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Senegal

Beziehungen zu Deutschland

Stand: April 2012

Politische Beziehungen

Das politische Engagement Deutschlands in Afrika und eine beachtliche entwicklungspolitische Zusammenarbeit bilden eine solide Grundlage für die guten Beziehungen mit dem Senegal. Mit dem Staatsbesuch des damaligen Präsidenten Abdoulaye Wade in Deutschland im September 2006 und seiner Teilnahme am G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 fanden politische Gespräche auf höchster Ebene statt. 

Auch in den vergangenen Jahren gab es im Rahmen der guten Beziehungen zwischen den Parlamenten verschiedene gegenseitige Besuche. Im Frühjahr 2008 besuchte der Innenausschuss des Deutschen Bundestags Senegal und informierte sich über die Migrationsproblematik und im Jahr darauf kam die Parlamentarische Staatssekretärin Kortmann (BMZ) zu einer Sitzung der Afrikanischen Entwicklungsbank nach Dakar. Im Frühjahr 2010 besuchte eine Delegation des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestags Senegal. Anlässlich des Weltsozialforums im Februar 2011 waren Abgeordnete des Europäischen Parlaments (Die Grünen, Die Linke, SPD) sowie des Bundestages (SPD) in Dakar. Der Parlamentarische Staatssekretär Dr. Helge Braun (BMBF) hat im August 2011 eine Informationsreise in Senegal durchgeführt.

Deutschland ist mit neun Organisationen unmittelbar in Dakar vertreten. Hierzu zählen Goethe-Institut, GIZ, KfW und die politischen Stiftungen (Friedrich-Ebert, Konrad-Adenauer, Friedrich-Naumann und Rosa-Luxemburg), die mit ihrer Arbeit zur Gestaltung und Vertiefung der Beziehungen beitragen.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist für Senegal ein wichtiger öffentlicher Geber im Bereich der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Die Bundesregierung erließ Senegal 2006 knapp 120 Millionen Euro an bilateralen Schulden. Bei den Regierungsverhandlungen Ende September 2009 sagte die deutsche Seite für die Zusammenarbeit im Zeitraum 2009-2011 Mittel in Höhe von 57 Millionen Euro zu (41 Millionen Euro für die finanzielle und 16 Millionen Euro für die technische Zusammenarbeit). 

Seitdem sind zusätzlich 5 Millionen Euro für Erneuerbare Energien und weitere 5 Millionen Euro zur Förderung der Grundbildung - anlässlich eines Gesprächs zwischen Bundesentwicklungsminister Niebel und dem senegalesischen Außenminister Madické Niang im Juni 2010 in Berlin - zugesagt worden.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit beteiligt sich direkt an der Umsetzung der nationalen Armutsbekämpfungsstrategie.

Vereinbarte Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind "Förderung von Dezentralisierung und lokaler Entwicklung unter besonderer Berücksichtigung der Friedensentwicklung in der Casamance", "Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung" sowie "Erneuerbare Energie und Energieeffizienz". In diesem Rahmen ist die KfW Entwicklungsbank beauftragt, gemeinsam mit den senegalesischen Partnern den Bau eines 50 Megawatt Windparks zu planen.

Die nächsten Regierungskonsultationen zwischen Deutschland und Senegal werden voraussichtlich im Laufe des Jahres 2012 stattfinden.


Wirtschaftsbeziehungen

Der Handelsaustausch zwischen Deutschland und Senegal ist vergleichsweise gering. 2010 wurden Waren im Wert von rund 6,2 Millionen Euro nach Deutschland eingeführt. Das Exportvolumen in den Senegal betrug 72,8 Millionen Euro. Die wichtigsten Ausfuhrgüter nach Deutschland sind Fischprodukte und Gemüse. Senegal importiert aus Deutschland Maschinen, chemische Erzeugnisse und Kraftfahrzeuge. 

Seit 1966 besteht ein deutsch-senegalesisches Investitionsschutzförderabkommen. Es gibt keine Außenhandelskammer-Vertretung/-Delegierten vor Ort. Deutsche Firmen sind im Senegal wenig präsent. Die DEG hält neben kleineren Public-Private-Partnership-Projekten einen Investitionsbestand von 4,2 Millionen Euro als Treuhandmittel bei der Düngemittelfabrik ICS sowie seit Februar 2008 40 Millionen Euro bei der Zementfabrik Ciments du Sahel (CDS).

Ferner ist die Fraport AG mit der Abwicklung des bisherigen Dakarer Flughafens Leopold Sedar Senghor sowie dem Betrieb des vor den Toren Dakars entstehenden neuen Flughafens Blaise Diagne beauftragt. Letzterer soll voraussichtlich 2013 in Betrieb gehen und von Fraport (mit Partnern) die nächsten 25 Jahre betrieben werden.

Die KSB Aktiengesellschaft Frankenthal ist im Bereich Trinkwasserversorgung im Senegal aktiv und erhielt im Juli 2009 den Auftrag zur Erweiterung der 100 km nördlich von Dakar gelegenen Méckhé-Pumpstation, mit der in erster Linie die Trinkwasserversorgung Dakars sichergestellt werden soll.


Kulturelle Beziehungen

Grundlage der bilateralen kulturellen Beziehungen ist das Kulturabkommen vom 1. Juli 1969. Wichtigster Mittler für den Kulturaustausch ist das Goethe- Institut Senegal, das Ende 2008 in der Nähe der Universität Cheikh Anta Diop neue Räume bezogen hat. Kulturprogramme in den Bereichen Musik (Teilnahme deutscher Musiker an senegalesischen Festivals), Fotografie (Ausstellungen, Workshops), Bildende Kunst und moderner Tanz sind nur einige der Facetten eines regen Austauschs.

Neben dem Austausch im Hochschulbereich (Stipendien des DAAD und der AvH), sind Städte- und Schulpartnerschaften sowie Partnerschaften zwischen Kirchen wichtige Bereiche der Zusammenarbeit.

Die deutsche Sprache nimmt in den Schulen den 4. Platz im Fremdsprachenunterricht ein. An den Universitäten Saint Louis und Dakar bestehen Deutschabteilungen.

Sympathieträger ist der Sport, insbesondere Fußball. Sachspenden und Trainerkurse in Deutschland oder unter Leitung eines vom Deutschen Olympischen Sportbund entsandten Kurzzeitexperten erfreuen sich großer Beliebtheit.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.