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Vereinigte Arabische Emirate

Wirtschaft

Stand: Juli 2017

Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verfügen weltweit über die sechst- bzw. siebtgrößten Öl- bzw. Gasreserven. Mit einem Pro-Kopf–Einkommen von ca. 38.000 USD, stabilen, - wenn auch im Vergleich zu den Vorjahren infolge des niedrigen Ölpreises verlangsamten -, wirtschaftlichen Wachstumsraten und einem internationalem Anlagevermögen von geschätzt mehreren hundert Milliarden Euro gehört die Föderation der sieben Emirate zu den reichsten Staaten und finanzkräftigsten Investoren weltweit.

Die VAE waren in 2016 mit deutschen Ausfuhren in Höhe von 14,4 Mrd. EUR (2015:  14,6 Mrd. EUR) neben Saudi-Arabien der größte deutsche Absatzmarkt in der Golfregion. Weltweit stehen die VAE unter den deutschen Ausfuhrländern an 20. Stelle.

Das prognostizierte inflationsbereinigte Wirtschaftswachstum beträgt für 2016 2,7 Prozent (2015: 43,8 Prozent). Die prognostizierte Inflationsrate liegt für 2016 bei voraussichtlich  1,8 Prozent (abschließende Daten noch nicht verfügbar). Das Wirtschaftswachstum in den VAE hat sich verlangsamt. Die Staatseinnahmen sind infolge des niedrigen Ölpreises deutlich zurückgegangen und das Investitionsklima hat sich eingetrübt. Hohe finanzielle Reserven, insbesondere des Emirates Abu Dhabi, puffern derzeit den niedrigen Erdölpreis ab. Durch Einsparungen und Diversifikation der Einnahmenbasis versucht die Regierung, die finanziellen Verluste zu begrenzen. 2015 wurde erstmals die Subventionierung für Strom- und Wasser deutlich reduziert und von Benzin vollständig abgeschafft. 2016 kam die Ankündigung einer Umsatzsteuer in Höhe von 5 Prozent ab 2018 hinzu.

Das Wirtschaftswachstum wird auch in 2017 voraussichtlich aus dem Nicht-Ölsektor resultieren. Das Emirat Dubai zeigt sich investitionsfreudig und kündigt stetig Projekte an, von denen viele noch bis zur Expo 2020 fertiggestellt werden sollen.

Um die Wirtschaft langfristig von den Öl-Einnahmen unabhängig zu machen, verfolgen die VAE einen ambitionierten Kurs wirtschaftlicher Diversifizierung: Schlüsselsektoren sind Logistik, Handel (v.a. Re-Exporte), Veranstaltung von Messen, Tourismus und Finanzdienstleistungen (insb. Dubai), aber auch energie- und kapitalintensiver Industriezweige (Stahl, Aluminium, Petrochemie) und Hochtechnologie (Mikrochipproduktion, Erneuerbare Energien). Eine große Bedeutung kommt auch der Luftfahrt zu, die in den VAE schon für knapp ein Fünftel der Wirtschaftsleistung verantwortlich ist. Dubai, aber mittlerweile auch Abu Dhabi, haben sich aufgrund ihrer guten geographischen Lage und günstiger Strukturvoraussetzungen als Drehkreuze des internationalen Luftverkehrs etablieren können und wachsen weiter.

Als Teil eines diversifizierten Energiemix und zur Deckung eines mit rund 8 Prozent pro Jahr schnell steigenden Stromverbrauchs setzt insbesondere das Emirat Abu Dhabi – neben herkömmlichen gasbetriebenen Kraftwerken und ab 2017 auch Atomkraftwerken – auch auf erneuerbare Energien, hauptsächlich Solarenergie: Bis 2020 sollen der ökologische Fußabdruck erheblich vermindert und mindestens 7 Prozent der Stromversorgung aus erneuerbaren Energien stammen. Die Entwicklung eines privaten Marktes für erneuerbare Energien wurde bisher allerdings durch mangende rechtliche Rahmenbedingungen für die Einspeisung von Solarstrom für Unternehmen und/oder Privatpersonen verhindert. Hier zeichnet sich – zumindest im Emirat Dubai – ein Umdenken ab. Abu Dhabi ist Sitz der 2011 gegründeten International Renewable Energy Agency (IRENA).

Die VAE haben im Juni 2017, gemeinsam mit fünf anderen arabischen Staaten, die diplomatischen und wirtschaftlichen Beziehungen zu Katar abgebrochen. Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Katar-Krise auf die VAE und die gesamte Golfregion sind derzeit noch nicht abzusehen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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