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Sri Lanka

Wirtschaft

Stand: Februar 2016

Wirtschaftspolitik

Im Januar 2015 wurde Maithripala Sirisena zum neuen Präsident gewählt. In seinem '100-Tage-Programm' hatte er Reformen angekündigt. Demokratisierung, Korruptionsbekämpfung und Wiedererlangung der internationalen Anerkennung sind Kernpfeiler des Programms. In der kurzen Zeit bis zur Auflösung des Parlaments im Juni hat eine Minderheitsregierung wichtige Ziele erreicht. Bei der Parlamentswahl am 17.08.2015 hat diese eine eigene Mehrheit erhalten und kann nun ihren wirtschaftsfreundlicheren Kurs fortsetzen. Die neue Regierung ist insbesondere auch an einem Ausbau der Handels- und Wirtschaftsbeziehungen zu westlichen Staaten interessiert.

Die frühere Regierung unter Präsident Rajapaksa hatte mit ausländischer Hilfe (China, Japan, Indien, Asiatische Entwicklungsbank) große Infrastrukturprojekte angestoßen (Hafenneubau Hambantota, neuer internationaler Flughafen nahe Hambantota, Hafenausbau Colombo, Stromkraftwerke, Straßenneubau, Eisenbahnverbindungen), um Sri Lanka zu einem wirtschaftlichen, technologischen und verkehrsmäßigen Knotenpunkt in Südasien zu machen. Im Zuge der Korruptionsbekämpfung überprüft die neue Regierung insbesondere das Vergabeverfahren zu einigen dieser laufenden Großprojekten und hat deren Baustopp verfügt.

Der Tourismus verbucht weiterhin steigende Zahlen. Aus Deutschland kamen 2015 rund 116.000 Touristen nach Sri Lanka. Im Vergleich zum Vorjahr (103.000) bedeutet dies eine Steigerung um 12,6%. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in Sri Lanka für ausländische Investitionen sind im Großen und Ganzen günstig. Hierzu tragen unter Anderem eine liberale Wirtschaftsverfassung, Investitionsanreize, eine hohe Alphabetisierungsrate sowie der moderne Hafen in Colombo bei. Die sri-lankische Regierung beabsichtigt den Wirtschaftsstandort Sri Lanka durch Reformen noch attraktiver zu machen. „Economic Diplomacy“ soll zu einem wichtigen Eckpfeiler der sri-lankischen Außenpolitik werden.

Im „Doing Business Index“ der Weltbank erreichte Sri Lanka im Jahr 2015 zwar nur Rang 99 von 185, der Ausblick ist aber tendenziell positiv. 80 Prozent des Bruttoinlandsproduktes werden von der privaten Wirtschaft erbracht. Allerdings stellen eine nach wie vor sozialistisch geprägte Arbeitsgesetzgebung, und unklare bürokratische Entscheidungsabläufe für ausländische Investoren ein Hindernis dar. Nach Angaben der Zentralbank sind 2014 ausländische Direktinvestitionen in Höhe von 1,616 Mrd. USD zugeflossen, davon rund 7 Mio. USD aus Deutschland. Sorge bereitet die hohe Staatsverschuldung (2015: 75,9% des BIP).


Wirtschaftsdaten

Nach einem realem Wachstum von 2,9% gegenüber dem Vorjahr betrug das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2015 81,1 Mrd. USD, das waren pro Kopf der Bevölkerung 3.920 USD.

Die Arbeitslosigkeit liegt bei ca. 4,2%. Problematisch bleibt allerdings die hohe Jugendarbeitslosigkeit von ca. 20%.

Die wirtschaftliche Entwicklung Sri Lankas weist große regionale Unterschiede auf. Wirtschaftliches Zentrum ist die Region um Colombo, die fast die Hälfte der gesamten Wirtschaftsleistung erbringt. Die Inflationsrate Sri Lankas lag 2015 mit 0,9% deutlich unter der des Vorjahres (3,3%).

Die öffentliche Verschuldung lag 2015 bei 75,9% des BIP.In seinen regelmäßigen Überprüfungen der wirtschaftspolitischen Maßgrößen Sri Lankas hat der Internationale Währungsfonds (IWF) Sri Lanka bislang eine relativ stabile Lage attestiert. Das Ansteigen der Auslandsverschuldung und die Bedienung dieser großenteils zu Marktkonditionen aufgenommenen Kredite gibt jedoch Anlass zur Sorge.

Nach Angaben der sri-lankischen Zentralbank lagen die Devisenreserven im Jahr 2014 bei 8,2 Mrd. USD, was einer Deckung der Importe von etwa 4,4 Monaten entspricht.


Umweltpolitik

Bei der sri-lankischen Umweltpolitik spielt die Nutzung erneuerbarer Energien eine herausragende Rolle. 2014 wurden 11,4% der Energiee durch kleine Wasser-, Wind-, Biogas- und Solaranlagen erzeugt. Als ökologischer Rückschritt wird jedoch in Fachkreisen empfunden, dass bei dem in der dritten Ausbaustufe fertiggestellten 900MW-Kraftwerk bei Norochcholai ausschließlich importierte Kohle zur Stromgewinnung genutzt wird.


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