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Sudan

Wirtschaft

Stand: März 2016

Sudan gehört zu den ärmsten und dabei am höchsten verschuldeten Ländern der Welt (Least Developed Country – LLDC). Die Ernährungslage der Bevölkerung ist vielerorts besorgniserregend, insbesondere im Westen, Osten und Süden des Landes. Neben Konflikten führen auch Dürreperioden immer wieder zu Hungerkatastrophen, die humanitäre Hilfe erfordern. Wassermangel und Wüstenbildung sind charakteristisch für weite Landesteile und wirken entwicklungshemmend.

Gleichzeitig verfügt Sudan über reiche Bodenschätze, darunter Öl, Erze, Edelmetalle, insbesondere Gold, das Nilwasser und potenziell fruchtbares Ackerland sowie ein relativ gut ausgebildetes Arbeitskräftereservoir. Die sudanesische Regierung hat aufgrund der anhaltenden Konflikte im Land beträchtliche Summen der Einkünfte aus dem Erdölexport in den Rüstungsetat investieren müssen. Sudan ist infrastrukturell, insbesondere in den Bereichen Energieversorgung, Wasser/Abwasser, Telekommunikation und Verkehr unzureichend erschlossen. Es besteht großer Entwicklungsbedarf in allen Bereichen.

Wirtschaftsstruktur und –politik

Die Wirtschaftspolitik des Sudan ist von einem hohen Grad an Dirigismus, Bürokratie und einer bedeutenden Rolle staatlicher Unternehmen am Wertschöpfungsprozess geprägt. Seit  Mitte der 1990er Jahre verfolgt die Regierung in Khartum in Zusammenarbeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) ein wirtschaftliches Reformprogramm zur Modernisierung und marktwirtschaftlichen Orientierung des Landes.

Zentrale Reformanliegen richten sich auf fortschreitende Privatisierung, die Umgestaltung des Steuersystems (z.B. Einschränkung von Privilegien und Befreiungen; Ausdehnung der Besteuerungsbasis), Erhöhung der fiskalpolitischen Transparenz und Effizienz (z.B. durch verbesserte Datenbasis), Subventionsabbau und weiterem Abbau administrativer und rechtlicher Hürden (z.B. im Zollbereich) im regionalen Wettbewerb um stärkeren Zufluss von ausländischem Investitionskapital. Kritikpunkt beim Budgetansatz sind hohe Subventionen auf Grundnahrungsmittel und Treibstoffe sowie die mit angeblich bis zu 40 Prozent des Haushalts sehr hohen Militärausgaben.

Sonderproblem: Außenverschuldung

Die internationale Verschuldung Sudans ist mit etwa 45 Milliarden US-Dollar besorgniserregend.

Der Preiseinbruch bei Erdöl und anderen Rohstoffen, die weltweite Wirtschaftskrise und die Unabhängigkeit des Südens führten zu drastischen Rückgängen bei Devisen- und Staatseinnahmen. Durch die Unabhängigkeit des Südens verlor Sudan, dessen Wirtschaft sehr einseitig vom Öl abhing, rund 2/3 seiner Öleinnahmen. Erst langsam findet eine Diversifizierung der Wirtschaft statt.

Sudan erfüllt die technischen Kriterien für Schuldendiensterleichterungen im Rahmen der Initiative für hochverschuldete arme Länder (HIPC-Initiative). Eine solche wird jedoch angesichts der innenpolitischen Lage von zahlreichen Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft kritisch gesehen.

Wichtigste Wirtschaftszweige

Bedeutendster Wirtschaftszweig ist der Ölexport, gefolgt von der Landwirtschaft, die etwa ein Drittel der Wirtschaftsleistung darstellt.

Seit der Unabhängigkeit Südsudans versucht Sudan seine Produktionsstruktur weiter zu diversifizieren. Insbesondere der Bergbausektor sowie Landwirtschaft und Nahrungsmittel-produktion sollen ausgebaut werden.

Außenwirtschaft

Die Regierung bemüht sich intensiv um ausländische Direktinvestitionen, die vor allem aus Indien, China und der arabischen Halbinsel in das Land fließen. In der Praxis herrschen dennoch weiter zahlreiche bürokratische Hemmnisse für die wirtschaftliche Entwicklung.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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