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Syrien

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: Mai 2011

Grundzüge der Kulturpolitik

Das Selbstverständnis Syriens als eine arabische Führungsmacht bestimmte bisher die Kulturpolitik des Landes. In der Anerkennung auch vorislamischer Elemente der Landeskultur sowie in der Akzeptanz und Offenheit gegenüber der klassischen und modernen Kultur des Abendlandes zeigt sich die säkulare Ausrichtung der seit 1963 regierenden Baath-Partei. Das kulturelle Leben unterliegt zwar grundsätzlich der Zensur, kann sich jedoch trotzdem in einem gewissen Rahmen in Gestalt von Konzerten, Theaterproduktionen, Kunstgalerien und literarischen Veranstaltungen entfalten. Die Programme der westlichen Kulturinstitute erfreuen sich einer regen Nachfrage. Aufgrund der Sicherheitslage sind das Goethe-Institut Damaskus und die Nebenstelle in Aleppo seit Ende April geschlossen.

Bildungssystem

In Syrien besteht allgemeine Schulpflicht, die für alle Kinder im Alter von 6 bis 15 Jahren gilt (Schulpflicht bis zur 9. Klasse). Die Einschulungsrate im Grundschulbereich liegt bei 99 Prozent (Jungen) bzw. 98 Prozent (Mädchen). Die Analphabetenrate ist auf 17 Prozent gesunken und liegt in der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen bei 5,5 Prozent (Männer: 4 Prozent, Frauen: 7 Prozent).

Das hohe Bevölkerungswachstum und die hohe Präsenz irakischer Flüchtlinge in Syrien stellen eine große Herausforderung für die schulische Infrastruktur in Syrien dar. Staatliche Schulen sind überfüllt, viele Schulen unterrichten im Schichtsystem. Obwohl syrische Schulen irakischen Flüchtlingskindern offenstehen, bleibt die Einschulungsrate innerhalb dieser Gruppe niedrig und die Abbrecherquote hoch.

In Syrien gibt es vier staatliche Universitäten (Damaskus, Aleppo, Homs und Lattakia), an denen über 200.000 syrische (davon knapp 50 Prozent Frauen) und über 8.000 ausländische Studierende (überwiegend aus arabischen Ländern) immatrikuliert sind. 2002 wurde die erste Fernuniversität gegründet.

Seit 2001 ist auch die Gründung privater Universitäten gesetzlich zulässig. Inzwischen gibt es eine Vielzahl privater Universitäten, die zum Teil mit deutschen und anderen europäischen sowie US-amerikanischen Universitäten Kooperationsabkommen geschlossen haben.

Fremdsprachenunterricht

Syrische Schüler lernen verpflichtend die beiden Fremdsprachen Englisch (ab Klasse 1) und  Französisch (ab Klasse 7). Deutsch wird an syrischen Schulen nicht unterrichtet. Eine Ausnahme bildet die französische Privatschule in Damaskus. Deutsche Schulen gibt es in Syrien nicht.

Alle staatlichen Universitäten Syriens verfügen über ein Deutschkursangebot. An der Universität Damaskus gibt es eine eigene Deutschabteilung. Die Nachfrage nach deutschem Sprachunterricht am Goethe-Institut Damaskus und der im Dezember 2010 eröffneten Nebenstelle des Goethe-Instituts in Aleppo steigt ständig.

Medien

Syrische Medien benötigen eine Lizenz des syrischen Informationsministeriums und werden durch die Sicherheitsdienste kontrolliert. In den letzten Jahren hat eine vorsichtige Öffnung der Medienlandschaft stattgefunden. So sind beispielsweise seit 2006 private Medien zugelassen. Seitdem hat sich ein breites Spektrum privater Zeitungen, Zeitschriften und Radiosender entwickelt. Die Presse- und Meinungsfreiheit ist jedoch weiterhin eingeschränkt. Staatliche und private Medien unterliegen der Zensur.

Auch in Syrien erfreut sich das Internet zunehmender Verbreitung. Die Zahl der Internetnutzer bleibt aber noch hinter dem regionalen Durchschnitt zurück. Auch das Internet unterliegt staatlicher Kontrolle, viele Websites sind in Syrien blockiert. Youtube und Facebook sind seit Februar 2011 frei zugänglich. Bereits vorher hatten viele User die Sperrung durch die Nutzung von Proxy-Servern umgangen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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