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Uganda

Wirtschaftspolitik

Stand: August 2017

Grundlinien der Wirtschaftspolitik

Seit Anfang der 1990er Jahre hat Uganda, dank enger Abstimmung mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds (IWF) und bilateralen Gebern, durch eine solide gesamtwirtschaftliche Steuerung eine deutliche Verbesserung der wirtschaftlichen und sozialen Lage erzielt. Die in Abstimmung mit den Gebern verfolgte Armutsbekämpfungsstrategie zeigt Erfolge; die Armutsrate wurde erheblich reduziert: Sie fiel von 56 Prozent (1992) auf unter 20 Prozent im Jahr 2015. Auf der Grundlage internationaler Standards liegt die Armutsquote bei ca. 35 Prozent (Weltbank Poverty Assessment 2016).

Im gleichen Zeitraum stieg allerdings die Ungleichverteilung von Vermögen innerhalb Ugandas an. Auch liegt die Armutsrate im Norden und Nordosten deutlich über jener des Südwestens und diese wiederum deutlich über jener der Hauptstadt.

IWF, Weltbank und bilaterale Geber honorieren die entwicklungspolitischen Bemühungen Ugandas durch umfangreiche Neuzusagen, um das Land bei der Armutsbekämpfung zu unterstützen. Korruption bleibt jedoch ein Hindernis auf dem Weg zu mehr Wohlstand.

Wichtigste Geber sind multilateral die Weltbank, Europäische Union und Afrikanische Entwicklungsbank sowie bilateral USA, Großbritannien, Dänemark, Schweden, Niederlande, Norwegen, Irland, Japan und Deutschland.

Wirtschaftliche Lage

Uganda verzeichnete in den letzten 20 Jahren ein jährliches Wirtschaftswachstum zwischen 5 und 10 Prozent. Im Jahr 2016 betrug das Wachstum 4,8 Prozent. Die Wachstumsrate ist zudem vor dem Hintergrund eines anhaltend hohen Bevölkerungswachstums zu sehen, das sich wegen des Fehlens einer aktiven Bevölkerungspolitik auch in den kommenden Jahren fortsetzen wird. Das Prokopfeinkommen sinkt deshalb derzeit. Der Anstieg der Inflation hat sich seit 2014 beschleunigt und lag im März 2017 bei 6,7 Prozent (auf Jahresbasis). Der Staatshaushalt ist zu rund 20 Prozent geberabhängig. Die öffentliche Verschuldungsquote liegt derzeit bei 38 Prozent des BSP. Diese wird sich aber voraussichtlich durch Umschuldungen im nächsten Jahr auf über 50 Prozent erhöhen.

Wirtschaftssektoren

Rund 80 Prozent der Bevölkerung sind in der Landwirtschaft tätig. Da es sich vorwiegend um Subsistenzwirtschaft handelt, beträgt der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt jedoch nur rund 25 Prozent. Durch die anhaltende Dürre und strukturelle Probleme schrumpfte der Landwirtschaftssektor nach Jahren eines durchschnittlichen Wachstums von 2,8 Prozent 2016 erstmals.

Knapp über die Hälfte des Bruttoinlandsprodukts wird im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. Zweitgrößter Sektor ist das verarbeitende Gewerbe mit gut 26 Prozent. Die Landwirtschaft ist der größte Devisenbringer des Landes. Die informelle Wirtschaft, die den größten Sektor darstellt, bleibt in dieser Statistik unberücksichtigt.

Besondere Bedeutung für die Wirtschaft haben Erdöl-Funde entlang des Albert-Grabens. Deren Förderung könnte sich positiv auf die Reduzierung der hohen Staatsverschuldung und die Binnenwirtschaft auswirken. Aufgrund des aktuellen niedrigen Weltmarktpreises für Öl und der noch nicht vorhandenen Infrastruktur zum Export von Rohöl – im März 2016 fiel die Entscheidung zugunsten des Baus einer Pipeline durch Tansania - ist mit dem Beginn der kommerziellen Förderung realistisch nicht vor 2022 zu rechnen.

Uganda ist zudem aktiv um Ausweitung des Außenhandels und die Einwerbung ausländischer Investitionen bemüht. Im Mittelpunkt steht dabei eine Verstärkung der Handelsbeziehungen innerhalb der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC). Uganda tritt in diesem Zusammenhang aktiv für die Abschaffung von Zollschranken ein.

Außenhandel

Bei den Ausfuhrprodukten steht Kaffee (überwiegend Robusta) an erster Stelle, erstmals gefolgt von Gold und anderen landwirtschaftlichen Produkten wie Fisch, Blumenstecklinge, Tabak, Tee, Baumwolle sowie Obst und Gemüse.

2015 exportierte Uganda Waren im Wert von 2,3 Milliarden US-Dollar. Wichtigster Handelspartner mit einem Anteil von etwa 50 Prozent sind die COMESA-Staaten, gefolgt von der EU mit circa 20 Prozent.

Der Wert der Importe betrug im Jahr 2015 rund 5,5 Milliarden US-Dollar, davon über 40 Prozent aus Asien (vor allem China, Indien), 15 Prozent aus der EU und 14 Prozent aus COMESA-Staaten. Importe aus Asien, besonders aus der Volksrepublik China, sind in den vergangenen Jahren besonders stark gestiegen.

Innerhalb der EU ist Deutschland ein bedeutender Handelspartner mit einem Volumen von über 186 Millionen Euro (2016).

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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