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Spanien

Wirtschaft

Stand: September 2016

Aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Lage

Die spanische Wirtschaft bleibt auf weiterhin robustem, wenn auch leicht abgeschwächtem Wachstumskurs. Nach einem Wachstum von 0,8 bzw. 0,7  Prozent im 1. bzw. 2. Quartal 2016 prognostiziert die Regierung eine Zunahme des BIP (Bruttoinlandsprodukt) um 2,7 Prozent für 2016, und revidiert die Prognose mit 2,3 Prozent für 2017 sowie 2,1 Prozent für 2018 leicht abwärts.

Die Arbeitslosenquote betrug im 2. Quartal Jahr 2016 20 Prozent (4,5 Mio. Arbeitslose) mit abnehmender Tendenz. Trotz wieder steigender sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung ist Spanien weiterhin einer der EU-Mitgliedstaaten mit der höchsten Arbeitslosigkeit. Beson­ders betroffen sind Langzeitarbeitslose  und Jugendliche; rund 16 Prozent aller Jugendlichen zwischen 16 und 25 Jahren sind weder in Arbeit noch in Ausbildung.

Spanien befindet sich im korrektiven Arm der haushaltspolitischen Überwachung der Europä­ischen Union. Die Staatsverschuldung stieg im Jahr 2015 auf 99,2 Prozent und liegt damit weiterhin ober­halb des nach dem Stabilitäts- und Wachstumspakt vorgegebenen Reduktions­ziels. Spanien wird jedoch trotz deutlicher Verletzung des Defizitziels im Jahr 2015 von -5,1 Prozent statt -4,2 Prozent nicht mit Sanktionen belegt. Der neue Defizitabbaupfad gibt Spanien zudem bis 2018 Zeit, das Defizit unter 3 Prozent zu senken. Folgender Abbaupfad ist vorge­sehen: 2016: -4,6 Prozent, 2017: -3,1 Prozent, 2018: -2,2 Prozent.

Spanien wies 2015 einen Leistungsbilanzüberschuss von 1,4 Prozent des Bruttoinlandspro­dukts aus gegenüber 1,0 Prozent im Vorjahr - mit steigender Tendenz.

Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen

Der bilaterale deutsch-spanische Handel lag im 1. Halbjahr 2016 mit 34,8 Mrd. Euro um 6,3 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Wert der von Deutschland nach Spanien exportierten Waren belief sich im1. Halbjahr Jahr 2016 auf 20,8 Mrd. Euro (+7,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Der Wert der von Spanien nach Deutschland exportierten Waren betrug 14 Mrd. Euro (+5,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Deutschland ist zweitgrößter Handelspartner Spaniens nach Frankreich. Bei den Importen Spaniens liegt Deutschland auf Platz eins (vor Frankreich). Spanien steht an 12. Stelle der Handelspartner Deutschlands.

Den größten Anteil am deutschen Export nach Spanien hielten 2015 Autos und Kfz-Teile, Maschinen, Chemieprodukte und Elektrotechnik/Elektronik. Auch bei den deutschen Impor­ten aus Spanien stehen Kfz und Kfz-Teile an erster Stelle, gefolgt von Nahrungsmitteln, chemischen Erzeugnissen, Maschinen sowie elektrotechnischen Erzeugnissen.

Das Handelsbilanzdefizit Spaniens mit Deutschland wird zu einem beträchtlichen Teil durch die Ausgaben der deutschen Touristen ausgeglichen, die sich in der Dienstleistungsbilanz niederschlagen. Im Jahr 2015 besuchten 10,3 Mio. deutsche Touristen Spanien (-1,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr). Mit einem Anteil von 15,1 Prozent liegen die deutschen Touristen an dritter Stelle nach Touristen aus Großbritannien (23 Prozent) und Frankreich (16,9 Prozent). Im Jahr 2015 besuchten 1,1 Mio. Spanier Deutschland. Das entspricht einem Zuwachs von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Die rund 1.500 deutschen Firmen, die mit Tochtergesellschaften in Spanien präsent sind, bilden zusammen mit den Vertriebspartnern deutscher Firmen (Handelsvertretungen, Impor­teure) einen bedeutenden Faktor der spanischen Volkswirtschaft. Viele von ihnen sind in der 1917 gegründeten Deutschen Handelskammer für Spanien (AHK) organisiert. Die Geschäfts­tätigkeit deutscher Niederlassungen in Spanien sichert Schätzungen der AHK zufolge circa 300.000 Arbeitsplätze in Spanien. Rund 60 Prozent der spanischen Tochtergesellschaften haben zugleich die Funktion einer „Drehscheibe“ und sind für die deutschen Stammhäuser auch in Drittmärkten, insbesondere in Portugal, Lateinamerika und in Nordafrika tätig.

Deutsche Direktinvestitionen in Spanien beliefen sich im Jahr 2015 auf 758 Mio. Euro und erreichten damit einen Anteil von 3,5 Prozent an den Gesamtinvestitionen. Der Anteil der spanischen Direktinvestitionen in Deutschland belief sich auf 3,3 Mrd. Euro, was einem Gesamtanteil von 13,5 Prozent entspricht.

(Stand der verfügbaren Daten vom 08.09.2016)

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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