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Saudi-Arabien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: September 2016

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien wurden durch den Freundschaftsvertrag zwischen dem Deutschen Reich und dem Königreich Hedjaz, Najd und der zugehörigen Gebiete bereits 1929, das heißt drei Jahre vor der Proklamation des Königreichs Saudi-Arabien, formalisiert. Deutschland unterhält seit 1954 diplomatische Beziehungen zum Königreich Saudi-Arabien. Wie auch in anderen arabischen Ländern genießt Deutschland Sympathie.

Die Beziehungen werden durch einen intensiven und hochrangigen Besucherverkehr gepflegt. König Abdallah besuchte im November 2007, die Bundeskanzlerin besuchte Saudi-Arabien 2007 und 2010. Der seit Mai 2015 amtierende Außenminister Adel Al-Jubeir hat Deutschland im August 2015 und Mai 2016 besucht. Vizekanzler und Bundeswirtschaftsminister Gabriel reiste zur 19. Sitzung der gemeinsamen Wirtschaftskommission im März 2015 nach Riad. Außenminister Steinmeier besuchte das Königreich jeweils im Oktober 2014 und 2015 und zuletzt Anfang Februar 2016 zur Eröffnung des Janadriyya Festivals, bei dem Deutschland Gastland war. Darüber hinaus gibt es regelmäßig Reisen von Kabinettsmitgliedern, Bundestagsabgeordneten und Länderdelegationen nach Saudi-Arabien sowie eingehende Besuche von saudi-arabischer Seite.


Wirtschaftsbeziehungen

Saudi-Arabien ist nach den Vereinigten Arabischen Emiraten Deutschlands zweitwichtigster arabischer Handelspartner, Deutschland seinerseits Saudi-Arabiens drittgrößter Lieferant. Saudi-Arabien führt deutsche Produkte und Dienstleistungen in erheblichem Umfang ein und tat dies 2015 ungeachtet des sinkenden Ölpreises auch mit steigender Tendenz. Wichtigste deutsche Exportgüter sind Maschinen, Fahrzeuge, chemische, elektrotechnische, feinmechanische und optische Er­zeug­nisse. 2015 betrug das bilaterale Handelsvolumen mit 10,4 Mrd. Euro, etwa 0,5 Mrd. Euro mehr als im Vorjahr. Nach dem Rekordjahr 2015, gingen im ersten Halbjahr 2016 die Ausfuhren von Deutschland nach Saudi-Arabien gegenüber dem Vorjahr um 22,33%  zurück (3,85 Mrd. € nach 4,96 Mrd. € im Vorjahrenzeitraum). Abzuwarten bleibt, ob diese Abwärtsentwicklung sich angesichts der gegenwärtigen relativen Ölpreisstabilisierung fortsetzen wird.

Saudi-Arabien wird für deutsche Unternehmen weiterhin ein interessanter Markt bleiben. Im Rahmen der "Vision 2030" und des Nationalen Transformationsplans stellen die industrielle Diversifizierung und erneuerbare Energien als Kernbereiche Deutscher Kompetenz Schlüsselthemen dar. Damit bestehen gute Voraussetzungen für eine Intensivierung der deutsch-saudischen Wirtschaftskooperation. Ein Investitionsschutzabkommen besteht seit 1999.

Das Land bietet über die staatliche Investitionsagentur SAGIA und über die Organisation zur Ansiedlung von produzierendem Gewerbe MODON verschiedene Anreize für ausländische Firmen, im Land zu investieren und dort Arbeitsplätze zu schaffen. In allen in Saudi-Arabien ansässigen Unternehmen, auch in ausländischen Firmen und Joint Ventures wird eine bestimmte Quote der Beschäftigung saudischer Staatsangehöriger gefordert.

Die deutsche Wirtschaft ist seit 1978 durch das German Saudi Arabian Liaison Office (GESALO) in Riad vertreten. Seit 1975 besteht die Gemischte Wirtschaftskommission (GWK), der Vertreter der Regierungen und der Wirtschaft angehören.


Kulturelle Beziehungen

Die kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Saudi-Arabien sind recht jung. Grundlage der deutsch-saudischen Kulturzusammenarbeit ist ein am 2. April 2006 in Kraft getretenes Regierungsabkommen. In Djidda und in Riad gibt es Deutsche Schulen. An der König-Saud-Universität in Riad gibt es ein DAAD-Lektorat, an der Effat-Universität in Djidda eine DAAD-Lektorin. Mit einem Stipendiatenprogramm  sind in den letzten Jahren ca. 1.300 Studenten zum Studieren nach Deutschland gekommen. An der König-Saud-Universität gibt es einen Studiengang für Übersetzung Deutsch-Arabisch. Einige saudi-arabische Studenten nutzen die Möglichkeit von Sommerkursen in Deutschland.

Die Botschaft und das Generalkonsulat bieten mit Konzerten, Vorträgen, Ausstellungen und Filmvorführungen Möglichkeiten, sich mit deutscher Kultur bekannt zu machen. Insgesamt ist das Feld der Kooperation wegen des Verbots öffentlicher Film- und  Konzertaufführungen und weniger Partnereinrichtungen (Galerien, Literaturklubs, Kulturassoziationen) im kulturellen Bereich deutlich eingeschränkt. Der im April 2016 verkündete Wirtschaftsreformplan ("Vision 2030") beinhaltet auch den Ausbau des Kulturangebots in Saudi-Arabien. In Riad wurde im Mai 2014 ein bisher noch auf den Sprachbereich beschränktes Goethe-Institut eröffnet, das angesichts der hohen Nachfrage seit Juni 2016 an zwei Standorten Deutschunterricht anbietet. In den anderen Landesteilen sind die Möglichkeiten, außerhalb des Deutschprogramms der König-Saud-Universität deutsche Sprachkenntnisse zu erwerben, auf wenige Einzelinitiativen, privaten Einzelunterricht und Fernunterricht beschränkt. Deutsch wird nicht als Fremdsprache an allgemeinbildenden Schulen angeboten.

Das Deutsche Archäologische Institut und die Universität Marburg sind in Saudi-Arabien mit Grabungen in Tayma und einem Unterwasserprojekt bei Djidda tätig. Sie arbeiten dabei eng mit der "Saudi Commission for Tourism and Antiquities" (SCTA) zusammen.

Im September 2014 fand die erste saudische Kulturwoche mit einem vielfältigen Kulturprogramm in Berlin statt.

Bei dem größten kulturellen Ereignis, dem unter der Schirmherrschaft des Königs stehenden Janadriyyah- Festival, war Deutschland 2016 Gastland. Der deutsche Pavillon präsentierte politische, gesellschaftliche, und kulturelle Themen sowie Wirtschaft und Technologie und zog ca. 400.000 Besucher an, ebenso die Aufführungen der 15 unterschiedlichen Künstlergruppen. Mit dem Gastauftritt ist es gelungen, den kulturpolitischen Freiraum, den das jährliche Festival bietet, für einen intensiven Austausch mit der saudi-arabischen Zivilgesellschaft zu nutzen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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