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Beziehungen zu Deutschland
Stand: März 2012
Politische Beziehungen
In der schwedischen Außenpolitik nimmt Deutschland, vor allem wegen seines europapolitischen und wirtschaftlichen Gewichts, einen wichtigen Platz ein.
Die deutsch-schwedische Zusammenarbeit zeigt sich in intensiven Kontakten auf allen Ebenen und in vielen Bereichen. Die bilateralen Beziehungen sind weitgehend problemlos.
So haben im Jahr 2011 Ministerpräsident Reinfeldt und Außenminister Bildt Deutschland besucht. Bundestagspräsident Prof. Dr. Lammert besuchte im Oktober 2011 Schweden, Bundesministerin Aigner war im Februar 2011 zu Gesprächen mit ihrem Amtskollegen in Stockholm. Auch Anfang 2012 war MP Reinfeldt bereits zu Gast bei der Bundeskanzlerin.
Wirtschaftsbeziehungen
Deutschland ist das bei weitem größte Herkunftsland schwedischer Importe. Auch als Abnehmer schwedischer Exporte steht Deutschland ganz knapp vor Norwegen an der Spitze.
Die Zahl deutscher Unternehmensengagements in Schweden (Tochterfirmen, Beteiligungen, Filialen oder Repräsentanzen) liegt bei etwa 870, mit insgesamt rund 50.000 Beschäftigten und einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 30 Milliarden Euro. Regionale Schwerpunkte sind Stockholm, Göteborg und Malmö/Helsingborg. Dem stehen 700 schwedische Engagements in Deutschland mit rund 140.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 45 Mrd. Euro gegenüber. Regionale Schwerpunkte sind Düsseldorf, Frankfurt am Main, Hamburg und Berlin. Die schwedischen Unternehmen in Deutschland sind oft im Einzelhandel engagiert (Ikea, H&M), aber auch im Energiebereich (Vattenfall). Für viele schwedische Unternehmen ist der deutsche Markt wichtiger als der Heimatmarkt.
Kulturbeziehungen
Bis zum Zweiten Weltkrieg war Schweden kulturell auf den deutschen Sprach- und Kulturraum ausgerichtet, danach erfolgte eine rasche Umorientierung auf den angelsächsischen Bereich. Deutsch wurde durch Englisch als erste Fremdsprache abgelöst und muss sich heute auch als weitere Fremdsprache behaupten. Neben dem Goethe Institut und der Deutschen Schule Stockholm sind vor allem auch die 15 weiteren Partnerschulen, die im Rahmen der Initiative „Schulen – Partner der Zukunft“ gewonnen werden konnten, für die Förderung der deutschen Sprache in Schweden von besonderer Bedeutung.
Einen positiven Beitrag zur Vermittlung deutscher Kultur in Schweden leisten auch die deutschen Auslandsgemeinden sowie einige deutsch-schwedische Vereine, vor allem in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö.
Deutsche Filmproduktionen sind im schwedischen Kino und Fernsehen durchaus erfolgreich, wobei oft geschichtliche Themen im Vordergrund stehen. Auf schwedischen Bühnen werden neben Klassikern auch modernere Stücke inszeniert. Deutsche Ensembles und Künstler kommen regelmäßig für Auftritte nach Schweden und es findet ein reger personeller Austausch statt. Im literarischen Bereich besteht vor allem eine Nachfrage nach deutschen Klassikern. Die großen Tageszeitungen besprechen inzwischen aber auch häufiger jüngere deutsche Literatur.
Zum Leben in Deutschland, und insbesondere in Berlin, erscheinen in der schwedischen Presse regelmäßig Artikel. Gerade im Kulturbereich finden sich häufig Beiträge mit Deutschlandbezug.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
