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USA Vereinigte Staaten

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2012

Kultur- und Bildungspolitik

Der deutsche Begriff der auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik lässt sich nicht ohne weiteres auf die Politik der USA übertragen. Der deutsche „Kulturstaatsgedanke“ ist der amerikanischen Gesellschaft fremd. Kulturförderung ist in erster Linie eine Aufgabe der Gesellschaft, nicht Staatsaufgabe. Ohne großzügiges Mäzenatentum sind Kulturförderung und Bildung nicht denkbar. So beträgt der staatliche Anteil an den gesamten Kulturausgaben nur rund 13%. Private Spender finanzieren 43% und die Kulturbetriebe erwirtschaften selbst die verbleibenden 44%. Im Haushaltsentwurf 2013 sind $985 Mio. für Kunst- und Kulturprogramme vorgesehen. Darunter fällt auch die Förderung von öffentlichen Bibliotheken und Rundfunkanstalten. Das private Spendenaufkommen in diesem Bereich beläuft sich auf ein Vielfaches dieses Betrages. Er erhöhte sich 2010 um 8% auf $13,28 Mrd.

Schulen

Die Zuständigkeit für das Schulwesen liegt bei den Bundesstaaten und ihren etwa 15.000 Schuldistrikten. Die Schuldistrikte fördern die öffentlichen Schulen in erster Linie aus dem Grundsteueraufkommen. Diese Finanzierung ist die Ursache für große Unterschiede in den jeweils verfügbaren öffentlichen Mitteln. Reiche Schuldistrikte haben dadurch meist eine bessere Ausgangssituation im Bildungswettbewerb. Präsident Obama hat die Bildungspolitik zu einem seiner vordringlichen Ziele erklärt. Allerdings kann die Bundesebene mangels eigener Zuständigkeit im Bildungswesen nur auf Anreize und Belohnungen setzen, um ihren Vorstellungen in diesem Bereich Geltung zu verschaffen. Im Haushaltsentwurf 2012/2013 sind für das Bildungsministerium knapp $70 Mrd. für diskretionäre Maßnahmen vorgesehen, 2,5% mehr als im laufenden Haushalt..

Das häufig als unbefriedigend empfundene Leistungsniveau von Schülern an öffentlichen Schulen hat dazu geführt, dass alternative Schulformen wie z.B. Hausunterricht ("home schooling") und sog. "Charter Schools" (Schulen, die von Eltern oder Lehrern gegründet werden, öffentliche Mittel erhalten, aber in der Gestaltung ihres Curriculums unabhängig sind) weiterhin beliebt sind. Der Kongress hat auf Initiative von Präsident George W. Bush Ende 2001 ein Bildungsgesetz verabschiedet, das die Einführung jährlicher Tests in Lesen und Schreiben an den Schulen vorschreibt („No Child Left Behind Act“, NCLB). Die Pläne, NCLB weiter zu entwickeln, konnten im letzten Kongress nicht beraten werden und fielen der Diskontinuität zum Opfer. Es scheint unwahrscheinlich, dass vor den nächsten Wahlen ein neuer Versuch gestartet wird, mehr Flexibilität, mehr Ressourcen und mehr Verantwortung in der Schulpolitik durchzusetzen. Ende September 2011 hat Präsident Obama per Dekret verfügt, dass Schulen um eine flexible Anwendung der NCBL Standards bitten können.

Im „American Jobs Act“, im September dem Kongress vorgestellt, sind $30 Mrd. für bildungsbezogene Ausgaben vorgesehen.

Deutsch wird an den öffentlichen Schulen von rund 400.000 Schülerinnen und Schülern gelernt. Seit 2008 gibt es bei den Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz (DSD) einen deutlichen Anstieg. 2011 wurden US-weit über 1100 Prüfungen von den ZfA-Fachberater/innen abgenommen. Die mangelnde Finanzausstattung des NCLB und die zunehmende Fokussierung der Public-Diplomacy-Anstrengungen der USA auf Süd- und Ostasien sowie den Nahen und Mittleren Osten setzen die Deutschprogramme an den Schulen jedoch unter Druck. Davon profitieren bedingt die sogenannten "Samstagsschulen", die Deutschunterricht anbieten, und die deutsch-englischsprachigen Immersionsschulen, an denen etwa 2.000 Kinder Deutsch lernen, mit steigender Tendenz. Für das Haushaltsjahr 2012 sind für den Bereich Schule Mittel in Höhe von $125,88 Mio. für Internationale und Fremdsprachenprogramme angesetzt.

Die Partnerschulinitiative (PASCH), für die vom Deutschen Bundestag im Jahr 2009 54 Mio. Euro zur Verfügung gestellt wurden, ist mit derzeit 83 Schulen US-weit ein wichtiges und erfolgreiches Mittel zur Förderung von Deutsch als Fremdsprache.

Hochschulen

Universitäten verfügen über eine weitgehende Autonomie. Die über 4.000 privaten und staatlichen Universitäten und Colleges bieten ein breitgefächertes Studienangebot aller akademischen Richtungen. Die Zahl der deutschen Studierenden in den USA ist 2010/2011 um 0,9% auf 9.458 zurückgegangen. Die Zahl der US-Studenten in Deutschland stieg um 2,7% auf 8.551.

Im Hochschulbereich ist Deutsch nach Spanisch und Französisch die am dritthäufigsten gelehrte Sprache (ca. 96.349 Studierende). Die Nachfrage ist 2006 im Vergleich zu 2002 um 3,5% gestiegen. Erhebliche Zuwächse verzeichneten Arabisch (+126,5%), Chinesisch (+51%), Koreanisch (+37,1%), Japanisch (+27,5%), gefolgt von Italienisch (22,6%) und Portugiesisch (+22,4%).



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Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.