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Deutsches Engagement beim Wiederaufbau der afghanischen Polizei
Erfolgreicher Abschluss der Ausbildung
© BMI/Mewes
Zwei Missionen: EUPOL Afghanistan und German Police Project Team
Der Aufbau einer 157.000 Polizisten umfassenden afghanischen Polizei, die nach 30 Jahren Bürgerkrieg rechtsstaatlichen Grundsätzen folgen und sich landesweit das Vertrauen der Bevölkerung erarbeiten soll, ist Ziel der afghanischen Regierung. Hierbei unterstützt die internationale Gemeinschaft durch Beratung, Ausbildung, Ausstattungshilfe und finanzielle Zuwendungen.
Deutschland beteiligt sich am Aufbau der afghanischen Polizei zum einen durch seinen Beitrag zur EUPOL Afghanistan Mission und durch ein bilaterales Projekt (German Police Project Team: GPPT). In dem seit 2002 bestehenden Projekt, das in gemeinsamer Federführung durch das Auswärtige Amt (Finanzierung) und das Externer Link, öffnet in neuem FensterBundesministerium des Inneren (Personal) betrieben wird, sind derzeit bis zu 200 Polizeiexperten tätig. Zwischen 2002 und 2010 wurden über 230 Mio. Euro aufgewandt. Für 2011 sind 77 Mio. Euro bereitgestellt worden.
Grenzpolizeifakultät an der Polizeiakademie Kabul
© AA / Pfeiffer
Bau von Infrastruktur für Ausbildung und Polizeidienst
Kern des bilateralen Projekts bildet ein Infrastrukturprogramm, in dessen Rahmen Einrichtungen für die Ausbildung (Polizeitrainingszentren, Polizeiakademie: u.a. Bau der Grenzpolizeifakultät in gemeinsamer Finanzierung mit Kanada) und für den Polizeidienst (Polizeihauptquartiere und Stationen) errichtet wurden und werden. Zwischen 2008 und 2014 wurde die Project Implementation Unit der Externer Link, öffnet in neuem FensterGesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ PIU) mit der Durchführung der Baumaßnahmen vor Ort beauftragt.
Des Weiteren werden Polizisten in den drei Polizeitrainingszentren in Masar-e-Sharif, Kundus und Faisabad ausgebildet. Die derzeit 760 Ausbildungsplätze werden bis Mitte 2012 auf 1600 Ausbildungsplätze ausgebaut. Allein 2010 wurden dort mehr als 5600 Polizisten aus- und fortgebildet. Am Polizeitrainingszentrum in Kabul werden afghanische Polizeitrainer ausgebildet, damit schrittweise die Ausbildungsverantwortung und die Trainingszentren in afghanische Hände übergeben werden können.
Auf Distriktsebene wurden in der Nordregion in den Provinzen Balkh und Badakshan, in Zusammenarbeit mit den Feldjägern der Externer Link, öffnet in neuem FensterBundeswehr, in einzelnen ausgewählten Distrikten die Polizisten nicht nur ausgebildet, sondern auch über ein Jahr lang bei der täglichen Arbeit begleitet.
Übergabe von Polizeiausrüstung in Kundus
© BMI / Mewes
Ausstattungshilfe
Deutschland leistet zusätzliche Unterstützung, indem es notwendige Ausstattung für einen zivilen Polizeidienst zur Verfügung stellt. Dazu gehören beispielsweise Körperschutzausstattungen für Bereitschaftspolizisten oder Spurensicherungskoffer für Kriminalpolizisten. Auf diese Weise wird eine effiziente Polizeiarbeit in vielen Fällen überhaupt erst möglich gemacht.
Sechsmonatige Abendschule: Lesen und Schreiben
© GIZ / Hamkens
Alphabetisierung
Infolge des Zusammenbruchs des afghanischen Schulwesens während des Bürgerkriegs kann ein Großteil der afghanischen Polizeirekruten nicht lesen oder schreiben. Daher erhalten alle Polizisten in der Nordregion die Möglichkeit zur Teilnahme an Alphabetisierungskursen, die von der GIZ angeboten werden. Über 4.000 der 14.000 Polizisten der Nordregion haben bereits daran teilgenommen.
Deutschland setzt sich auch für die Gewährleistung angemessener Polizeigehälter ein. Diese Maßnahme ist ein wichtiger Beitrag zur Eindämmung von Korruption. Der hierzu vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) verwaltete internationale Fonds (Externer Link, öffnet in neuem FensterLaw and Order Trust Fund: LOTFA) stellt die Auszahlung der Gehälter sicher. Deutschland hat sich im Jahr 2010 mit 30 Mio. Euro für Polizisten und 1,5 Mio. Euro für Gefängnispersonal beteiligt.
Auch über 2014 hinaus wird Deutschland sich an Polizeiaufbau in Afghanistan durch Berater und weitere Beiträge beteiligen.
Stand 20.07.2011
