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Sri Lanka

Wirtschaft

Stand: September 2016

Wirtschaftspolitik

Die nach der Parlamentswahl im August 2015 gebildete Koalitionsregierung zwischen SLFP und UNP verfügt im Parlament über eine eigene Mehrheit von Abgeordneten, die eine wirtschaftsfreundliche Gesetzgebung ermöglicht. Premierminister Wickremesinghe erläuterte im November 2015 in einer Grundsatzrede seine Ziele: Schaffung neuer Arbeitsplätze, Verbesserung der Einkommensverhältnisse, Schaffung eines attraktiven Standorts für ausländische Investitionen stehen an vorderster Stelle der Agenda. Die Regierung  ist insbesondere auch an einem Ausbau der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu westlichen Staaten interessiert.

Die Vorgängerregierung unter Präsident Rajapaksa hatte mit ausländischer Hilfe (China, Japan, Indien, Asiatische Entwicklungsbank) große Infrastrukturprojekte angestoßen (Hafenneubau Hambantota, neuer internationaler Flughafen nahe Hambantota, Hafenausbau Colombo, Stromkraftwerke, Straßenneubau, Eisenbahnverbindungen), um Sri Lanka zu einem wirtschaftlichen, technologischen und verkehrsmäßigen Knotenpunkt in Südasien auszubauen. Die neue Regierung muss den u.a. aus diesen kostspieligen Investitionen resultierenden Anstieg der Staatsverschuldung (2015: 76%) insbesondere durch erhöhte Steuereinnahmen in den Griff bekommen.

Der Tourismus verbucht seit Jahren steigende Zahlen. Aus Deutschland kamen 2015 rund 116.000 Touristen nach Sri Lanka. Im Vergleich zum Vorjahr (103.000) bedeutet dies eine Steigerung um 12,6%. Neben der von der Regierung angekündigten Verbesserung der rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen für ausländische Investitionen kann der Standort Sri Lanka mit einer liberalen Wirtschaftsverfassung, Investitionsanreizen, einer hohen Alphabetisierungsrate und einer modernen Infrastruktur punkten. „Economic Diplomacy“ soll zu einem wichtigen Eckpfeiler der sri-lankischen Außenpolitik werden.

Im „Doing Business Index“ der Weltbank erreichte Sri Lanka im Jahr 2015 zwar nur Rang 99 von 185, der Ausblick ist aber tendenziell positiv. 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden von der privaten Wirtschaft erbracht. Allerdings stellen eine nach wie vor sozialistisch geprägte Arbeitsgesetzgebung, und unklare bürokratische Entscheidungsabläufe für ausländische Investoren ein Hindernis dar. 2015 sind über die Investitionsbehörde Board of Investment 970 Mio. USD an ausländischen Investitionen zugeflossen (Vorjahr 1,5 Mrd. USD), davon 14,5 Mio. USD (7,3 Mio. USD) aus Deutschland.).


Wirtschaftsdaten

Nach einem realem Wachstum von 2,9% gegenüber dem Vorjahr betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 81,1 Mrd. USD, das waren pro Kopf der Bevölkerung 3.920 USD.

Die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 4,2%. Problematisch bleibt allerdings die hohe Jugendarbeitslosigkeit von ca. 20%.

Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist große regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Der Großraum Colombo soll zur "Megapolis" ausgebaut werden. Die Inflationsrate Sri Lankas lag 2015 mit 0,9% deutlich unter der des Vorjahres (3,3%).

Die öffentliche Verschuldung lag 2015 bei 76% des BIP. In seinen regelmäßigen Überprüfungen der wirtschaftspolitischen Maßgrößen Sri Lankas hat der Internationale Währungsfonds (IWF) dem Land bislang eine relativ stabile Lage attestiert. Das Ansteigen der Auslandsverschuldung und die Bedienung dieser großenteils zu Marktkonditionen aufgenommenen Kredite gibt jedoch Anlass zur Sorge.

Nach Angaben der sri-lankischen Zentralbank lagen die Devisenreserven 2015 bei 7,3 Mrd. USD, was einer Deckung der Importe von etwa 3,8 Monaten entspricht.


Umweltpolitik

Bei der sri-lankischen Umweltpolitik spielt die Nutzung erneuerbarer Energien eine herausragende Rolle. 2014 wurden 11,4% der Energie durch kleine Wasser-, Wind-, Biogas- und Solaranlagen erzeugt. Als ökologischer Rückschritt wird jedoch in Fachkreisen empfunden, dass bei dem in der dritten Ausbaustufe fertiggestellten 900MW-Kraftwerk bei Norochcholai ausschließlich importierte Kohle zur Stromgewinnung genutzt wird.


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