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Südafrika

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2012

Politische Beziehungen

Die bilateralen politischen Beziehungen zu Südafrika sind gut und eng. In vielen Grundsatzfragen besteht große Übereinstimmung und wird eine vertrauensvolle Zusammenarbeit gepflegt. Südafrika ist der wichtigste Partner Deutschlands im südlich der Sahara gelegenen Afrika. Die seit 1996 im zweijährigen Rhythmus tagende "Deutsch-Südafrikanische Binationale Kommission" bildet den Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit. Die letzte Sitzung der Binationalen Kommission fand im April 2010 in Pretoria unter Vorsitz von Bundesaußenminister Guido Westerwelle und des stellvertretenden Staatspräsidenten von Südafrika, Kgalema Motlanthe, statt.

Die breit gefächerten und intensiven Beziehungen werden von beiden Ländern durch regelmäßige hochrangige Besuche auf politischer und parlamentarischer Ebene begleitet. Im Oktober 2007 reiste Bundeskanzlerin Merkel auf Einladung des südafrikanischen Staatspräsidenten Thabo Mbeki nach Südafrika. Neben Gesprächen mit dem Präsidenten traf die Bundeskanzlerin auch mit dem ehemaligen Präsidenten und Friedensnobelpreisträger Nelson Mandela zusammen. Der damalige Präsident Mbeki kam 2006 zur Übergabe des Staffelstabes an Südafrika als Gastgeber der Fußball Weltmeisterschaft 2010 nach Deutschland und führte politische Gespräche mit dem Bundespräsidenten und der Bundeskanzlerin. Bei ihren jüngsten Besuchen im Juli 2010 trafen Bundespräsident Wulff und Bundeskanzlerin Merkel mit Staatspräsident Zuma zusammen.

Deutsche Bundesländer unterhalten enge Kontakte und Partnerschaften mit südafrikanischen Provinzen und führen dort eigene Projekte der entwicklungspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit durch, so beispielsweise Bayern mit Gauteng und Western Cape, Baden-Württemberg mit Kwazulu-Natal, Nordrhein-Westfalen mit Mpumalanga, Sachsen mit Free State und Niedersachsen mit Eastern Cape.


Wirtschaftliche Beziehungen

Die weltweite Wirtschaftskrise von 2009 hatte auch auf den deutsch-südafrikanischen Außenhandel erhebliche negative Auswirkungen: Das Handelsvolumen sank im Vergleich zu 2008 von 12,6 Milliarden Euro auf 9,6 Milliarden Euro ab. In diesem Zusammenhang verlor Deutschland seinen Spitzenplatz als wichtigster Handelspartner Südafrikas an China (das südafrikanisch-chinesische Handelsvolumen beläuft sich auf rund 12 Milliarden Euro). Auf den Plätzen drei und vier liegen weiterhin die USA und Japan.

Im Jahr 2010 setzte jedoch eine deutliche Erholung bei den deutsch-südafrikanischen Handelsbeziehungen ein. So lagen die deutschen Exporte nach Südafrika 2010 bei 7,68 Milliarden Euro; das ist ein Plus von 33,8 Prozent im Vergleich zu 2009 (damals 5,74 Milliarden Euro). Auch die Importe aus Südafrika legten wieder kräftig zu und lagen Ende 2010 bei 5,37 Milliarden Euro, was einer Verbesserung im Vergleich zu 2009 von 36,3 Prozent entspricht (damals 3,94 Milliarden Euro).

Investitionen von rund 5 Milliarden Euro (Bestand 2010) machen Deutschland zu einem äußerst wichtigen Direktinvestor in Südafrika. Schwerpunktbranchen sind der Automobilsektor, die chemische Industrie, der Maschinenbau sowie die Elektrotechnik. Etwa 600 deutsche Firmen haben sich in Südafrika niedergelassen und beschäftigen insgesamt über 90.000 Arbeitnehmer. Einige dieser Firmen zählen zu den wichtigsten und modernsten Produktionsbetrieben des Landes. Auch wenn damit nahezu alle größeren deutschen Unternehmen in Südafrika vertreten sind, gibt es insbesondere für mittelständische Unternehmen in einem wachsenden Markt immer noch neue Möglichkeiten. Aber auch einige deutsche Großunternehmen erwägen eine weitere Verstärkung ihrer Aktivitäten in Südafrika.

Darüber hinaus engagieren sich viele deutsche Firmen im Rahmen von Corporate Social Responsibility (CSR) im sozialen Bereich, um den Lebensstandard ihrer Mitarbeiter und deren Familien beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Bildung und Soziales zu verbessern.

Im Jahr 1996 wurde die "Südliches Afrika Initiative der Deutschen Wirtschaft" (SAFRI) vom Afrika-Verein, dem Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) und dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHT) ins Leben gerufen. SAFRI will durch sein Engagement auf das große Potenzial der Region aufmerksam machen und die deutsche Wirtschaft zu einem noch stärkeren Engagement in der Region veranlassen.

In der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt Deutschland Südafrika in den Schwerpunkten Verwaltungsreform und Kommunalentwicklung, Umwelt, Klima, erneuerbare Energien und Förderung des Gesundheitswesen (HIV/AIDS). Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber Südafrikas.

Deutsche Unternehmen waren darüber hinaus bei vielen Infrastrukturmaßnahmen zur Vorbereitung der FIFA Fußballweltmeisterschaft 2010 beteiligt. Sie kamen beispielsweise beim Stadienbau, bei der Stadienausstattung, bei der Lieferung von Fahrzeugen (PKWs und Busse) oder bei sonstigen Ausstattungsaufträgen zum Zuge.


Kulturelle Beziehungen

Grundlage der deutsch-südafrikanischen Kulturbeziehungen ist das Kulturabkommen vom 10. März 1998, in Kraft getreten im Januar 2000. Ergänzt wurde es am 17.11.2004 durch das Abkommen über Audiovisuelle Gemeinschaftsproduktionen, das am 07.01.2005 in Kraft trat. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind:

  • die Hochschul- und Wissenschaftskooperation,
  • der Kulturaustausch (Höhepunkte 2010: Deutschlandwochen in Gauteng unter dem Motto „Football Meets Culture“ von Mai bis August 2010 sowie Kulturwochen in Kapstadt von Oktober 2010 bis Februar 2011);
  • die sportpolitische Zusammenarbeit,insbesondere im Fußballbereich (Trainerausbildung, Ligakooperation), hervorzuheben ist ferner das YDF-Projekt (Youth Development through Football), das durch die "Weltsprache Fußball" die persönliche Entwicklung oft benachteiligter Jugendlicher zu fördern und deren Sensibilität für Fairness und Toleranz zu schärfen sucht;
  • die vier deutschen Auslandsschulen, die mit ihrer "Neuen Sekundarstufe" ein weltweit einmaliges Modell zur Ausbildung von Schülern aus historisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen (meist aus Townships) anbieten;
  • der Ausbau des Deutschunterrichtes an staatlichen Schulen, u.a. im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH),
  • die Zusammenarbeit der Berlinale mit dem Internationalen Filmfestival Durban ("Talent Campus")

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist in Johannesburg mit einem Informationsbüro/Lektorat und in Kapstadt (Willy-Brandt-Lehrstuhl) und Port Elizabeth (Lehrstuhl für Automotive Engineering) vertreten, 2009 wurden zwei Fachzentren an der Universität Western Cape eingerichtet. Das Goethe Institut unterhält in Johannesburg das Regionalinstitut für Subsahara-Afrika und unterstützt ein Goethe-Zentrum in Kapstadt.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.