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Sudan

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2016

Politische Beziehungen

Die Bundesregierung bemüht sich, zur Lösung der verschiedenen Konflikte im Sudan beizutragen. Ziel ist eine friedliche, sichere und nachhaltige Entwicklung im gesamten Land.

Deutschland unterstützt die Friedensbemühungen der Afrikanischen Union und den im Sudan stattfindende Nationalen Dialogprozess. Deutschland unterstützt außerdem das umfassende Friedensabkommen zwischen Nord- und Südsudan im Rahmen der Europäischen Union und der Vereinten Nationen. Deutschland ist wichtiger Beitragszahler für die gemeinsame Friedensmission der Vereinten Nationen mit der Afrikanischen Union UNAMID in Darfur und entsendet Polizisten und Soldaten für die Blauhelmmission. Zusätzlich unterstützt Deutschland die Mission mit Ausbildungs- und Ausstattungshilfe für Kontingente afrikanischer Truppensteller.

In Darfur gehört Deutschland zu den wichtigsten Gebern von humanitärer Hilfe für die rund 2,5 Millionen Binnenvertriebenen.

Wirtschaftsbeziehungen und Entwicklungszusammenarbeit

Die Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und Sudan sind von hoher Wertschätzung für deutsche Lieferungen und Leistungen geprägt; das Volumen ist gering. Da bislang keine Hermesdeckung der Bundesregierung für Auslandsgeschäfte mit Sudan möglich ist, bleiben die Perspektiven für eine Ausweitung des bilateralen Handels beschränkt.

Großprojekte wie die Erweiterung des sudanesischen Telekommunikationssektors sowie im Kraftwerksbau und im Verkehrssektor haben das Interesse deutscher Unternehmen geweckt, die sich insbesondere mit Ingenieurdienstleistungen im Auftrag der sudanesischen Regierung beteiligen. Vertreter von DIHK, AHK oder Korrespondenten der GTAI gibt es im Sudan nicht.

Der Außenhandel Deutschlands mit Sudan bewegt sich auf niedrigem Niveau. Die Exporte beliefen sich im Jahr 2013 auf circa 224 Millionen Euro, die Importe auf 15,1 Millionen Euro. Traditionelle Hauptexportgüter Sudans nach Deutschland sind Baumwolle, Gummi arabicum sowie in geringen Mengen Sesam, Nüsse und Leder. Die sudanesischen Importe aus Deutschland umfassen hauptsächlich Maschinen und Ausrüstungen sowie Fertigerzeugnisse, Chemikalien, Lebensmittel und Textilien.

Im entwicklungspolitischen Bereich hat die Bundesregierung 16 Millionen Euro für den Wiederaufbau in Darfur zugesagt. 6 Millionen Euro sollen dabei für ein Berufsbildungsprojekt der GIZ, das gegen Ende 2015/Anfang 2016 anlaufen wird, verwendet werden.

Kulturelle Beziehungen

Die Zusammenarbeit im Bereich Kultur und Bildung ist gut entwickelt. Deutsche Kultur und Wissenschaft haben in Sudan einen hervorragenden Ruf. Zahlreiche Sudanesen haben in Deutschland studiert oder gearbeitet und halten in Khartum ein aktives Netzwerk von an Deutschland Interessierten aufrecht.

Das Goethe-Institut in Khartum stellt seit seiner Wiedereröffnung 2008 in der Programm- wie in der Spracharbeit eine zentrale Säule der kulturellen Beziehungen mit Sudan dar. Mit seinem kulturellen Programm (Theaterworkshops, Konzerte, Diskussionsrunden, etc.) und dem im Hause betriebenen Café dient es als Treffpunkt der aufstrebenden sudanesischen intellektuellen Elite, die die benachbarten Universitätsinstitute besucht. Sprachkurse des Goethe-Instituts erfreuen sich immer größerer Beliebtheit.

Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) ist durch einen Lektor (Germanistik) in Khartum vertreten. Dieser ist für die Vergabe von Stipendien für Studien- und Forschungsaufenthalte in Deutschland und für die Studienberatung zuständig.

Seit 1990 wird Deutsch als Fremdsprache an sudanesischen Universitäten angeboten. Derzeit sind knapp 100 Studenten im B.A. und B.A.-Honours Programm an der University of Khartum eingeschrieben. An sudanesischen Schulen besteht bisher kein Angebot zum Erlernen der deutschen Sprache.

Im Wissenschaftsbereich existiert eine Reihe von Kooperationsprogrammen sudanesischer und deutscher Bildungseinrichtungen mit Austausch von Studenten, Doktoranden, Forschern und Hochschullehrern. Dazu zählen die Zusammenarbeit der Ahfad-Frauenuniversität Omdurman mit der Humboldt-Universität Berlin und der TU Berlin (Frauenstudien, Entwicklungspolitik) sowie Kontakte zwischen der Gezira-Universität mit der Humboldt Universität (Landwirtschaft, Archäologie) sowie einer Reihe weiterer Universitäten.

Im Bereich des Kulturerhalts besteht eine enge Zusammenarbeit zwischen dem sudanesischen Antikendienst und verschiedenen deutschen archäologischen Einrichtungen. Mitarbeiter der Humboldt Universität Berlin, der Universität zu Köln, dem Ägyptischen Museum in Berlin sowie des Deutschen Archäologischen Institutes führen regelmäßig Restaurierungs- und Konservierungsarbeiten an antiken Stätten in Naga, Mussawarrat es Sufra und Gala Abu Ahmed durch. Dort gefundene Exponate werden regelmäßig als Leihgaben nach Deutschland verbracht.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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