Finanzierung von Vorhaben sowie durch Energie- und Klimaschutzabkommen zur Seite. Deutsche Unternehmen haben beste Voraussetzungen, um an der Modernisierung der Energieerzeugung in Lateinamerika teilzunehmen. Es gilt, auch neue Märkte insbesondere im Bereich der Erneuerbaren Energien, der Energieeffizienz und der Umwelttechnologie sowie der Rohstoffförderung zu erschließen.

In Lateinamerika finden sich große Vorkommen an mineralischen Rohstoffen wie Eisen, Kupfer, Zinn und Lithium. Knapp 60 Prozent der weltweiten Produktion von Lithium, das für die Herstellung von Lithium-Ionen Akkus zum Beispiel für Elektroautos wichtig ist, kommen aus Lateinamerika. Das zeigt, dass die Zusammenarbeit mit Lateinamerika für die Entwicklung und den Einsatz von Zukunftstechnologien am Hightech-Standort Deutschland von großer Bedeutung ist.

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Stand 12.05.2017

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