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Südafrika

Außenpolitik

Stand: Januar 2012

Grundlinien der Außenpolitik

Südafrika verfolgt eine schwerpunktmäßig auf die Stabilisierung und Integration Afrikas ausgerichtete Außenpolitik. Wichtigster Dreh- und Angelpunkt ist dabei das südliche Afrika und die "Entwicklungsgemeinschaft des Südlichen Afrika"(SADC). Als regionale Wirtschaftsmacht ist Südafrika auch in der Afrikanischen Union (AU) einer der wichtigsten Akteure. Die Zusammenarbeit mit anderen Staaten der südlichen Hemisphäre (Süd-Süd-Kooperation) wie China, Indien und Brasilien im BRICS- und IBSA-Rahmen ist eine weitere wichtige Achse der südafrikanischen Außenpolitik. Südafrika legt aber auch weiterhin Wert auf gute Beziehungen mit den westlichen Industriestaaten. Es tritt mit Nachdruck für die Stärkung des Multilateralismus ein.

Beziehungen zu den Staaten Afrikas

Südafrika sieht sich als größte Wirtschaftsmacht Afrikas und aus historischen Gründen in besonderer Verantwortung, eine führende Rolle bei der Förderung von Frieden und Stabilität in Afrika wahrzunehmen. Den Beziehungen zu anderen afrikanischen Staaten, besonders zu den SADC-Partnern, misst Südafrika entsprechend hohe Priorität zu. Im Mittelpunkt des südafrikanischen Engagements stehen die wirtschaftliche Kooperation und die Lösung politischer Konflikte. Südafrika setzt zur Erreichung dieser Ziele im Rahmen multilateraler Friedensmissionen auch die eigenen Streitkräfte ein. Einen Schwerpunkt seines Engagements zur Krisen- und Konfliktbewältigung bilden Sudan, Simbabwe und die Region der Großen Seen (besonders Demokratische Republik Kongo und bis vor kurzem Burundi).

Southern African Development Community (SADC)

Im Rahmen der Entwicklungsgemeinschaft Südliches Africa- Southern African Development Community (SADC) verfolgt Südafrika das Ziel einer weit reichenden wirtschaftlichen Integration und beabsichtigt einen weiteren Ausbau der politischen Zusammenarbeit. Das "Organ für Politik, Verteidigung und Sicherheit" soll vor allem die friedliche Koexistenz zwischen den SADC-Staaten sowie die politische Stabilität in den einzelnen Mitgliedsstaaten stärken.

Beziehungen zu Asien und Lateinamerika

Schwerpunkte setzt die südafrikanische Außenpolitik bei den Beziehungen zu den "Tigerstaaten" Asiens und den aufstrebenden Staaten Lateinamerikas. Seit Juni 2003 arbeitet Südafrika vor allem mit Indien und Brasilien im "IBSA-Dialogforum" zusammen. Alle drei Staaten bemühen sich darum, die Zusammenarbeit thematisch zu fokussieren und politische Schwerpunkte v.a. in den Bereichen Landwirtschaft, Handel, Kultur und Verteidigung zu setzen. Südafrika verfolgt zudem das Ziel einer vertieften Zusammenarbeit mit China, unter anderem mit einer regelmäßig tagenden binationalen Kommission. Es wurde im Jahr 2011 als Vertreter Afrikas Mitglied der so genannten "BRIC (inzwischen BRICS)-Staatengruppe" von Brasilien, Russland, Indien und China. Südafrika ist im Begriff, sich wie andere G20-Mitgliedsstaaten aus Schwellenländern deutlicher als bislang zu globalen Themen wie Klimawandel, Welthandel, Finanzkrise oder Armutsbekämpfung zu positionieren. Dies beflügelt die Süd-Süd-Kooperation spürbar. Eine Herausforderung ist Südafrikas Eigenwahrnehmung und Rang als eines der bedeutendsten Repräsentanten Afrikas, das mit etwa 50 Millionen Einwohnern um einen adäquaten Platz neben den Riesen China, Indien, Brasilien und Russland ringt.

Beziehungen zum Norden

Intensiv pflegt Südafrika die Beziehungen zu seinen wirtschaftlichen und politischen Partnern in Europa und Nordamerika. Unter der Überschrift "strategische Partnerschaft" wurden Kommissionen mit den USA und Deutschland sowie bilaterale Foren mit Großbritannien, Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Schweden, Japan und anderen eingerichtet. Weiterhin hat Südafrika mit dem so genannten "Trade, Development and Cooperation Agreement" (TDC) ein Handelsabkommen mit der EU geschlossen.
Dieses Netzwerk baut Südafrika kontinuierlich aus.

Aktivitäten im multilateralen Rahmen

Das internationale Ansehen Südafrikas sowie die damit verbundenen Erwartungen sind hoch. In den vergangenen Jahren hatte Südafrika den Vorsitz in einer Reihe internationaler Organisationen inne: United Nations Conference on Trade and Development (UNCTAD), Southern African Development Community (SADC), Blockfreien Bewegung (G77) sowie im Commonwealth.

2011/2012 ist Südafrika zum zweiten Mal nach 2007/08 im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen vertreten. Südafrika unterstützt eine breit angelegte Reform der Vereinten Nationen (Reform des Sicherheitsrats, der Generalversammlung und des ECOSOC). Es trägt dabei den "Ezulwini-Konsens" der AU mit, der eine Erweiterung des Sicherheitsrats um mindestens zwei ständige sowie um zwei nicht-ständige Sitze für Afrika vorsieht.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.