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Slowakei

Kultur, Bildung, Medien

Stand: März 2017

Kultur

Die slowakische Kultur ist durch das jahrhundertelange Miteinander v.a. slawischer, deutschsprachiger und ungarischer Kultur geprägt worden. Vielfältige Spuren davon lassen sich z.B. in Architektur, Traditionen und im Sprachgebrauch finden.

So sind einige historisch bedeutende Stätten Teil des UNESCO-Weltkulturerbes, wie z.B. die Zipser Burg, die Bergbaustadt Banská Štiavnica (früherer deutscher Name: Schemnitz), das Bauerndorf in Vlkolínec oder die Holzkirchen des Karpatenbogens. Slowakische Spezialitäten, wie z.B. das Gebäck „Trdelník“ oder der Brimsenkäse, erhielten die geographische Schutzbezeichnung der EU (Gütezeichen zumSchutz von Herkunftsangaben und traditionellen Produkten). Auf den beliebten alljährlichen Folklorefestivals, z.B. in Detva oder in Východná, leben Volkstänze in Trachten und Volksmusik aus allen Regionen wieder auf.

Die Dichtkunst mit ihrem wohl bekanntesten Vertreter seit der Kodifizierung der Staatssprache durch den evangelischen Pfarrer Ľudovít Štúr 1843 , Pavol O. Hviezdoslav, hat einen bedeutenden Beitrag zur Entwicklung der nationalen Identität geleistet. Der in ungarischer Sprache wirkende Romanautor Sándor Márai wurde u.a. durch seine Herkunft aus dem ostslowakische Košice (deutsch: Kaschau) geprägt; in der 2. Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Schriftsteller Ladislav Mňačko auch international bekannt. Unter den zeitgenössischen Schriftstellern der Slowakei ist der 1976 geborene Michal Hvorecký zu nennen, dessen Bücher auch ins Deutsche übersetzt werden. Die Slowakei ist bekannt als Heimatland einer Reihe herausragender Opernsänger, unter ihnen Miroslav Dvorský, Dalibor Jenis, Edita Gruberová oder Pavol Breslik (trat bei der Eröffnung der Elbphilharmonie auf).

Eishockey ist die beliebteste Sportart in der Slowakei und zieht v.a. bei internationalen Meisterschaften große Aufmerksamkeit im Land auf sich. Daneben spielt auch Fußball eine bedeutende Rolle. Großer  Beliebtheit erfreuen sich auch die international erfolgreiche Tennisspielerin Dominika Cibulková sowie der zweifach Straßenradweltmeister Peter Sagan, der derzeit (mit zwei weiteren Slowaken) für den deutschen Rennstall BORA-hansgrohe als Profi antritt.

Die Slowakei ist Heimat vieler autochthoner Minderheiten, vor allem Ungarn (rund 8 Prozent) und Roma (nach Schätzungen ca. 8-10 Prozent), aber auch Karpatendeutsche, Ruthenen und viele andere mehr. Die zahlenmäßig ehemals große jüdische Minderheit fiel fast vollständig der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik zum Opfer; viele Zeugnisse ihrer Kultur haben sich aber erhalten und werden nach jahrzehntelanger Vernachlässigung wiederhergestellt.

Der Kulturaustausch zwischen Deutschland und der Slowakei basiert auf dem bilateralen Abkommen über die kulturelle Zusammenarbeit vom 1. Mai 1997 (in Kraft getreten am 28. Mai 1998) sowie auf dem 1992 geschlossenen Vertrag über gute Nachbarschaft, dessen Bestimmungen seit ihrer Gründung für die Slowakei gelten. Der Schwerpunkt liegt in der Förderung der deutschen Sprache, aber auch im akademischen und schulischen Austausch und kulturellen Veranstaltungen. Auf diesen Gebieten engagieren sich u.a. das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA).

