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Südafrika

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2017

Politische Beziehungen

Südafrika ist der wichtigste Partner Deutschlands in Afrika südlich der Sahara. Die seit 1996 im zweijährigen Rhythmus tagende "Deutsch-Südafrikanische Bi-nationale Kommission" setzt den Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit. Die 9. Tagung fand am 15./16. November 2016 in Berlin statt.

Die breit gefächerten und intensiven Beziehungen werden von beiden Ländern durch regelmäßige hochrangige Besuche begleitet: Anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika trafen der damalige Bundespräsident Wulff und Bundeskanzlerin Merkel im Juli 2010 mit Staatspräsident Zuma zusammen. Im Dezember 2013 vertrat Bundespräsident Gauck die Bundesrepublik Deutschland bei den Trauerfeierlichkeiten für Nelson Mandela in Johannesburg. Präsident Zuma besuchte am 10. November 2015 Berlin und traf dabei mit Bundeskanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck zusammen.

Darüber hinaus besteht ein reger Austausch auf parlamentarischer Ebene. Dabei nimmt auf Seiten des Deutschen Bundestags die Parlamentariergruppe SADC-Staaten eine Schlüsselrolle ein. Mehrere Bundesländer unterhalten enge Kontakte und Partnerschaften mit südafrikanischen Provinzen und führen dort eigene Projekte der entwicklungspolitischen und wirtschaftlichen Zusammenarbeit durch, so beispielsweise Bayern mit Gauteng und Western Cape, Baden-Württemberg mit KwaZulu-Natal, Nordrhein-Westfalen mit Mpumalanga, Sachsen mit Free State und Niedersachsen mit Eastern Cape.


Wirtschaftliche Beziehungen

Südafrika bleibt für deutsche Unternehmen ein chancenreicher Markt, insbesondere in den Bereichen erneuerbare Energien, Wasser und Infrastruktur. Zahlreiche Unternehmen schätzen Südafrika als Tor zu weiteren afrikanischen Märkten in der Region.

Das bilaterale Handelsvolumen lag 2015 bei 15,5 Milliarden Euro. Damit blieb Deutschland 2015 für Südafrika zweitwichtigster Handelspartner. 2016 wird das Volumen leicht niedriger ausfallen.

Die EU hat einen Anteil von 24,4 Prozent am südafrikanischen Außenhandel und ist damit vor China (12,8 Prozent) und den USA (6,8 Prozent) der mit Abstand größte Handelspartner Südafrikas. Der Warenaustausch mit der EU betrug 2015 44,9 Milliarden Euro.

Die etwa 600 deutschen Unternehmen in Südafrika haben mehr als 6 Milliarden Euro investiert und beschäftigen fast 100.000 Personen. Viele von ihnen unterstützen ihre Mitarbeiter und deren Familien in Bereichen wie Bildung, Ausbildung und Gesundheit.
Das Ansehen deutscher Unternehmen ist durchweg hoch. Schwerpunktbranchen sind Automobilbau, Chemie, Maschinenbau sowie Elektrotechnik. Damit ist Deutschland der wichtigste ausländische Investor im produzierenden Bereich. Die Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika (AHK) in Johannesburg sowie das Büro von Germany Trade and Invest (GTAI) stehen der deutschen Wirtschaft unterstützend zur Seite.


Entwicklungszusammenarbeit

Die Bundesregierung betrachtet Südafrika als "globalen Entwicklungspartner", mit dem sie in internationalen Gremien wie den Vereinten Nationen oder der Weltbank eine enge Abstimmung anstrebt. Die Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit sind: Energie und Klima ("Green Economy"), gute Regierungsführung und öffentliche Verwaltung, HIV/Aids-Prävention sowie berufliche Bildung. Deutschland ist einer der wichtigsten bilateralen Geber für Südafrika, wobei alle internationalen Geber zusammen weniger als 1 Prozent zum nationalen Haushalt Südafrikas beitragen.

Seit 1992 stellte die Bundesregierung 1,07 Mrd. Euro für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit mit Südafrika zur Verfügung. Bei den letzten Regierungsverhandlungen im November 2016 wurden Südafrika für die kommenden zwei Jahre Finanzmittel in Höhe von 314,25 Mio. € zugesagt, entsprechend dem fortgeschrittenen Entwicklungsstand des Landes überwiegend als Darlehen.


