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Slowakei

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2017

Politische Beziehungen

Die deutsch-slowakischen Beziehungen sind traditionell freundlich. Grundlage der bilateralen Beziehungen ist der deutsch-tschechoslowakische Nachbarschaftsvertrag vom 27. Februar 1992, den die Slowakische Republik als ein Nachfolgestaat der ČSFR anerkannt hat. Der von Jozef Tiso geführte, historisch problematische erste slowakische Staat von 1939 bis 1944 unter dem "Schutz" NS-Deutschlands, die Niederschlagung der bewaffneten Erhebung  in der Slowakei 1944 („Slowakischer Nationalaufstand“) durch deutsche Truppen sowie Flucht und Vertreibung der Karpatendeutschen belasten heute die Beziehungen nicht mehr. Eine Deklaration des slowakischen Parlaments trug schon 1991 dazu bei, eine gemeinsame Perspektive auf diese schwierigen historischen Kapitel zu entwickeln.

Deutschland und die Slowakei sind enge Partner in der EU und NATO, denen die Slowakei 2004 beigetreten ist. Beleg für den hohen Stand der bilateralen Beziehungen ist die Intensität der hochrangigen Besuche in beiden Richtungen. Bundeskanzlerin Merkel wurde im Oktober 2014 die Ehrendoktorwürde der Comenius-Universität in Pressburg verliehen. Jedes Jahr kommen zahlreiche Besucher aus der Bundesregierung und dem Bundestag sowie den deutschen Landesregierungen und Landesparlamenten in die Slowakei, besonders zahlreich während der erstmaligen EU-Ratspräsidentschaft der Slowakei im 2. Halbjahr 2016. Der damalige Außenminister Steinmeier feierte den Tag der Deutschen Einheit am 3.10.2016 in Pressburg gemeinsam  mit seinem slowakischen Kollegen Lajčák; dieser war zuvor im April 2016 zu politischen Gesprächen in Berlin gewesen.


Wirtschaftsbeziehungen

Wie in den Vorjahren war auch 2016 Deutschland der wichtigste Handelspartner der Slowakei – beim Export ebenso wie beim Import. Insgesamt haben in der Slowakischen Republik seit ihrer Gründung 1993 circa 500 deutsche Firmen investiert und circa 100.000 Arbeitsplätze geschaffen. Deutschland gehört damit zu den wichtigsten Partnerländern für  ausländische Direktinvestitionen in der Slowakei. 2005 wurde die Deutsch-Slowakische Industrie- und Handelskammer in Bratislava (Pressburg) gegründet, die inzwischen mehr als 400 Mitglieder hat. Volkswagen Slovakia ist seit 2015 der größte private Arbeitgeber in der Slowakei.


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen und gesellschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und der Slowakei sind eng und äußerst vielfältig. Es findet ein reger Austausch in allen kulturellen Bereichen auf staatlicher Ebene, mit privaten Stiftungen sowie über andere private Kontakte statt. Deutsche Mittlerorganisationen wie das Goethe-Institut, der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) und die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) sind im Rahmen der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik mit zahlreichen Aktivitäten präsent. Die rechtliche Grundlage bildet zusätzlich zum  o.g. Vertrag von 1992 das deutsch-slowakische Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit vom 1. Mai 1997

Nach Englisch ist Deutsch in den Schulen die zweitwichtigste Fremdsprache und eine bedeutende Grundlage für die engen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Das Netzwerk von Partnerschulen,(„PASCH“), die  aus Deutschland unterstützt werden, umfasst 38 Schulen. Das Flaggschiff ist die Deutsche Schule Bratislava, die 2005 eröffnet wurde. – hier können Schüler das deutsche und das slowakische Zeugnis der Hochschulreife erwerben. Auch am Gymnasium in Poprad (Deutsch-Profil-Schule) kann die deutsche Reifeprüfung abgelegt werden. An derzeit 34 slowakischen Schulen wird das "Deutsche Sprachdiplom" angeboten.

Ein weiteres Bindeglied zwischen der Slowakei und Deutschland ist die karpatendeutsche Minderheit (Bei einer landesweiten Erhebung im Jahre 2011 gaben ca. 4.700 Personen an, der deutschen Minderheit anzugehören; das stellt nur noch einen Bruchteil der Größe dieser Gruppe bis zum 2. Weltkrieg dar). Die deutsche Minderheit ist kulturell, gesellschaftlich und wirtschaftlich gut integriert und genießt allgemeine Wertschätzung. Das slowakische Parlament ist mit seiner Erklärung von 12. Februar 1991 einen historischen Schritt der Versöhnung gegangen, indem es das Unrecht im Zusammenhang mit Vertreibungen bedauert. Die Bundesrepublik Deutschland unterstützt die die Karpatendeutschen bei kulturellen, bildungspolitischen und gemeinschaftsfördernden Aktivitäten.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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