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Beziehungen zu Deutschland
Stand: Januar 2011
Politische Beziehungen
Die Bundesrepublik Deutschland hat Sierra Leone unmittelbar nach Erlangung seiner Unabhängigkeit 1961 völkerrechtlich anerkannt und eine Botschaft in Freetown eröffnet. Deutschland genießt großes Ansehen, nicht nur bei Regierungsvertretern, sondern auch in großen Teilen der Bevölkerung. Präsident Kabbah besuchte im September 2002 die Bundesrepublik Deutschland. Er bedankte sich bei dieser Gelegenheit für die Unterstützung bei der Beendigung des Bürgerkrieges und der Befriedung des Landes. 2003 wurde die seit 1999 geschlossene deutsche Botschaft in Freetown durch einen Geschäftsträger wieder geöffnet. Im Dezember 2004 stattete Bundespräsident Horst Köhler Sierra Leone seinen ersten außereuropäischen Staatsbesuch ab. Er würdigte damit die gelungene VN-Friedensmission und die Friedens- und Aussöhnungsbemühungen des Landes. Seit August 2007 wird die diplomatische Vertretung wieder von einem in Freetown residierenden Botschafter geleitet. Die sierraleonische Botschaft in Deutschland hat 2010 als letzte diplomatische Vertretung ihren Sitz von Bonn nach Berlin verlegt.
Entwicklungszusammenarbeit
Deutschland gehört neben Großbritannien, der EU-Kommission und China zu den wichtigsten Entwicklungspartnern von Sierra Leone. Das Hilfsvolumen beträgt gegenwärtig pro Jahr um die 12,5 Millionen Euro. Schwerpunkte der Projekte sind ein Programm zur Förderung der Beschäftigung von Jugendlichen sowie zum Aufbau eines modernen Finanzsektors einschließlich Kleinkrediten.
Die Bundesregierung hat den Sondergerichtshof Sierra Leone (SCSL) und die Wahrheits- und Versöhnungskommission (TRC) unterstützt. Beide Institutionen wurden zur juristischen und moralischen Aufarbeitung des Bürgerkriegs eingesetzt. Auch über den Peacebuilding Fonds der Vereinten Nationen beteiligt sich Deutschland an Projekten zur Friedenskonsolidierung in Sierra Leone.
Darüber hinaus unterstützt die Bundesregierung den Friedens- und Versöhnungsprozess in Sierra Leone über Maßnahmen des Zivilen Friedensdienstes kirchlicher und privater Entsendeorganisationen und fördert krisenpräventive und friedenskonsolidierende Einzelprojekte deutscher und internationaler Nichtregierungsorganisationen.
Wirtschaftliche Beziehungen
Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Sierra Leone sind bisher zwar nur schwach ausgeprägt. Es bestehen aber Kontakte zwischen dem Afrika-Verein in Hamburg und dem SLE Wirtschaftsverband „Sierra Leone Indigenous Business Association“ (SLIBA) sowie der „Sierra Leone Investment and Export Promotion Agency“ (SLIEPA). Anfang Oktober 2010 fand eine Sondierungsreise des Afrika-Vereins nach Freetown statt. Die Exporte aus Deutschland nach Sierra Leone unterliegen starken jährlichen Schwankungen: nach 83,4 Millionen Euro im Jahre 2005 sanken sie bis 2009 auf nur noch 10,5 Millionen Euro. Demgegenüber sind die Importe aus Sierra Leone über die Jahre leicht von 22,9 Millionen Euro (2005) auf 29,2 Millionen Euro (2009) angestiegen.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
