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Russische Föderation

Wirtschaft

Stand: Oktober 2016

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,7% im Jahr 2015 befindet sich Russlands Wirtschaft in einer Rezession mit einem Rückgang des Realeinkommens. Hauptursachen sind der niedrige Ölpreis und fehlende strukturelle Reformen; zudem wirken sich die EU- und US-Sanktionen negativ auf die russische Wirtschaft aus. Zugleich verfolgt Russland eine Politik der Lokalisierung und Importsubstitution.  Die deutschen Ausfuhren nach Russland sind 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 26% auf 21,8 Mrd. EUR (Gesamtjahr 2014: -18%, 2013 -5%) gesunken. Die russischen Ausfuhren nach Deutschland verringerten sich um 22% auf 29,9 Mrd. EUR. Das bilaterale Handelsvolumen ist seit 2012 von 80 Mrd. EUR auf 51,7 Mrd. gesunken.

Trotz der Krise sind 5.600 von den ursprünglich über 6.000 deutschen Unternehmen in Russland geblieben. Der schwache Rubel und gesunkene Lohnkosten tragen aktuell zur einer stärkeren internationalen Wettbewerbsfähigkeit Russlands bei. Im ersten Halbjahr 2016 konnte ein leichter Aufschwung der deutsch-russischen Handelsbeziehungen beobachtet werden, unter anderem der deutschen Direktinvestitionen in Russland.


Hauptbereiche der Wirtschaft

Russland ist einer der größten Energieproduzenten der Welt und verfügt mit 16,8% der Weltgasreserven, 5,5% der Weltölreserven und den zweitgrößten Kohlereserven (17,6%) über bedeutende Ressourcen. Russland förderte 2015 nach den USA die weltweit zweitgrößte Menge an Erdgas, wurde aber bei der Erdölproduktion – trotz des höchsten Förderniveaus seit Ende der Sowjetunion – von den USA und Saudi-Arabien übertroffen.

Da viele der langfristigen Gaslieferverträge eine Ölpreisbindung enthalten, sinken die Gaseinnahmen mit einer Verzögerung. Insgesamt haben die russischen Gaslieferungen nach Europa 2015 um 11% zugenommen, nachdem sie 2014 den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht hatten. Europa bleibt mittelfristig der Hauptabsatzmarkt für russische Energieträger, zumal trotz entsprechender Abkommen vom Mai 2014 erst in ein paar Jahren mit russischen Gaslieferungen nach China über die 'Östliche Route' zu rechnen ist. Gazprom hat im Juni 2015 Pläne für den Ausbau der Nord-Stream-Gaspipeline nach Europa gemeinsam mit einer Gruppe europäischer Energieunternehmen bekannt gegeben.

Handel und Dienstleistungen tragen mit über 50% zum BIP bei. Es folgen die verarbeitende Industrie mit über 15% des BIP und der Bergbau mit etwa 10%; das Baugewerbe und Immobilien steuern etwa 18% bei. Der Beitrag der Land-, Forst- und Fischwirtschaft liegt bei etwa 4% des BIP. In nahezu allen volkswirtschaftlichen Bereichen Russlands besteht erheblicher Modernisierungsbedarf.


WTO, G8, OECD

Der Welthandelsorganisation (WTO) ist Russland im August 2012 beigetreten, erfüllt aber nicht immer alle Auflagen der Organisation.

Vor dem Hintergrund der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland im März 2014 haben die Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, USA, Kanada und Deutschland das G8-Format mit Russland ausgesetzt und erklärt, dass seine Wiederherstellung erst in Frage kommt, wenn Russland seinen Kurs grundsätzlich ändert.

Russland strebt seit 1996 den Beitritt zur OECD (Organisation für für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) an. Als Reaktion auf die russische Ukrainepolitik wurden die Beitrittsverhandlungen mit Russland ausgesetzt.


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