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Togo

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2012

Beziehungen zu Deutschland

Die Beziehungen zu Togo sind von der deutschen Kolonialzeit („Musterkolonie“ 1884-1914) geprägt, die im öffentlichen togoischen Bewusstsein als überwiegend positiv in Erinnerung geblieben ist. Deutschland genießt in allen Bereichen einen sehr guten Ruf und wird als privilegierter Partner behandelt.

Nachdem sich die Beziehungen  Anfang der 1990-er Jahre aufgrund der innenpolitischen Entwicklung in Togo abgekühlt hatten, haben sie sich nach den politischen und wirtschaftspolitischen Reformen der letzten Jahre wieder erheblich verbessert. Der hochrangige Besucherverkehr hat sich positiv entwickelt. Bundesaußenminister Steinmeier hat Togo 2008 besucht, der togoische Präsident Faure Essozimna Gnassigbé hat 2009, der togische Premierminister Gilbert Houngbo 2011 Deutschland besucht. Die Bundesregierung unterstützt den Demokratisierungs-,Versöhnungs-und Reformprozess in Togo. Die gemeinsame Mitgliedschaft im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat zu einer verstärkten politischen Abstimmung geführt. Im Januar 2012 fanden erstmals deutsch-togoische VN-Konsultationen in Berlin statt.

Am 10.2.2012 wurden in Lomé die Abkommen zur Gründung des Westafrikanischen Kompetenzzentrums Klimawandel und angepasste Landnutzung“ (West African Science Service Centre for Climat Change and Adapted Landuse, WASCAL) unterzeichnet. Diese Initiative 10 westafrikanischer Staaten und Deutschlands wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) während der Aufbauphase bis 2015 mit 50 Mio Euro finanziert.


Entwicklungszusammenarbeit

Togo ist eines der ärmsten Länder der Welt und nimmt auf dem Human Development Index 2012 Rang 162 von 187 Staaten ein. 1960 bis 1998 hatte Deutschland Togo insgesamt rund 630 Millionen Euro Entwicklungshilfe zugesagt. Wichtigste Projekte waren der Bau des Tiefseehafen Lomé 1967. Infolge der unbefriedigenden innenpolitischen Situation, besonders auf dem Gebiet der Menschenrechte, wurde die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Togo 1993 ausgesetzt. Aufgrund politischer Verbesserungen hat die Bundesregierung, zusammen mit anderen Gebern, 2008 Restmittel aus früheren Zusagen in Höhe von 25 Millionen Euro wieder freigegeben und weitere 13 Millionen Euro aus sogenannten Regionalmitteln für den Ausbau der Energieversorgung (West African Power Pool, WAPP) und ein Straßenprojekt in Lomé zugesagt. Im Dezember 2011 hat der Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) Niebel die Wiederaufnahme der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit ab 2012 angekündigt.

In Togo betätigen sich deutsche kirchliche Hilfswerke, politische Stiftungen (Hanns-Seidel, Konrad-Adenauer und Friedrich-Ebert), der Senior Experten Service (SES) und der Deutsche Entwicklungsdienst (seit 01.01.2011 Teil der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ). Es gibt eine Vielzahl privater Initiativen im humanitären Bereich.

Seit 1984 hat Deutschland Togo rund 183 Millionen Euro Schulden erlassen. Am 02.12 2009 wurde in Lomé zwischen der Bundesregierung der togoischen Regierung ein weiteres bilaterales Umschuldungsabkommen über den Erlass von Handelsforderungen in Höhe von 9,15 Millionen Euro unterzeichnet. Nachdem der Internationale Währungsfonds und die Weltbank am 14.12.2010 festgestellt hatten, dass Togo den sogenannten „Vollendungspunkt“ erreicht hat, wurden Togo am 17.06.2011 die restlichen Schulden gegenüber Deutschland in Höhe von ca. 19,2 Mio Euro erlassen.

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind geringfügig. Allerdings gibt es seit der Ankündigung der Wiederaufnahme der Entwicklungszusammenarbeit verstärktes Interesse deutscher Unternehmen an Investitionen in Togo. Die togoische Regierung bemüht sich um deutschen Investitionen: im Mai 2011 fand ein Deutsch-togoischer Wirtschaftstag bei der Industrie- und Handelskammer München statt. Dabei wurde ein Abkommen zwischen der togoischen Industrie– und Handelskammer CCIT und dem Afrikaverein unterzeichnet.


Kulturelle Beziehungen

Das Goethe-Institut in Lomé existiert seit 1961 und hat 2011 das 50-jährige Jubiläum seiner Gründung gefeiert. Es führt Kulturprogramme durch, bietet Deutschkurse an, unterhält eine Bibliothek und unterstützt den Deutschunterricht an Schulen und der Universität Lomé.

Deutsch wird nach Französisch und Englisch als 3. Fremdsprache im Gymnasium als Wahlpflichtfach angeboten und ist auch in der Bevölkerung bemerkenswert weit verbreitet. Es gibt etwa 100.000 Togoer, die Deutsch sprechen und etwa 67.000 Schüler, die von ca. 350 Deutschlehrern unterrichtet werden.  Es gibt drei PASCH Schulen. An der Germanistikfakultät der Universität Lomé, an der eine DAAD Lektorin und eine DAAD Assistentin arbeiten, waren im Lehrjahr 2009/2010 insgesamt 1.170 Studenten eingeschrieben.

Es gibt mehrere  Hochschulkooperationen zwischen der Universität in Lomé sowie deutschen Universitäten: Dies sind die Fachhochschule Münster, die Hochschule Zittau/Görlitz, die Universität Bayreuth sowie die Universität Kassel. Im Januar 2012 wurde ein umfassendes Kooperationsabkommen zwischen der Universität Lomé und der Universität Tübingen unterzeichnet.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.