Kulturelle Beziehungen

Die Grundlage der deutsch-südafrikanischen Kulturbeziehungen bildet das Kulturabkommen von 1998, das am 10. Januar 2000 in Kraft getreten ist. Ergänzt wurde es im Jahr 2004 durch das Abkommen über Audiovisuelle Gemeinschaftsproduktionen, das am 07. Januar 2005 in Kraft getreten ist. 

Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind:

  • eine umfassende Hochschul- und Wissenschaftskooperation (zum Beispiel im Deutsch-Südafrikanischen Wissenschaftsjahr 2012/2013);
  • gemeinsame kulturelle Veranstaltungen und der Austausch von Künstlern;
  • die intensive sportpolitische Zusammenarbeit, insbesondere im Fußball
  • vier deutsche Auslandsschulen in Hermannsburg, Johannesburg, Kapstadt und Pretoria;
  • die Förderung des Deutschunterrichtes an staatlichen Schulen, u.a. im Rahmen der Partnerschulinitiative (PASCH);
  • der Erhalt des gemeinsamen kulturellen Erbes;
  • Veranstaltungen im Rahmen der "Deutschen Wochen" (zuletzt 2013) und zum Gedenkjahr 2014 (20 Jahre Demokratie in Südafrika, 25 Jahre Fall der Mauer in Deutschland)

Drei der vier deutschen Auslandsschulen in Südafrika bieten mit der "Neuen Sekundarstufe" ein weltweit einzigartiges Modell zur Ausbildung von Schülern aus benachteiligten Bevölkerungsgruppen an. Die Schülerinnen und Schüler können an den deutschen Auslandsschulen außerdem einen kombinierten Abschluss ablegen, der in beiden Ländern die Hochschulreife bestätigt.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist in Johannesburg mit einem Informationsbüro/Lektorat an der University of Witwatersrand, einem  Fach-Lektorat  in Kapstadt , einem Lektorat an der Universität Stellenbosch, einem Fachzentrum für Menschenrechte an der Universität Pretoria und einem gemeinsam mit VW finanzierten Lehrstuhl in Port Elizabeth  vertreten. Zudem wurden 2009  zwei Fachzentren an der Universität Western Cape eingerichtet.

Das Goethe Institut unterhält in Johannesburg das Regionalinstitut für Subsahara-Afrika und unterstützt ein Goethe-Zentrum in Kapstadt.


Wissenschaftsbeziehungen

Deutschland unterstützt und begleitet Südafrika seit vielen Jahren bei dem fortlaufenden Transformationsprozess in der Grund-, Berufs- und Hochschulbildung und ist bestrebt, die Zusammenarbeit in diesem bedeutsamen Themenfeld weiter auszubauen.

Neben einer jährlich veröffentlichten gemeinsamen Ausschreibung für neue Forschungsprojekte gibt es zahlreiche bilaterale sowie regionale und sogar multilaterale Forschungsinitiativen, in denen deutsche und südafrikanische Forscher eng zusammen arbeiten. Darüber hinaus unterhält Südafrika zahlreiche internationale Kooperationsbeziehungen in unterschiedlichen Forschungszweigen und ist im Rahmen einer strategischen Partnerschaft mit der EU insbesondere an vielfältigen Forschungsprojekten mit europäischen Partnern beteiligt.

Das Deutsch-südafrikanische Wissenschaftsjahr 2012/13 hat die vielfältige wissenschaftlich-technologische Zusammenarbeit weiter vertieft und neue Impulse gesetzt. So haben die Nationale Wissenschaftsakademie Leopoldina und die Academy of Science of South Africa ihre Zusammenarbeit im Rahmen einer im August 2013 neu begründeten Absichtserklärung weiter verstärkt. Zudem wurde von den federführenden Ministerien, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie dem Department of Science and Technology die Einrichtung eines deutsch-südafrikanischen Forschungslehrstuhls in einem für beide Länder attraktiven Forschungsgebiet vereinbart, die jedoch nicht umgesetzt wurde.

Im September 2013 haben die Deutsche Hochschulrektorenkonferenz sowie die südafrikanische Schwesterorganisation "Higher Education South Africa" ihren Kooperationswillen in Form einer gemeinsamen Absichtserklärung untermauert. Einige Monate zuvor fand erstmals ein "deutsch-südafrikanisches Rektorenforum" in Leipzig statt. Derzeit gibt es mehr als 150 registrierte Kooperationsvereinbarungen zwischen deutschen und südafrikanischen Hochschulen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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