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Außenpolitik
Stand: Februar 2012
Grundlagen der Außenpolitik
Tansanias Außenpolitik wird geprägt durch die gute und pragmatische Zusammenarbeit mit den Staaten der Region sowie den bedeutenden Geberländern und -institutionen. Das Land bemüht sich um eine aktive Rolle in der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC), der Afrikanischen Union (AU) und den Vereinten Nationen.
Beziehungen zu den Nachbarstaaten
Tansania unterhält gute Beziehungen zu seinen acht Nachbarn, wobei insbesondere die anderen EAC-Mitgliedsstaaten (Kenia, Uganda, Ruanda, Burundi) bedeutsam sind. In mehreren Abkommen hat Tansania seine maritimen Grenzen einvernehmlich mit fast allen Nachbarn festgelegt. Die EAC (Sitz des Sekretariats ist Arusha/Tansania) strebt eine zunehmend engere wirtschaftliche und rechtliche Zusammenarbeit bis hin zu einer politischen Föderation der Mitgliedsstaaten an. Eine Zollunion ist seit Anfang 2005 in Kraft, ein gemeinsamer Markt ist im Juli 2010 in Kraft getreten. Zurzeit verhandelt die EAC über eine Währungsunion.
Konflikte in der Region der Großen Seen
Tansania hat in den vergangenen Konflikten in der Region der großen Seen (Kongo, Burundi, Ruanda) traditionell eine mäßigende Rolle eingenommen. Mit der Aufnahme von bis zu einer Million Flüchtlingen aus Burundi, Ruanda und Kongo hat Tansania eine Hauptlast dieser Konflikte zu tragen gehabt. Arusha ist auch Sitz des Afrikanischen Gerichtshofs für Menschenrechte und Rechte der Völker sowie des von den Vereinten Nationen eingerichteten Internationalen Strafgerichtshofs für Ruanda (IStGHR) zur juristischen Aufarbeitung des Genozids von 1994.
Beziehungen zu den wichtigsten Gebern
Von besonderer Bedeutung sind für Tansania die Beziehungen zu Weltbank und Internationalem Währungsfond sowie zu seinen westlichen Gebern. Das sind insbesondere USA, Großbritannien, die skandinavischen Staaten sowie zunehmend die Europäische Union, Japan und Deutschland. Außerhalb der traditionellen Geberstrukturen engagieren sich u.a. Indien und die Volksrepublik China.
Rolle in den Vereinten Nationen und in regionalen Organisationen
Tansania fordert in den Vereinten Nationen eine stärkere Berücksichtigung der Interessen afrikanischer Entwicklungsländer. Dementsprechend unterstützt es die Erweiterung des Sicherheitsrates und tritt auch für einen ständigen deutschen Sitz ein, um die "Gleichheit in der geographischen Repräsentanz" sicherzustellen. Tansania lehnt das Vetorecht der ständigen Sicherheitsratsmitglieder ab. Die Afrikanische Union wird von Tansania als geeignete Institution angesehen, Afrika international Gehör zu verschaffen und zur Lösung innerafrikanischer Konflikte beizutragen. Von Februar 2008 bis Januar 2009 war der tansanische Präsident J. Kikwete AU-Vorsitzender. Seit seiner früheren Rolle als führender "Frontlinienstaat" (Kooperation von Tansania, Botsuana, Mosambik und Sambia ab 1974) ist Tansania in die regionalen Integrationsbemühungen im südlichen Afrika einbezogen. Als Mitglied der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) sowie der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) ist das Land an deren institutioneller Zusammenarbeit mit der EU beteiligt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
