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Bildung und Forschung

Berufliche Bildung - Duale Ausbildung

Ein Auszubildender bei einer deutschen Firma in Irapuato (Mexiko) vermisst ein Werkstück. Die Lehrlinge werden nach dem deutschen dualen Ausbildungssystem unterrichtet.

Ein Auszubildender bei einer deutschen Firma in Irapuato (Mexiko) vermisst ein Werkstück. Die Lehrlinge werden nach dem deutschen dualen Ausbildungssystem unterrichtet.
© Thomas Köhler/photothek.net

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Ein Auszubildender bei einer deutschen Firma in Irapuato (Mexiko) vermisst ein Werkstück. Die Lehrlinge werden nach dem deutschen dualen Ausbildungssystem unterrichtet.

Ein Auszubildender bei einer deutschen Firma in Irapuato (Mexiko) vermisst ein Werkstück. Die Lehrlinge werden nach dem deutschen dualen Ausbildungssystem unterrichtet.

Ein Auszubildender bei einer deutschen Firma in Irapuato (Mexiko) vermisst ein Werkstück. Die Lehrlinge werden nach dem deutschen dualen Ausbildungssystem unterrichtet.

In vielen lateinamerikanischen Ländern besteht großes Interesse am deutschen dualen System der beruflichen Ausbildung. Berufsbildung ist daher ein wichtiges Thema der bilateralen Beziehungen mit vielen Partnern in der Region. In den letzten Jahren zeigte sich u.a. ein zunehmendes Interesse der Länder der Pazifikallianz (Chile, Kolumbien, Mexiko, Peru), bei welcher sich Deutschland als Beobachterstaat verstärkt mit dem Thema der beruflichen Bildung einbringt.

Forschungszusammenarbeit

Auf dem Gebiet der Wissenschaft, Forschung und Innovation wächst die Bedeutung Lateinamerikas kontinuierlich. Da nationale Investitionen in Bildung und Forschung zu Fortschritten führen, entwickelt sich die Region zu einem immer wichtigeren Partner Deutschlands. Der zunehmenden Internationalisierung der akademischen Zusammenarbeit wird durch zahlreiche Kooperationen deutscher und lateinamerikanischer Universitäten und Forschungseinrichtungen Rechnung getragen.

Immer mehr deutsche Forscher finden interessante Partner in Lateinamerika. So wurde in Santiago de Chile 2010 das erste Fraunhofer-Institut auf dem lateinamerikanischen Kontinent gegründet. In Argentinien führte verstärkte Kooperation im Bereich Forschung  zur Einrichtung des CONICET-Max-Planck-Partnerinstituts (2011) und einer Repräsentanz der Max-Planck-Gesellschaft in Buenos Aires (2014) sowie des Max-Planck-Laboratoriums in Rosario (2014). In São Paulo, Brasilien, wurde mit der Einweihung des Deutschen Wissenschafts- und Innovationshauses ein Forum für Veranstaltungen und Service der deutschen Wissenschaftsorganisation geschaffen.

Universitäre Zusammenarbeit

Auch im Hochschulbereich hat die wissenschaftliche Zusammenarbeit an Bedeutung gewonnen und viele erfolgreiche Kooperationsprojekte hervorgebracht. So wurden im Rahmen der Außenwissenschaftsinitiative drei von weltweit vier Exzellenzzentren in Lateinamerika gegründet – das Meeresforschungsinstitut CEMarin in Kolumbien, das Deutsch-Kolumbianische Friedensinstitut und das Heidelberg Center in Santiago de Chile. Das Deutsch-Argentinische Hochschulzentrum fördert die akademische Zusammenarbeit und die Entwicklung bi-nationaler Studiengänge von argentinischen und deutschen Hochschulen.

Ebenso dynamisch entwickelt sich der akademische Austausch. Verhältnismäßig wenige deutsche Studierende und Wissenschaftler entscheiden sich für einen Studien- oder Forschungsaufenthalt in der Region. Die Zahl der DAAD-Stipendiaten aus Lateinamerika ist allerdings in den letzten Jahren deutlich angestiegen. Das große Interesse spiegelt sich auch in der Vielzahl an ko-finanzierten Stipendienprogrammen wider, die unter Beteiligung der Partnerländer durchgeführt werden. Beispielsweise hat das Mobilitätsprogramm "Ciência sem Fronteiras" ("Wissenschaft ohne Grenzen") der brasilianischen Regierung von 2012 bis Juli 2016 6.500 Studierenden, Promovenden und Post-Doktoranden einen Aufenthalt an einer deutschen Hochschule ermöglicht. Wegen der Wirtschaftskrise in Brasilien wurde das Programm allerdings inzwischen wieder eingestellt. Gleiches gilt für die zwischen den Bildungsministerien Brasiliens und Deutschlands 2000 und 2008 verabschiedeten  Kooperationsprogramme UNIBRAL und UNIBRAL II zur Zusammenarbeit der Hochschulen beider Länder, die vom DAAD und seiner brasilianischen Partnerorganisation CAPES durchgeführt wurden und den Austausch von deutschen und brasilianischen Studierenden, Postdocs und Professoren sowie die Kooperation von Fakultäten beider Länder ermöglichten. Beide Programmlinien sind ab 2017 in die analogen, regulären Programme des DAAD, "Instituts- und Ausbildungspartnerschaften" (ISAP) sowie "Integrierte Studiengänge mit Doppelabschluss" übergegangen.