Ein weiteres Bindeglied zwischen der Slowakei und Deutschland ist die karpatendeutsche Minderheit (Bei einer landesweiten Erhebung im Jahre 2011 gaben ca. 4.700 Personen an, der deutschen Minderheit anzugehören). Die deutsche Minderheit ist kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich gut integriert und genießt allgemeine Wertschätzung. Das slowakische Parlament ist mit seiner Erklärung von 12. Februar 1991 einen historischen Schritt der Versöhnung gegangen, indem es das Unrecht im Zusammenhang mit Vertreibungen bedauert

Bildung

Das Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Sport ist für die allgemeine Schulbildung, Berufsausbildung, Hochschulbildung und berufliche Fortbildung zuständig. Die Verantwortung für das Schulmanagement tragen aber weitgehend die regionalen Selbstverwaltungsorgane und Kreisschulämter. Prioritäre Ziele einer Neuordnung der Bildungspolitik sind die Stärkung der Naturwissenschaften an den Hochschulen und die Förderung eines dualen Systems in der Berufsschulbildung, für das 2015 eine gesetzliche Grundlage geschaffen wurde und das seítdem stetig ausgebaut wird.

Für die Zeit vor Beginn der Schulpflicht gibt es eine ein Jahr andauernde kostenlose Vorschulpflicht. Die allgemeine Schulpflicht beginnt im Alter von sechs Jahren und beträgt zehn Jahre. Alle Kinder besuchen in den ersten fünf Jahren gemeinsam eine Grundschule. Danach gibt es die Möglichkeit, auf ein 8-jähriges Gymnasium zu wechseln - oder aber an der bisherigen Schule zu bleiben und erst nach Abschluss der neunten Klasse ein Gymnasium, eine Fachmittel- oder Berufsschule zu besuchen.

Der Zugang zum Gymnasium erfolgt über eine bestandene Aufnahmeprüfung, bzw. über eine überdurchschnittlich gut bestandene allgemeine Schulabschlussprüfung, dem sog. „Monitor“. Es wird mit dem Abitur abgeschlossen. Auch an Fachmittel- und Berufsschulen kann teilweise das Abitur erworben werden.

Das Abitur ist Voraussetzung für eine Aufnahmeprüfung an allen Universitäten und privaten Hochschulen. Letztere sind auf bestimmte Gebiete spezialisiert (u.a. Recht, Wirtschaft, Technik, Gesundheitswesen). Das slowakische Abitur wird auch in Deutschland anerkannt.

Nach Englisch ist Deutsch in den Schulen nach Englisch die zweitwichtigste Fremdsprache und eine bedeutende Grundlage für die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Das Netz an Partnerschulen, die im „PASCH“-Netzwerk aus Deutschland unterstützt werden, umfasst 38 Schulen. Das Flaggschiff ist die Deutsche Schule Bratislava, die 2005 eröffnet wurde. – hier können Schüler das deutsche und das slowakische Zeugnis der Hochschulreife erwerben. Auch am Gymnasiums in Poprad (Deutsch-Profil-Schule) kann die deutsche Reifeprüfung abgelegt werden. An derzeit 34 slowakischen Schulen wird das "Deutsche Sprachdiplom" angeboten.

Medien

Die Medienlandschaft in der Slowakei ist –trotz des kleinen Heimatrmarktes – vielfältig. Die etablierten Tageszeitungen sind neben „SME“ und „Pravda“ die Wirtschaftszeitung „Hospodárske Noviny“ und die Boulevardzeitungen „Nový Čas“ und „Plus jeden deň“. Seit Anfang Februar 2015 erscheint als weitere Tageszeitung „Denník N“. Neben den Printausgagen gewinnen die Online-Ausgaben zunehmende, auch wirtschaftliche Bedeutung.

Deutschsprachige Medien aus der Slowakei sind die Monatszeitschrift „Karpatenblatt“ und die„Pressburger Zeitung“.

Das Gemeinschaftsunternehmen „Rundfunk und Fernsehen der Slowakei“ (Rozhlas a televízia Slovenska – RTVS) strahlt zahlreiche Fernseh- und Rundfunkprogramm aus, darunter „Radio Slovakia International“ auch auf Deutsch; daneben existieren Programm die sich speziell an die nationalen Minderheiten richten in den Minderheitensprachen richten, darunter auch an die deutsche (Radio Patria, Radio Regina). Der Privatsender TA 3 sendet nach dem Muster internationaler Nachrichtsender ganztägig politische Sendungen in Form von Interviews und auch Talkshows. Auch kommerzielle deutsche Fernsehsender sowie die Deutsche Welle können in TV-Kabelnetzen und über Satellit empfangen werden.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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