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Venezuela

Kultur und Bildung

Stand: März 2017

Bildung

Das Hochschulsystem Venezuelas besteht im Wesentlichen aus drei Bereichen: Große staatliche Hochschulen mit weitgehender Autonomie, darunter die Zentraluniversität UCV, die Universidad Simón Bolívar und die Universidad de Los Andes in Mérida. Daneben bestehen private Universitäten, oft in konfessioneller Trägerschaft der katholischen Kirche, wie etwa die katholische Universität "Andrés Bello" (UCAB) in Caracas. Die dritte Gruppe sind nicht-autonome staatliche Universitäten, die in den letzten Jahren einen sprunghaften Anstieg der Studentenzahlen verzeichnen konnten. Grund dafür sind die 'bolivarischen' Universitäten, die der ehemalige Staatspräsident Hugo Chávez ins Leben rief, um den Hochschulzugang für Personen aus ärmeren Bevölkerungsschichten zu ermöglichen. Kritiker der Regierung beanstanden, dass diese neuen Universitäten mit ihren großzügigen Zugangskriterien grundlegende Qualitätsstandards verfehlen und so den Hochschulabschluss entwerten. Das gesamte staatliche Hochschulsystem gilt als unterfinanziert, insbesondere die Dozentengehälter sind im internationalen Vergleich sehr niedrig.

In Venezuela gilt die Schulpflicht von neun Jahren. Ziel der Regierung ist es, allen schulpflichtigen Kindern den Schulbesuch auch tatsächlich zu ermöglichen – hier wurden seit der Jahrtausendwende auch quantitative Erfolge erzielt. Kritiker sehen jedoch gerade im öffentlichen Bildungswesen Qualitätsmängel und beklagen die Ideologisierung von Lehrplänen und Schulbüchern.

Zu den staatlichen Sozialprogrammen (Misiones) im Bildungsbereich gehört die Misión Robinson, die vor allem der Alphabetisierung von Erwachsenen dient, sowie die Misión Ribas und die Misión Sucre, die Erwachsenen ohne Schulausbildung die Grund- und Mittelschulbildung ermöglichen soll. Die Kurse sind kostenfrei, Kursteilnehmer erhalten ein Stipendium.


Kultur

Die venezolanische Kulturpolitik setzt auf großzügige Subventionen. Dadurch besteht ein breites und günstiges bis kostenloses Angebot. Über die Grenzen Venezuelas bekannt ist das Netzwerk der venezolanischen Kinder- und Jugendorchester (Fundación Musical Simón Bolívar), eine wegweisenden Einrichtung, die man in Venezuela nur als "El Sistema" bezeichnet. Es ist das Lebenswerk von José Antonio Abreu, der Mitte der 1970er Jahre die musikalische Erziehung mit dem Ziel begann, Kindern aus sozial schwachen Familien durch die Musik Würde, Selbstvertrauen und ein Leben jenseits von Gewalt und Drogen zu bieten. In den vierzig Jahren seit seiner Gründung entstand ein Netzwerk, das nicht nur für fast 350.000 Kindern sinnstiftend wirkt, sondern mit dem Orquesta Sinfónica Nacional de la Juventud Venezolana Simón Bolívar auch ein mittlerweile weltbekanntes Orchester hervorgebracht hat. José Antonio Abreu wurde für sein Lebenswerk mit zahlreichen Preisen gewürdigt, unter anderem erhielt er im Oktober 2011 den Echo Klassik-Sonderpreis der deutschen Phono-Akademie für sein soziales Engagement. Im Jahr 2012 war er für den Friedensnobelpreis nominiert.

Die Hauptstadt Caracas ist zugleich das kulturelle Zentrum des Landes mit einer Reihe von Kultureinrichtungen, darunter Museen, Theater und Konzerthallen. Neben Caracas gilt Barquisimeto, Hauptstadt des Regionalstaates Lara, als Musikmetropole des Landes.

Deutschland ist mit einem Goethe-Institut in Caracas vertreten. Mit dem "Colegio Humboldt" fördert Deutschland eine bi-kulturelle Begegnungsschule, an der neben dem venezolanischen Bachillerato auch ein vollwertiges deutsches Abitur abgelegt werden kann. Im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH) wird außerdem der Deutschunterricht an zwei Schulen in Valencia und Maracaibo unterstützt. Seit Februar 2017 bietet das private Colegio Washington in Caracas Deutsch als dritte Fremdsprache an. Grundsätzlich mangelt es im Land aber an Deutschlehrern, so dass die Nachfrage nach Deutschunterricht nicht gedeckt werden kann. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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