Förderung der deutschen Sprache

Auch wenn Englisch unangefochten erste Fremdsprache in Lateinamerika ist, besteht - auch aufgrund vieler Deutschstämmiger - eine hohe Bereitschaft, kulturelle Angebote aus dem europäischen Raum anzunehmen. Dadurch erklärt sich auch eine vergleichsweise gute Position für die deutsche Sprache. In der Region Lateinamerika gibt es etwa 760 Schulen mit Deutschunterricht. Insgesamt lernen in Lateinamerika etwa 350.000 Schüler Deutsch.

Die PASCH-Initiative

Die Initiative 'Schulen: Partner der Zukunft' (PASCH) wurde im Februar 2008 vom Auswärtigen Amt ins Leben gerufen. Ziel ist, ein weltumspannendes Netz von Partnerschulen aufzubauen. Mit dieser Initiative soll bei jungen Menschen nachhaltiges Interesse und Begeisterung für das moderne Deutschland und die deutsche Sprache geweckt werden.

Insgesamt ist das Partnerschulnetz in Lateinamerika auf 192 Schulen angewachsen. Darunter sind 37 Deutsche Auslandsschulen, 85 Sprachdiplomschulen (DSD-Schulen) und 70 Schulen, an denen Deutschunterricht auf- oder ausgebaut wird (FIT-Schulen).

Die deutschen Auslandsschulen in Lateinamerika wurden meist von deutschen Auswanderern für ihre Kinder und die Kinder ihrer Nachbarn gegründet, teilweise schon vor 150 Jahren. Inzwischen haben sie sich zu großen Begegnungsschulen entwickelt, darunter die größte weltweit: Porto Seguro in Sao Paulo mit insgesamt ca. 10.000 Schülern – die meisten von ihnen Brasilianer. An 7 dieser Schulen können in Berufsbildungszentren meist kaufmännische Ausbildungen nach deutschem Muster absolviert werden.

Die Förderung der deutschen Sprache in Lateinamerika erfolgt auch sehr wesentlich durch die 15 in der Region tätigen Goethe-Institute mit ihrem Angebot an Sprachunterricht und Fortbildungsmaßnahmen für Deutschlehrer. Darüber hinaus gibt es in Lateinamerika 10 Goethe-Zentren, 33 DAAD-Lektorate und 31 geförderte deutsch-ausländische Kulturgesellschaften.

Deutsch im Hochschulbereich

Es gibt in Lateinamerika rund 345 Hochschulen, die Deutsch als Fremdsprache und/oder Germanistik als Studienfach anbieten. Rund 2.500 Studierende sind für Germanistik immatrikuliert, rund 41.000 Studenten erlernen Deutsch studienbegleitend. Die steigende Nachfrage nach studienbegleitenden Deutsch-Angeboten trifft einen weltweiten Trend stärker anwendungsbezogenen Fremdsprachenlernens. Zudem bietet der DAAD die Förderung von Germanistischen Institutspartnerschaften zwischen deutschen und lateinamerikanischen Hochschulen an. Derzeit werden vom DAAD in Lateinamerika folgende Germanistische Institutspartnerschaften unterstützt:

  • in Brasilien: Universidade Federal do Rio Grande do SulPorto Alegre - Universität Erlangen-Nürnberg
  • in Kolumbien: Universidad de Antioquia, Medellin - Pädagogische Hochschule Freiburg
  • in Chile: Deutsches Lehrerbildungsinstitut W. v. Humboldt (LBI) – Universität München (LMU)
  • in Kuba: Universidad de la Habana, Havanna - Universität Gießen

Aufgrund der deutschstämmigen Bevölkerungsstruktur ist Deutsch im Schulsystem lediglich im südlichen Lateinamerika (Argentinien, Chile, Paraguay, Südbrasilien) zahlenmäßig relevant vertreten. Dort bestehen auch an vielen Universitäten germanistische Abteilungen, deren Studenten jedoch zum Teil nur über unzureichende Deutschkenntnisse verfügen. Der interfakultative Deutschunterricht, der vorwiegend durch DAAD-Lektoren gegeben wird, soll Abhilfe schaffen.

Außerschulischer Deutschunterricht

Außerschulischer Deutschunterricht für Erwachsene wird in einigen Ländern nur von den Goethe-Instituten, Goethe-Zentren und deutsch-ausländischen Kulturgesellschaften angeboten. In einigen urbanen Ballungsräumen (beispielsweise Sao Paolo, Mexiko Stadt und Buenos Aires) gibt es zudem eine gewisse Zahl von kommerziellen Anbietern von Deutschkursen.


Stand 15.05.2017

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