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Sri Lanka

Beziehungen zwischen Sri Lanka und Deutschland

Stand: März 2012

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka sind gut.

Deutschland ist in Sri Lanka in vielfältiger Weise (Kulturinstitut, politische Stiftungen, Deutsches Archäologisches Institut, Alexander-von-Humboldt-Stiftung, Deutscher Akademischer Austauschdienst, Südasien-Institut, Freundschaftsgesellschaften) aktiv und wird als zuverlässiger Partner geachtet und geschätzt.

Dabei spielen auch die Wirtschaftsbeziehungen eine Rolle. Die Europäische Union ist wichtigster Handelspartner Sri Lankas, sie nimmt 35 Prozent der srilankischen Exporte ab. Der Anteil Deutschlands macht 5 Prozent der Gesamtexporte aus. Außerdem kommt seit vielen Jahren ein großer Teil der ausländischen Touristen in Sri Lanka aus Deutschland (2011 rund 56.000 deutsche Touristen, 22 Prozent mehr als 2010).

Gemeinsam mit seinen EU-Partnern und mit anderen westlichen Staaten verfolgt Deutschland aufmerksam die Einhaltung der Menschenrechte und auch die Entwicklung der humanitären Lage in Sri Lanka. Nach einen fast dreißigjährigen Bürgerkrieg gilt das Interesse insbesondere der dauerhaften Aussöhnung zwischen den verschiedenen Volksgruppen, allen voran zwischen den die Bevölkerungsmehrheit stellenden Singhalesen und den Tamilen.

Deutschland leistet im kriegszerstörten Norden und Osten des Landes Not- und Übergangshilfe sowie einen Beitrag zum Wiederaufbau. Der deutsche Hilfsbeitrag wird über internationale Organisationen, die Durchführungsorganisationen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW)) sowie über deutsche Nichtregierungsorganisationen erbracht.


Wirtschaftsbeziehungen

Sri Lanka hat folgende Abkommen mit Deutschland geschlossen:

  • Handelsabkommen (1950, 1955, 1958)
  • Investitionsförderungs- und –schutzabkommen (2000)
  • Rahmenabkommen über Technische Zusammenarbeit (1973)
  • Luftverkehrsabkommen (1973, 1995)
  • Doppelbesteuerungsabkommen (1979)

Das seit 1975 zwischen Sri Lanka und der EU bestehende Kooperationsabkommen ist mit Wirkung vom 01.04.1995 durch ein neues Abkommen abgelöst worden.

Das bilaterale Handelsvolumen mit Sri Lanka betrug 2010 601,0 Mio. Euro, 17,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Dabei haben die deutschen Importe aus Sri Lanka um 12,5 Prozent, die Exporte aus Deutschland nach dort um 30,4 % zugenommen. Deutschland importiert vor allem Textilien, Kautschuk und Tee aus Sri Lanka und exportiert Maschinen, elektrotechnische und chemische Produkte sowie Kraftfahrzeuge. Die bilaterale Handelsbilanz ist für Deutschland seit Jahren defizitär; die deutschen Ausfuhren nach Sri Lanka machten 2010 in Euro nur 48 Prozent der Einfuhren von dort aus. Der Trend im ersten Halbjahr 2011 deutet auf einen Anstieg sowohl der Importe als auch Exporte um ca. 25 Prozent.

Deutschland ist traditionell einer der wichtigsten Partner Sri Lankas im Tourismus. Jedoch war zunächst wegen des Tsunami, dann wegen des Bürgerkrieges und der Sicherheitslage, aber auch im Zusammenhang der globalen Entwicklungen und des internationalen Wettbewerbs ein anhaltender Abwärtstrend zu verzeichnen. Besuchten 2004 noch rund 59.000 deutsche Touristen das Land, waren es 2008 und 2009 nur ca. 30.000. Mit rund 46.000 Besuchern 2010 und rund 56.000 Einreisen 2011 war erneut ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen.

