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Außenpolitik
Stand: April 2012
Grundlinien der Außenpolitik
Senegal verfolgt einen ausgleichenden außenpolitischen Kurs auf der Grundlage traditioneller Verbundenheit mit den westlichen Demokratien. Politische Stabilität, das gute Ansehen seiner bisherigen Präsidenten und seine aktive Mitwirkung in zahlreichen internationalen Organisationen und Konferenzen haben das Land zu einem geachteten Meinungsführer in Afrika und allgemein unter den Ländern des Südens gemacht.
Senegal bemüht sich um die Wahrung einer Balance zwischen Drittwelt-Solidarität und den Interessen seiner verschiedenen Geber. Multilaterale Geber Senegals sind die Europäische Union, der Internationale Währungsfonds und die Weltbank. Unter den bilateralen Gebern steht nach wie vor Frankreich an erster Stelle, große bilaterale Geber sind die Vereinigten Staaten, Deutschland und andere.
In den Außenbeziehungen dominieren neben dem historischen Verhältnis zu Frankreich und der EU immer mehr Süd-Süd-Beziehungen. Senegal suchte unter der Regierung von Präsident Abdoulaye Wade die Nähe finanzkräftiger arabischer Golfanrainerstaaten und die entwicklungspolitische Unterstützung durch die VR China.
Afrika-Politik
Wichtigste afrikapolitische Anliegen Senegals sind die afrikanische Einheit und die westafrikanische regionale Integration. Dabei setzt der Senegal besonders auf den Ausbau der 1994 gegründeten Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsunion UEMOA (Union Economique et Monétaire Ouest-Africaine), die eine Zollunion eingerichtet hat und einen gemeinsamen Markt nach EU-Vorbild anstrebt. Die Mitarbeit in der umfassenderen Regionalorganisation CEDEAO (Communauté Economique des Etats de l’Afrique de l’Ouest) hat für Senegal einen unverändert hohen Stellenwert.
Der frühere Präsident Wade war Mitinitiator von NEPAD (New Partnership for Africa’s Development), einer Reforminitiative afrikanischer Staaten.
Beziehungen mit den Nachbarstaaten
Das an sich gute Verhältnis mit Gambia und Guinea-Bissau war in den vergangenen Jahren durch den Konflikt in der Casamance im Süden des Senegals belastet, da die dortigen Rebellen in den Nachbarländern immer wieder Unterstützung finden. Insbesondere mit Gambia hat die senegalesische Regierung in mehreren höchstrangigen Treffen im vergangenen Jahr eine engere Zusammenarbeit vereinbart, die die Beziehungen auf allen Ebenen einschließlich der justiziellen Zusammenarbeit und der Freizügigkeit des Personen- und Güterverkehrs zum Ziel hat.
Mit der Regierung des im Januar 2012 verstorbenen guinea-bissauischen Präsidenten Sanha wurde auf Ebene der Verteidigungsminister eine festere Haltung gegenüber den Casamance-Rebellen abgesprochen.
Die Beziehungen mit Mauretanien und Mali sind weitgehend problemfrei, auch wenn es an den mauretanischen Grenzübergängen immer wieder Probleme bei der Abfertigung gibt. Senegal und Mali sind Mitglieder in den Regionalorganisationen CEDEAO (Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft) und UEMOA (Westafrikanische Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft).
Beziehungen zur islamischen Welt und zu Israel
Die Beziehungen zur islamischen Welt haben sich in den letzten Jahren verstärkt, besonders zu Marokko, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Senegal hat seit 2008 den Vorsitz der Islamischen Konferenz-Organisation und war 2008 Gastgeber für das Gipfeltreffen OCI.
Im Rahmen seiner ausgewogenen Politik pflegt der Senegal auch gute Beziehungen zu Israel, mit dem das Land 1994 die diplomatischen Beziehungen wieder aufgenommen hat.
Die diplomatischen Beziehungen zum Iran wurden im Februar 2011 nach Bekanntwerden iranischer Waffenlieferungen an den Nachbarn Gambia abgebrochen.
Außenpolitische Aktivitäten im multilateralen Rahmen
Senegal spielt in den Vereinten Nationen eine engagierte Rolle. Senegalesische Truppen haben an zahlreichen Friedensmissionen teilgenommen (darunter Liberia, Ruanda, Kuwait, Bosnien, Somalia, Libanon, Zentralafrikanische Republik, Demokratische Republik Kongo, Sudan und Côte d’Ivoire). Im Darfur ist Senegal mit Soldaten und Polizeikräften an der UN-Friedensmission beteiligt.
Senegal setzt sich für eine Stärkung der Rolle der Vereinten Nationen ein und unterstützt die Bemühungen um eine Reform der Vereinten Nationen einschließlich des Sicherheitsrates.
Darüber hinaus bemüht sich Senegal, sein Profil als Ausrichtungsort Internationaler Konferenzen zu stärken.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
