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Schweden

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Oktober 2016

Politische Beziehungen

Unter den Partnern Schwedens nimmt Deutschland, vor allem wegen seines europapolitischen und wirtschaftlichen Gewichts, einen wichtigen Platz ein. Die deutsch-schwedischen Beziehungen haben eine lange Tradition. Deutsche Hanse-Kaufleute stellten Ende des 15. Jh. ein Drittel der steuerpflichtigen Bürgerschaft und die Mehrheit der in Stockholm ansässigen Kaufleute.

Die hohe Qualität der deutsch-schwedischen Zusammenarbeit spiegelt sich heute in einer Vielzahl intensiver Kontakte wieder. Die bilateralen Beziehungen gestalten sich weitgehend problemlos und sind geprägt durch Übereinstimmung in vielen internationalen Fragen.

Der Besuchsaustausch auf allen Ebenen ist intensiv. Bundeskanzlerin Merkel hielt sich zuletzt im Juni 2014 in Schweden auf. Im Oktober 2016 reiste das schwedische Königspaar für einen Staatsbesuch nach Deutschland, der schwedische Ministerpräsident Löfven traf im  August 2016 in Berlin mit der Bundeskanzlerin zusammen, die schwedische Außenministerin Wallström besuchte Außenminister Steinmeier im Oktober 2016 in Berlin. Darüber hinaus gab es eine Vielzahl von Besuchen auf Ebene der Bundesländer und der Parlamente.


Wirtschaftsbeziehungen

Deutschland ist das bei weitem größte Herkunftsland schwedischer Importe. Auch als Abnehmer schwedischer Exporte stand Deutschland 2014 mit 10,1% knapp hinter Norwegen, welches mit 10,5% an der Spitze stand.

Die Zahl deutscher Unternehmensengagements in Schweden (Tochterfirmen, Beteiligungen, Filialen oder Repräsentanzen) liegt bei etwa 900, mit insgesamt rund 60.000 Beschäftigten und einem geschätzten Jahresumsatz von etwa 37 Milliarden Euro. Regionale Schwerpunkte sind Stockholm, Göteborg und Malmö/Helsingborg. Dem gegenüber stehen 1.250 schwedische Engagements in Deutschland mit rund 104.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von 71,4 Milliarden Euro. Regionale Schwerpunkte sind Berlin, Hamburg, Frankfurt am Main und Düsseldorf. Die schwedischen Unternehmen in Deutschland sind vor allem im Einzelhandel (Ikea, H&M), aber auch im Energiebereich (Vattenfall) engagiert. Für viele schwedische Unternehmen ist der deutsche Markt wichtiger als der Heimatmarkt.


Sozialpolitik

Grundsätzlich besteht großes Interesse der deutschen Seite an den sozialpolitischen Errungenschaften und Entwicklungen in Schweden. Im Fokus stehen vor allem die Bereiche Gleichstellung und Familienpolitik sowie der Umgang mit Menschen mit Behinderungen im Fokus. Nachdem das schwedische Interesse an der deutschen Sozialpolitik lange eher schwach war, konnte in den letzten Jahren durch die positive Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt ein deutlicher Anstieg bilateraler Kontakte in den Bereichen Arbeitsmarktreformen, Berufsausbildung und Pflegeversicherung registriert werden. Aufgrund der offenen Flüchtlingspolitik beider Länder hat sich im Rahmen der Flüchtlingskrise ein intensiver Austausch zum Umgang mit der Situation ergeben.


Kulturbeziehungen

Bis zum Zweiten Weltkrieg war Schweden kulturell auf den deutschen Sprach- und Kulturraum ausgerichtet, danach erfolgte eine rasche Umorientierung auf den angelsächsischen Bereich. Deutsch wurde durch Englisch als erste Fremdsprache abgelöst und muss sich seither als zweite Fremdsprache behaupten. Neben dem Goethe Institut und der Deutschen Schule Stockholm sind vor allem auch die 15 weiteren Partnerschulen, die im Rahmen der Initiative „Schulen – Partner der Zukunft“ gewonnen werden konnten, für die Förderung der deutschen Sprache in Schweden von besonderer Bedeutung.

Einen positiven Beitrag zur Vermittlung deutscher Kultur in Schweden leisten auch die deutschen Auslandsgemeinden sowie einige deutsch-schwedische Vereine, vor allem in den Städten Stockholm, Göteborg und Malmö.

Deutsche Filmproduktionen sind im schwedischen Kino und Fernsehen durchaus erfolgreich, wobei oft geschichtliche Themen im Vordergrund stehen. Auf schwedischen Bühnen werden neben Klassikern auch modernere Stücke inszeniert. Deutsche Ensembles und Künstler kommen regelmäßig für Auftritte nach Schweden und es findet ein reger personeller Austausch statt. Im literarischen Bereich besteht vor allem eine Nachfrage nach deutschen Klassikern. Die großen Tageszeitungen besprechen inzwischen aber auch mit wachsendem Interesse jüngere deutsche Literatur.

Zum Leben in Deutschland, und insbesondere in Berlin, erscheinen in der schwedischen Presse regelmäßig Artikel. Gerade im Kulturbereich finden sich häufig Beiträge mit Deutschlandbezug.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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