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Uganda

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2012

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zur Regierung Museveni sind vertrauensvoll und konstruktiv.

Das Deutschlandbild in Uganda ist positiv. Deutschlands Engagement im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen, gegenseitige Besuche der beiden Staatsoberhäupter sowie andere hochrangige Besucher haben bewirkt, dass Deutschland in Uganda deutlicher wahrgenommen wird. Im Februar 2008 kam Bundespräsident Horst Köhler zu einem Staatsbesuch nach Uganda, im Juli 2010 reiste Bundesaußenminister Westerwelle zu einem Besuch nach Kampala. Ende März 2012 besuchten Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert und Abgeordnete des Deutschen Bundestages Uganda, um an der 126. Inter Parliamentary Union, ausgerichtet von Uganda, teilzunehmen.


Wirtschaftsbeziehungen

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind in einer Reihe von Abkommen und Protokollen geregelt (Investitionsschutz, Finanzielle und Technische Zusammenarbeit).

Deutschland ist von den EU-Staaten der wichtigste Handelspartner Ugandas (Handelsvolumen 2010: 180 Mio. Euro), gefolgt von den Niederlanden und Belgien. Der Handel mit Uganda weist einen Überschuss von 20 Mio. Euro zugunsten Deutschlands auf.

Wichtigste Exportprodukte sind Kaffee, Fisch, in geringerem Umfang auch andere landwirtschaftliche Produkte, Kobalt und einfache technische Produkte.

Uganda importiert aus Deutschland vor allem Maschinen und chemische Erzeugnisse.


Entwicklungs- und humanitäre Zusammenarbeit

Seit Wiederaufnahme 1986 beläuft sich die bilaterale staatliche Entwicklungszusammenarbeit auf über 640 Millionen Euro. Bei den ugandisch-deutschen Regierungsverhandlungen im Mai 2010 wurde eine Neuzusage von 120 Millionen Euro für einen Zeitraum von drei Jahren vereinbart; das entspricht einer Steigerung im Vergleich zur vorherigen Zusageperiode um rund 58 Prozent.

Die ugandisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit fokussiert auf die Schwerpunkte Wasserver- und Abwasserentsorgung, Finanzsystementwicklung und Förderung von erneuerbaren Energien und Energieeffizienz.

Durch die Vergabe von Budgethilfe unterstützt Deutschland die Umsetzung des ugandischen Nationalen Entwicklungsplans. Geplant sind insgesamt bis zu 24 Millionen Euro für die Jahre 2010 bis 2012. Zusätzlich wurden flankierende Maßnahmen zur Stärkung des öffentlichen Finanzmanagements und zur Steigerung von Eigeneinnahmen (Stärkung der ugandischen Steuerbehörde) vereinbart.

Die Bundesregierung zielt dabei vor allem auf die Entwicklung des Nordens mit Beratungs- und Friedensfördermaßnahmen und richtet Investitionsvorhaben auf diese Region aus. Bei den Regierungsverhandlungen 2010 wurde zudem ein Neuvorhaben zur Stärkung der Menschenrechte vereinbart. Zusätzlich werden Maßnahmen im Bereich der entwicklungsorientierten Not- und Flüchtlingshilfe in Karamoja durchgeführt.

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit wird von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW, Finanzielle Zusammenarbeit), der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und dem Centrum für Internationale Migration und Entwicklung (CIM) durchgeführt. Daneben unterstützt die Bundesregierung die engagierte Arbeit politischer Stiftungen (Friedrich Ebert- und Konrad Adenauer- Stiftung mit Büros vor Ort), der Kirchen sowie zahlreicher deutscher Nichtregierungsorganisationen.


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Uganda vertiefen sich zusehends. Die seit 1989 bestehende Ugandan German Cultural Society (UGCS), zwischenzeitlich mit dem Status eines Goethe-Zentrums versehen, konnte seine Aktivitäten durch eine engere Anbindung an die Struktur des Goethe-Instituts weiter ausbauen. Sehr gut gestaltet sich zudem die Zusammenarbeit mit der Alliance Française, die durch die Unterbringung im selben Gebäude gefördert wird. Die beiden Kulturinstitutionen organisieren gemeinsam Ausstellungen, Workshops, Veranstaltungen und manchen Künstleraustausch.

Derzeit lernen mehrere Tausend Schüler an ugandischen Schulen Deutsch. Eine Schule wird als Partner-Schule, sogenannte PASCH-Schule, besonders vom Goethe-Institut gefördert. Das Goethe-Zentrum Kampala GZK bzw. die Ugandan German Cultural Society UGCS verbesserten zudem die Qualität der Spracharbeit. Das GZK ist als anerkanntes Institut für die Abnahme der Sprachprüfungen gemäß den Vorgaben des Goethe-Instituts akkreditiert. Zusätzlich zu den traditionellen Deutschkursen verbessern neue Konzepte zur Sprachausbildung die Attraktivität von „Deutsch als Fremdsprache“. Ausgearbeitet wurden Angebote, die speziell auf die Bedürfnisse von Firmen oder besonderen Berufsgruppen zugeschnitten wurden (u.a. Hotel- und Gastronomie). Die Sprachabteilung des GZK geht aktiv auf Schulen mit dem Ziel zu, dort Deutschunterricht anzubieten und zu organisieren. Damit könnte langfristige die Anzahl der Schulen, die Deutschunterricht anbieten, wieder erhöht werden.

Allein die Zahl der DAAD-Alumni übersteigt 10.000 Ex-Stipendiaten. Dazu kommt eine kaum niedrigere Zahl von Ugandern, die von (ehemals) InWEnt (jetzt GIZ) gefördert wurden. Das Interesse an einem Studium in Deutschland ist weiter hoch. Hier gilt es jedoch zu berücksichtigen, dass vermehrt englischsprachige Studiengänge belegt werden und die Zahl der Germanistik-Studenten rückläufig ist. An der Makerere-Universität ist eine DAAD-Lektorin tätig.

Im Juli 2009 ist mit dem ugandischen Erziehungs-und Sportministerium ein Abkommen zur Entsendung eines Langzeitexperten unterzeichnet worden. Der entsandte Langzeitexperte des Deutschen Olympischen Sportbundes soll bis zu vier Jahre die ugandische Leichtathletik insbesondere durch Ausbildung von Sportlehrern fördern und unterstützen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.