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Usbekistan

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2016

Politik

Usbekistan sieht in Deutschland seinen wichtigsten Partner in der EU. Die Zusammenarbeit erstreckt sich auf eine Vielzahl gesellschaftlicher Bereiche. Im Dialog mit Usbekistan werden neben den seit Jahren schwierigen Rahmenbedingungen für Handel und Investitionen auch Menschenrechtsfragen thematisiert.

Deutschland unterstützt die Bereitschaft des Landes zur regionalen Zusammenarbeit und tritt Usbekistan gegenüber für die Fortsetzung eines kritischen Dialogs mit dem Ziel weiterer demokratischer Reformen und einer Verbesserung der Menschenrechtslage ein.

Von 2002 bis 2015 nutzte die Bundeswehr den Lufttransportstützpunkt im südusbekischen Termez für ihren Einsatz im benachbarten Afghanistan.


Wirtschaft

Als Lieferland belegte Deutschland 2015 Platz 6 unter den Handelspartnern des Landes mit einem Anteil von 2, 1% am gesamten Außenhandel – nach China (19,9%), Russland(17,5%), Kasachstan (12,0%), Südkorea ( 6,8%) und der Türkei (4,7%) (Quelle: Usbekische Statistik 2015 stat.uz). Wichtigste deutsche Exportgüter sind Maschinen, Kfz und Kfz-Teile sowie Arzneimittel. Das bilaterale Handelsvolumen im Jahr 2015 betrug 439,7 Mio. EUR (Quelle: Statistisches Bundesamt).

Das Interesse deutscher Firmen in Usbekistan konzentriert sich vorwiegend auf den Handel, weniger auf den Investitionsbereich. Die usbekische Regierung bemüht sich um Verbesserung des Investitionsklimas, massive Probleme (Konvertierungsfrage, Bürokratie, mangelnde Rechtssicherheit, Lokalisierungsanforderungen) bestehen aber fort. Im Jahr 2003 führte Usbekistan zwar die freie Konvertierbarkeit der usbekischen Währung ein, dennoch können in Usbekistan erwirtschaftete Gewinne nur mit Verzögerungen in Fremdwährungen umgetauscht werden. Eine Reihe von Handelshemmnissen verhindern, dass das Potenzial der Handelsmöglichkeiten mit Usbekistan voll genutzt wird. Namhafte Investoren sind MAN, Knauf oder Claas. Es gibt aktuell insgesamt 79 deutsche Firmenvertretungen in Usbekistan, davon allerdings nur wenige mit entsandten deutschen Vertretern.


Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung versteht die deutsch-usbekische Entwicklungszusammenarbeit als Unterstützung bei der Umsetzung der sozialen und wirtschaftlichen Menschenrechte sowohl in Usbekistan als auch in der Region Zentralasien. Einen Schwerpunkt der Projektarbeit deutscher Durchführungsorganisationen in Usbekistan bildet die Unterstützung des usbekischen Gesundheitssektors mit dem Ziel, den Gesundheitszustand der Bevölkerung zu verbessern. Das Augenmerk liegt unter Anderem auf der Mutter-Kind-Versorgung und der Tuberkulosebekämpfung. Insgesamt hat die Bundesregierung seit 1992 über 320 Mio. Euro für Entwicklungsprojekte der Technischen und Finanziellen Zusammenarbeit mit Usbekistan aufgebracht.


Kultur und Bildung

Maßgeblich für die kulturelle Zusammenarbeit ist das 1993 unterzeichnete Kulturabkommen (in Kraft seit 2002). Deutsche Kulturmittler-Organisationen (ZfA - Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, Goethe-Institut) sowie Stiftungen sind in Usbekistan tätig.

Es bestehen intensive Kontakte im Hochschulbereich, so etwa drei germanistische Institutspartnerschaften und ein Doppelstudiengang im Bereich Denkmalpflege. Im Rahmen der Initiative des Auswärtigen Amts 'Schulen: Partner der Zukunft' werden sieben Schulen und Lyzeen mit vertieftem Deutschunterricht von der ZfA gefördert; mit 13 weiteren Schulen und Lyzeen arbeitet das Goethe-Institut zusammen. Das Goethe-Institut unterstützt auch je einen Deutschen Lesesaal in Taschkent und Samarkand sowie ein Angebot an Informationsmaterialien in Fergana. Nach den Sprachkursen besteht große Nachfrage. Weltweit steht Usbekistan hinsichtlich der absoluten Zahlen der Deutschlerner an fünfter Stelle.

In den letzten Jahren war ein reger Austausch zwischen deutschen und usbekischen Künstlern zu verzeichnen. Projekte der Deutschen Botschaft und deutscher Organisationen werden verstärkt in den Regionen durchgeführt, wie Konzerte und Meisterklassen mit deutschen Künstlern, Workshops im Theaterbereich und Sportveranstaltungen.

Mit dem Kulturerhalt-Programm des Auswärtigen Amts ist die Bundesregierung in besonderem Maße an der Bewahrung des einzigartigen architektonischen Erbes in Usbekistan beteiligt. Projekte wurden bisher unter anderem am Kuppelbau der Medresse Tilla Kari in Samarkand, in der Gräberstadt Shah-i-Sinda, am Mausoleum Ischrat-Khane in Samarkand, an der Medresse Abdulasis Khan in Buchara, im Museum für Kunstgeschichte mit der Digitalisierung von 5000 alten Glasnegativen und in der Akademie der Wissenschaft in Nukus zur Konservierung alter Handschriften durchgeführt.


Entwicklungs­zusammenarbeit

Usbekistan ist Kooperationsland der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
Die Zusammenarbeit konzentriert sich auf die beiden Schwerpunkte Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung und Gesundheit. Zudem ist Usbekistan in Regionalvorhaben eingebunden, die regionale Zusammenarbeit auf wirtschaftlichem Gebiet, in der Berufsbildung, im Mikrofinanzsektor und im Umweltbereich stärken und damit auch Krisen gezielt vorbeugen.
Mehr dazu beim Bundesministerium für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung:

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