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Wirtschaft
Stand: März 2012
Aktuelle wirtschaftliche und finanzielle Lage
Die spanische Volkswirtschaft hat nach drastischen Einbrüchen durch die Krise und einer leichten Erholung 2011 seit dem 4. Quartal 2011 wieder ein rückläufiges Wachstum und erwirtschaftete 2011 ein BIP von 1.073,3 Milliarden Euro. Besonders von der Krise betroffen sind der Wohnungsbau, der zu Spitzenzeiten jährliche Wachstumsraten im zweistelligen Bereich aufwies, sowie auch der Automobilsektor, der von Januar bis Dezember 2011 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum einen Rückgang von 17,7 Prozent bei Neuzulassungen von PKW verzeichnete. Der Abschwung hat erhebliche Auswirkungen auf die Beschäftigung: Die Arbeitslosigkeit, die 2007 auf 8,2 Prozent zurückgegangen war (zum Vergleich 1994: 24,2 Prozent) beträgt aktuell 22,85 Prozent (5,2 Millionen Arbeitslose) erhöht.
Nachdem die Staatsverschuldung von 2001 bis 2007 von 56 Prozent auf 36,2 Prozent zurück gegangen war, betrug die Verschuldungsquote im 3. Quartal 2011 66 Prozent. Das Haushaltsdefizit betrug 2011 8,5 Prozent.
Spanien wies 2011 ein Zahlungsbilanzdefizit von 34,4 Milliarden Euro auf (2010: 42,1 Mrd. Euro). Die Handelsbilanz wies 2011 ein Defizit von 39,9 Milliarden Euro (ggü. -47,1 Mrd. Euro in 2010) auf. Überschüsse in Höhe von 35,3 Mrd. Euro (ggü. +27,7 Mrd. Euro in 2010) wurden 2011 in der Dienstleistungsbilanz erzielt.
Bilaterale Wirtschaftsbeziehungen
Der bilaterale deutsch-spanische Handel lag 2011 mit 57,38 Milliarden Euro um 2,1 Prozent über dem Vorjahresniveau. Der Wert der von Deutschland nach Spanien exportierten Waren belief sich 2011 auf 34,86 Mrd. Euro (+ 1,8 Prozent ggü. Vorjahr). Der Wert der von Spanien nach Deutschland exportierten Waren betrug 2011 22,52 Mrd. Euro (+2,5 Prozent ggü. Vorjahr).
Den größten Anteil am deutschen Export nach Spanien hält die Kfz-Branche, gefolgt von Maschinen sowie Elektrotechnik/Elektronik, optischen und pharmazeutischen Erzeugnissen. Auch bei den deutschen Importen aus Spanien stehen Kfz und Kfz-Teile an erster Stelle, gefolgt von Maschinen, elektrotechnischen Erzeugnissen sowie Lebensmitteln und pharmazeutischen Erzeugnissen. Deutschland ist zweitgrößter Handelspartner Spaniens nach Frankreich in Bezug auf die Exporte, bei den Importen Spaniens liegt Deutschland auf Platz eins (vor Frankreich).
Das Handelsbilanz-Defizit Spaniens mit Deutschland wird zu einem beträchtlichen Teil durch die Ausgaben der deutschen Touristen ausgeglichen, die sich in der Dienstleistungsbilanz niederschlagen. 2011 besuchten kanpp über 9 Millionen deutsche Touristen Spanien, mit einem Anteil von 15,9 Prozent liegen die deutschen Touristen an zweiter Stelle nach Touristen aus Großbritannien. Die Übernachtungszahlen von Spaniern in Deutschland stiegen 2010 auf über 2 Millionen.
In Spanien sind rund 1.100 deutsche Firmen mit Tochtergesellschaften präsent. Zusammen mit den Vertriebspartnern deutscher Firmen (Handelsvertretungen, Importeure) isind sie ein bedeutender Faktor der spanischen Volkswirtschaft. In der 1917 gegründeten Deutschen Handelskammer für Spanien sind fast 1.100 Firmen organisiert. Die Geschäftstätigkeit deutscher Niederlassungen in Spanien sichert Berechnungen der Deutschen Handelskammer für Spanien zufolge direkt um die 350.000 Arbeitsplätze in Spanien. Rund 70 Prozent der spanischen Tochtergesellschaften haben zugleich die Funktion einer „Drehscheibe“ und sind für die deutschen Stammhäuser auch in Drittmärkten und hier insbesondere in Portugal, Lateinamerika und in Nordafrika tätig.
Deutsche Direktinvestitionen in Spanien beliefen sich im ersten Halbjahr 2011 auf 499 Millionen Euro und erreichten damit einen Anteil von 4,6 Prozent an den Gesamtinvestitionen. Der Anteil der spanischen Direktinvestitionen in Deutschland belief sich auf 820 Millionen Euro, was einem Gesamtanteil von 5,8 Prozent entspricht.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
