Hauptinhalt
Mädchen und Frauen schützen
Kampagne gegen Genitalverstümmelung in Somalia
© picture-alliance
Weibliche Genitalverstümmelung ist eine der am stärksten verbreiteten Menschenrechtsverletzungen weltweit. Um gemeinsame Strategien und Hilfe für die Betroffenen ging es bei einer Diskussion am 16. Dezember, zu der das Auswärtige Amt Vertreter von Nichtregierungsorganisationen eingeladen hatte.
Die Bundesregierung unterstützt seit Jahren nachdrücklich den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung (female genital mutilation Gegen - FGM). Doch obwohl es in vielen afrikanischen Ländern gesetzliche Verbote gibt, ist die Quote der betroffenen Mädchen und Frauen nur schwach rückläufig. Walter Lindner, Beauftragter für Afrikapolitik, zeigte sich betroffen über das Ausmaß und die Verbreitung weiblicher Genitalverstümmelung und nannte sie eine der größten Menschenrechtsverletzungen.
Insgesamt sind rund 150 Millionen Mädchen und Frauen von weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) betrofffen. Hauptverbreitungsgebiet ist Afrika, insbesondere das westliche und nordöstliche.
Afrikabeauftragter Walter Lindner
© AA
Gemeinsam mit Vertretern des Auswärtigen Amts und des BMZ diskutierten die Vertreter verschiedener Nichtregierungsorganisationen, wie der Kampf gegen weibliche Genitalverstümmlung verbessert werden kann.
Gesetze allein reichen nicht
Dabei wurde deutlich, dass es in zahlreichen Ländern vor allem eines "kulturellen Umdenkens" bedarf. Denn viele afrikanische Länder haben zwar bereits gesetzliche Verbote gegen FGM erlassen. Doch die Existenz eines solchen Gesetzes gewährleistet nicht zwangsläufig dessen Durchsetzung.
Nach wie vor gebe es Länder in Afrika, in denen mehr als 90 Prozent der Frauen von FGM betroffen seien, berichteten die Teilnehmer. Dazu zählen z.B. Somalia, Ägypten, Guinea, Sierra Leone und Dschibuti.
Die Vertreter von AA und BMZ sowie der NRO vereinbarten, ihre Aktivitäten künftig besser zu koordinieren, um dem Kampf gegen FGM noch mehr Nachdruck zu verleihen.
Das Auswärtige Amt hat in der Vergangenheit verschiedene Projekte gegen FGM in Afrika unterstützt. So wurden etwa Aufklärungsprojekte in Uganda, Gambia und Dschibuti gefördert.
Stand 16.12.2011
