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Schweiz

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2017

Politische Beziehungen

Die Schweiz und Deutschland verbindet ein enges und vielgestaltiges, gutnachbarschaftliches Verhältnis, nicht zuletzt aufgrund der im größten Teil der Schweiz gemeinsamen Sprache. In gesellschafts-, wirtschafts- und außenpolitischer Hinsicht sind sich die Zielsetzungen beider Staaten ähnlich. Kontakte bestehen in großer Zahl auf allen Ebenen. Alle deutschen Bundespräsidenten haben der Schweiz Besuche abgestattet, zuletzt Bundespräsident Gauck am 1./2. April 2014 in Bern und Genf. Bundeskanzlerin Merkel hielt sich am 3. September 2015 zu einem offiziellen Besuch in Bern auf. Es finden regelmäßige Konsultationen und Treffen auf Minister- und Staatssekretärsebene (bilateral oder im Rahmen von Begegnungen der deutschsprachigen Länder) statt. Das jüngste bilaterale Treffen zwischen dem seit 01.01.2012 amtierenden Schweizer Außenminister Burkhalter und Bundesaußenminister Steinmeier fand am 06. April 2016 in Berlin statt. Das letzte Treffen der Außenminister der deutschsprachigen Länder erfolgte am 5./6. August 2016 in Liechtenstein.

Die große Zahl der in der Schweiz lebenden Deutschen (rund 310.000 unter Einrechnung der Doppelstaatler rd. 450.000) als Konsequenz der ungebrochen hohen Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften ist eines der Themen in der innerschweizerischen Debatte um die mit der Europäischen Union vereinbarte Personenfreizügigkeit.


Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist für die Schweiz der mit Abstand wichtigste Handelspartner. Im Jahr 2016 betrug das bilaterale Handelsvolumen fast 88 Milliarden Franken (CHF) und damit etwa 23% des gesamten Außenhandels der Schweiz (rund 383,9 Mrd. CHF): Exporte nach Deutschland in Höhe von knapp 39,6 Mrd. CHF, Importe aus Deutschland von rd.48,5 Mrd. CHF. Die Schweiz ist seit Jahren  einer der Top-10-Handelspartner Deutschlands (Platz 9 in 2015). Die Bedeutung der Schweiz für den deutschen Außenhandel wird außerhalb des europäischen Binnenmarkts nur von den USA und China übertroffen. Unter dem Zeichen der Frankenaufwertung seit Anfang 2015 von über 10%  hat sich der bilaterale Handel Deutschland- Schweiz in 2015 rückläufig erwiesen, in 2016 aber wieder zugenommen: +8,3% bei den Exporten, +3,3% bei den Importen aus Deutschland.

Beide Länder sind durch Direktinvestitionen eng miteinander verflochten.  Schweizer Unternehmen hatten in Deutschland im Jahr 2015 Investitionen von rund 38 Mrd. CHF. Schwerpunkt ist dabei der süddeutsche Raum. Deutsche Investitionen in der Schweiz hatten einen Kapitalbestand von etwa 25 Mrd CHF. In der Schweiz sind rund 120.000 Personen für Unternehmen beschäftigt, die letztlich von deutschen Unternehmen dominiert werden.  Schweizer Unternehmen beschäftigen in Deutschland sogar rund 235.000 Arbeitnehmer (2014).


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen sind infolge der Zugehörigkeit des größten Teils der Schweiz zum deutschen Sprach- und Kulturraum sehr eng und vielfältig. Sie beruhen auf einer jahrhundertelangen Tradition menschlicher Kontakte und Austauschs. Es gibt alljährlich eine Fülle von Veranstaltungen mit deutscher Beteiligung auf allen Gebieten der Kultur: Literatur, Film, Theater, bildende Kunst und Musik. Umgekehrt ist die Schweiz mit den verschiedensten kulturellen Beiträgen in Deutschland präsent. Mehrere bekannte Museen, Orchester und Theater in der Schweiz stehen unter deutscher Leitung. Am 11. Februar 2011 wurde das trilaterale Filmabkommen Deutschland-Österreich-Schweiz in Berlin unterzeichnet, das eine wichtige Grundlage für einen noch engeren kulturellen Austausch zwischen diesen drei Ländern darstellt.

2015 waren 1.175 deutsche Professoren und 2.801 deutsche Dozenten an Schweizer Universitäten und Fachhochschulen tätig. Im Studienjahr 2015/16 besuchten 11.112 bzw. 3.535 deutsche Studierende Schweizer Universitäten und Fachhochschulen. Dagegen arbeiten ca. 320 Schweizer Professoren an deutschen Hochschulen und rd. 3.000 Schweizer studieren dort. 2014 studierten 14.783 deutsche Studenten in der Schweiz. Darüber hinaus arbeiten und lehren auch viele Schweizer Künstler und Wissenschaftler in Deutschland.

Deutsche Medien finden in der Schweizer Öffentlichkeit breite Beachtung. Dies gilt insbesondere für öffentlich-rechtliche und private Fernsehanbieter, die relativ hohe Einschaltquoten erzielen. Deutsche Printerzeugnisse sind landesweit erhältlich. Die Berichterstattung der Schweizer Medien über deutsche Politik, Gesellschaft und Kultur ist intensiv, kontinuierlich und vielfältig.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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