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Beziehungen zwischen Uruguay und Deutschland
Stand: März 2012
Allgemeines / Politische Beziehungen
Uruguay und Deutschland pflegen traditionell sehr gute Beziehungen. Der Bundesminister des Auswärtigen, Dr. Guido Westerwelle, besuchte Uruguay am 9. März 2010.
Vom 15. bis 19. Oktober 2011 war der uruguayische Präsident Mujica auf Staatsbesuch in Deutschland. Er traf in Berlin die Bundeskanzlerin und den Bundespräsidenten. Außerdem war er Ehrengast des Lateinamerikatages der Deutschen Wirtschaft in Hamburg.
In Uruguay leben derzeit einschließlich der Doppelstaatler etwa 10.000 Deutsche; hinzu kommen etwa 40.000 Deutschstämmige. Im Verhältnis zur Größe des Landes ist dies ein ungewöhnlich hoher Anteil.
Deutsche Einwanderer haben seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wichtige Beiträge zur Entwicklung Uruguays geleistet. Ab 1935 bot Uruguay deutschsprachigen Juden Zuflucht. Nach dem Zweiten Weltkrieg wanderten deutsche Mennonitengemeinden nach Uruguay aus.
Führende Kräfte der uruguayischen Gesellschaft verfügen über gute Deutschland-Kenntnisse. Deutschland wird zugleich als wichtiger Teil der Europäischen Union wahrgenommen.
Deutschland verfügt in Uruguay neben der Botschaft mit einem Goethe-Institut, Büros der Friedrich-Ebert und der Konrad-Adenauer-Stiftung, einer Außenhandelskammer sowie einer Deutschen Schule über eine gute Präsenz, was den bilateralen Beziehungen zusätzliche Substanz verleiht.
Wirtschaftliche Beziehungen
Deutschland war 2010 größter Importeur uruguayischer Waren innerhalb Europas und steht nach Brasilien, China, Argentinien, Russland und Venezuela auf Platz 6 der wichtigsten Abnehmerländer Uruguays. Gem. Statistischen Bundesamt importierte Deutschland 2011 uruguayische Güter im Wert von 443 Millionen EUR. Gleichzeitig steigerte Uruguay seine Importe aus Deutschland auf 279 Millionen EUR. Dies ergab 2010 ein Handelsbilanzdefizit Deutschlands mit Uruguay von -164,1 Millionen EUR.
Die deutschen Direktinvestitionen in Uruguay erhöhten sich lt. Germany Trade & Invest 2010 auf 112 Mio. Euro.
Aktuell sind 29 deutsche Unternehmen in Uruguay aktiv. Zwei mittelständische deutsche Unternehmen produzieren in Uruguay im Bereich der Lederverarbeitung, ein deutsches pharmazeutisches Unternehmen und eine Reederei sind mit eigener Produktion bzw. Niederlassung vor Ort vertreten. In der Regelversorgen deutsche Firmen den uruguayischen Markt durch lokale Repräsentanten/Partner, oder durch Vertriebsstellen in einem Drittland, sei es von ihren Produktionsstätten in Brasilien und Argentinien aus oder von außerhalb des Mercosur.
In Montevideo besteht seit über 90 Jahren eine Deutsch-Uruguayische Handelskammer mit 439 Mitgliedern, davon 51 im Ausland - auch Deutschland - ansässig. Sie ist der regionalen Kammer in Buenos Aires zugeordnet.Bilaterale Verträge im Wirtschaftsbereich:
- Handelsvertrag vom 18.04.1953 (Meistbegünstigung)
- Rahmenabkommen über technische Zusammenarbeit vom 31.03.1971
- Investitionsförderungsvertrag vom 04.05.1987, in Kraft am 18.06.1990
- Doppelbesteuerungsabkommen vom 09.03.2010, in Kraft seit 28.12.2011 (Anwendung gemäß Artikel 31, Absatz 2 ab dem 1.1.2012).
Nach dem Deutschland-Besuch des damaligen Präsidenten Vázquez wurde 2005 eine Partnerschaft zwischen den Häfen Hamburg und Montevideo vereinbart.
Deutsche kulturelle Präsenz in Uruguay
In Uruguay besteht ein Goethe-Institut mit profiliertem Veranstaltungsprogramm und Deutschkursen.
Die Deutsche Schule Montevideo, eine deutsche Begegnungsschule, konnte im Jahr 2007 ihr 150-jähriges Bestehen feiern und wird heute von rund 1.500 Schülern (einschließlich Kindergarten) besucht. Neben der uruguayischen Hochschulreife wurde modellhaft eine gemeinsame Hochschulreifeprüfung nach Abschluss der 12. Klasse eingeführt, die zum Hochschulzugang in beiden Ländern berechtigt. Wichtige Faktoren in den kulturellen Beziehungen sind darüber hinaus Konzerte deutscher Orchester und Musiker; kleine deutschsprachige Schulen der Mennoniten im Landesinnern und deutsche Klubs. Ein Kulturabkommen ist seit 08.05.1989 in Kraft.
Politische Stiftungen
Von den politischen Stiftungen sind die Friedrich-Ebert-Stiftung und die Konrad-Adenauer-Stiftung in Montevideo vertreten, wobei vorwiegend regional ausgerichtete Programme durchgeführt werden. Weitere Stiftungen (Friedrich-Naumann-Stiftung, Heinrich-Böll-Stiftung und seit 2000 auch die Rosa-Luxemburg-Stiftung) unterstützen verschiedene Projekte, ohne vor Ort vertreten zu sein.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