Etwa 120 deutsche Unternehmen haben in Sri Lanka investiert und ca. 20.000 Arbeitsplätze geschaffen. Der 1999 gegründete Sri Lanka-Germany Business Council, in dem sich deutsche und srilankische Geschäftsleute um eine Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Sri Lanka bemühen, zählt 74 Mitglieder.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist seit Ende der 1950-er Jahre einer der wichtigsten bilateralen Geber Sri Lankas. Die Gesamtzusagen für Entwicklungszusammenarbeit (EZ) beliefen sich bis einschließlich 2004 auf 381,5 Mio. Euro für Technische Zusammenarbeit (TZ) und 717,3 Mio. Euro für Finanzielle Zusammenarbeit (FZ). Die letzten regulären Zusagen betrugen 21,5 Mio. Euro (TZ) und 17,3 Mio. Euro (FZ) für 2003 und 2004.

Nach dem Tsunami wurden 2005 neben Nothilfemaßnahmen von 10 Mio. Euro der Regierung Sri Lankas 85 Mio. Euro (davon 49 Mio. Euro FZ und 36 Mio. Euro TZ) Wiederaufbauhilfe zugesagt, die später noch aufgestockt wurden. Damit beläuft sich die gesamte Sri Lanka Tsunami-Hilfe aus EZ-Mitteln der Bundesregierung auf über 100 Mio. Euro. Das Tsunami-Hilfsprogramm wurde inzwischen vollständig umgesetzt. Damit wurde Tausenden von Menschen durch Häuser- und Infrastrukturbau, Kleinstkreditvergabe sowie Fischerei- und Gewerbeförderung wieder eine tragbare Zukunftsperspektive gegeben.

Die 2006 wieder aufgeflammten Auseinandersetzungen und schließlich der voll ausgebrochene Bürgerkrieg verschlechterten die Bedingungen für langfristige Entwicklungszusammenarbeit zusehends. Schließlich erfolgte unter Berücksichtigung der politischen und militärischen Situation Ende 2007 eine grundlegende Umstrukturierung der Entwicklungszusammenarbeit. ‚Konflikttransformation’ wurde Schwerpunkt der bilateralen Kooperation, die fünf große Projekte umfasst (Friedenserziehung an Schulen, Förderung von zivilgesellschaftlichen Friedensinitiativen, Qualifizierungsmaßnahmen in der Verwaltung von Ost- und Nordprovinz, Förderung des Mikrofinanzsektors, Unterstützung bei der Rücksiedlung von Binnenvertriebenen). Zur Linderung der Not der bürgerkriegsbedingt Binnenvertriebenen und zur Normalisierung der Lebenssituation der vorläufig in Lagern Untergebrachten sowie zur Unterstützung ihrer Wiederansiedlung,  stellte die Bundesregierung 2009 Mittel i.H.v. 10,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Über die laufenden Vorhaben hinaus (Mittelzusage: 5,0 Mio. Euro) finanzierte die Bundesregierung 2010 humanitäre Hilfsprojekte sowie Projekte des humanitären Minenräumens und der Katastrophenvorsorge in Höhe von 940.000 EUR. Ein Projekt zur Berufsausbildung in der bürgerkriegsgeschädigten Ostprovinz hat einen Umfang von 2,9 Mio. EUR.

Als Not- und Übergangshilfe wurden 2010/2011 insgesamt 7,4 Mio EUR eingesetzt (einschließlich humanitärer Hilfsprojekte und Nahrungsmittelhilfe an Überschwemmungsopfer).

2011 erfolgte zudem die Zusage eines zinsvergünstigten Darlehens über 28 Mio. Euro für ein Kinderkrankenhaus, insgesamt 8 Mio. Euro für ein Berufsbildungszentrum im ehemaligen Kriegsgebiet im Norden.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit


Mehr Informationen zur deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Sri Lanka finden Sie beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.