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Korea Republik Korea, Südkorea

Beziehungen zwischen der Republik Korea und Deutschland

Stand: September 2016

Politik

Mit der Unterzeichnung des deutsch-koreanischen Handels-, Schifffahrts- und Freundschaftsvertrages am 26. November 1883 wurden die bilateralen Beziehungen auf eine offizielle Grundlage gestellt. Nach dem Koreakrieg (1950-1953), der zur Teilung des Landes führte, entwickelten sich die Beziehungen der Bundesrepublik Deutschland zur Republik Korea eng und vertrauensvoll.

Die bilateralen Beziehungen standen zuletzt ganz im Zeichen des 25. Jahrestages der deutschen Einheit bei gleichzeitigem Gedenken an 70 Jahre koreanischer Teilung.  Das zeitliche Zusammenfallen dieser beiden Gedenkjahre rückt die weiter anhaltende Teilung der koreanischen Halbinsel somit besonders stark in den Mittelpunkt der politischen und gesellschaftlichen Aufmerksamkeit.

Deutschland trug in den 60er und 70er Jahren in erheblichem Maß zur Schaffung der Grundlagen des koreanischen Wirtschaftswunders bei. Südkorea entwickelte sich von einem der ärmsten Länder der Welt in den 50er Jahren zur zwölftgrößten Volkswirtschaft und von einem Nehmer- zum Geberland in der Entwicklungshilfe.

Die politischen Erfahrungen mit Blick auf die deutsche Wiedervereinigung (Annäherungspolitik, Wende und anschließender Einigungsprozess) bieten der koreanischen Politik und Wissenschaft Anregungen für den eigenen Weg. 2011 wurde ein hochrangig besetztes bilaterales, jährlich tagendes Expertengremium ins Leben gerufen, um in Kooperation zwischen dem koreanischen Vereinigungsministerium und dem deutschen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Austausch zu den inneren Aspekten der Vereinigung zu vertiefen und zu institutionalisieren. Im Rahmen des Besuchs von Außenminister Steinmeier in Korea wurde im Herbst 2014 ein weiteres Beratergremium geschaffen, welches sich insbesondere mit den außenpolitischen Aspekten der Wiedervereinigung befasst.

Seit 2012 diskutieren Vertreter der deutschen und koreanischen Zivilgesellschaft im Rahmen des Deutsch-Koreanischen Forums aktuelle Fragen der bilateralen Beziehungen. Das Forum, das abwechselnd in Korea und Deutschland stattfindet, wird begleitet von einem parallel stattfindenden Jugendforum, bei dem die Teilnehmer brennende Fragen aus Sicht von Jugendlichen diskutieren und Empfehlungen abgeben. Das 15. Deutsch-Koreanische Forum findet vom 12. bis 15. Oktober in Gyeongju statt.

Korea und Deutschland verbinden gemeinsame Anliegen: Stärkung des effektiven Multilateralismus, Schaffung einer neuen Weltwirtschafts- und Finanzordnung im G-20-Rahmen, Beteiligung an friedenserhaltenden Maßnahmen, Verhinderung des Klimawandels und Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen.

Vom 25. bis 28. März 2014 besuchte Staatspräsidentin Park Berlin sowie Dresden und traf unter Anderen mit Bundespräsident Gauck und Bundeskanzlerin Merkel zusammen. Vom 31. Oktober bis 1. November 2014 besuchte Außenminister Steinmeier Korea und traf dabei auch mit Staatspräsidentin Park sowie mit seinem koreanischen Amtskollegen Yun zusammen. Ein Staatsbesuch des deutschen Bundespräsidenten Gauck in Korea fand vom 10. bis 14. Oktober 2015 statt.


Wirtschaft

Die wirtschaftlichen Beziehungen sind eng. Korea gehört mit seiner leistungsstarken Wirtschaft und seinen hohen technologischen Fähigkeiten zu den wichtigsten Wirtschaftspartnern Deutschlands in Ostasien. Korea, die elftgrößte Volkswirtschaft und sechstgrößte Exportnation der Welt, ist für Deutschland nach der Volksrepublik China der zweitwichtigste Absatzmarkt in Asien. Deutschland bleibt für Südkorea der wichtigste europäische Handelspartner.

Das bilaterale Handelsvolumen lag koreanischen statistischen Angaben zufolge 2015 bei rund 27,1 Mrd. US-Dollar. Dabei erzielte Deutschland einen Handelsbilanzüberschuss von 13,8 Mrd. USD. Mit rund 9,66 Mrd. US-Dollar tatsächlich getätigter Direktinvestitionen (von 1962 bis 2015) ist Deutschland der drittgrößte europäische Investor in Südkorea. Im Jahre 2015 wurden 291 Mio. US-Dollar durch deutsche Unternehmen in Südkorea investiert.

Etwa 500 deutsche Unternehmen bzw. Firmen mit Kapitalbeteiligung aus Deutschland sind nach koreanischen Angaben in Korea vertreten und beschäftigen etwa 100.000 koreanische Arbeitnehmer. Koreanische Direktinvestitionen in Deutschland lagen bis Ende 2015 insgesamt bei 4.3 Mrd. USD und konzentrieren sich auf den Raum Frankfurt/Main.


Wissenschaft

Die Beziehungen auf dem Gebiet von Forschung und Technologie entwickeln sich dynamisch. Südkorea ist in den letzten Jahren ein attraktiver Kooperationspartner geworden. In der Informations- und Kommunikationstechnologie nimmt es weltweit eine Spitzenstellung ein. Bekannte deutsche Forschungseinrichtungen entscheiden sich inzwischen für eine Kooperation mit koreanischen Partnern. Besonders aktiv sind die Institute der Fraunhofer-Gesellschaft, Universitäten und die Max-Planck-Gesellschaft.


Kultur und Bildung

Der kulturelle Austausch zwischen Südkorea und Deutschland ist intensiv und vielseitig. Deutschland und seine Kultur – insbesondere klassische Musik und Literatur - genießen in Südkorea hohes Ansehen. Das Goethe-Institut ist in Korea mit einem breiten Spektrum kultureller Veranstaltungen vertreten und verfügt über ein weitgefächertes Beziehungsgeflecht zu koreanischen Partnerinstitutionen.

Deutsche und koreanische Universitäten haben chancenreiche Kooperationen aufgebaut. Rund 5.700 Koreaner studieren an deutschen Hochschulen. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und andere Organisationen bieten eine Vielzahl an Stipendienprogrammen an. Etwa 420 Hochschulpartnerschaften und über 65 deutsche Lektoren an koreanischen Universitäten bereichern die wissenschaftlichen Kontakte. Viele Hochschulabsolventen halten den Kontakt zu Deutschland in über 45 deutsch-koreanischen Gesellschaften und Alumni-Vereinigungen einschließlich des Alumni-Dachverbands (ADeKo).

Ein wichtiges Bindeglied zwischen beiden Ländern sind die in Deutschland lebenden über 28.000 Koreaner und zahlreichen Deutschen koreanischer Herkunft. Diese Gruppe umfasst sowohl Studierende und Unternehmensvertreter als auch ehemalige Bergleute und Krankenschwestern sowie deren Nachkommen.


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