Hauptinhalt

Russische Föderation

Wirtschaft

Stand: März 2017

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 0,2% im Jahr 2016 befindet sich Russlands Wirtschaft immer noch in einer Rezession, auch wenn die negative Entwicklung der letzten drei Jahre gebrochen scheint. Hauptursache des positiven Trends ist der Anstieg des Ölpreises seit Ende 2016, von dem Russlands Wirtschaft und der Staatshaushalt weitgehend abhängig sind. Fehlende strukturelle Reformen bleiben aber weiterhin ein großer Hemmschuh für Russlands Wirtschaft. Die 2014 verhängten EU- und US-Sanktionen sind im Vergleich dazu für die Schwäche der russischen Wirtschaft nur in geringem Maße verantwortlich.

Zugleich verfolgt Russland eine Politik der Lokalisierung und Importsubstitution. Die deutschen Ausfuhren nach Russland sind 2016 im Vergleich zum Vorjahr um 0,3% auf 21,6 Mrd. EUR (Gesamtjahr 2015: -26%; 2014: -18%) gesunken. Die russischen Ausfuhren nach Deutschland verringerten sich um 20% auf 26,3 Mrd. EUR. Das bilaterale Handelsvolumen ist seit 2012 von 80 Mrd. EUR auf 48,7 Mrd. gesunken.

Trotz der Krise sind 5.300 von den ursprünglich über 6.000 Unternehmen mit einer deutschen Kapitalbeteiligung in Russland geblieben. Der schwache Rubel und gesunkene Lohnkosten tragen aktuell zur einer stärkeren internationalen Wettbewerbsfähigkeit Russlands bei. Im zweiten Halbjahr 2016 konnte erstmals seit 2012 wieder ein leichter Aufschwung der deutsch-russischen Handelsbeziehungen beobachtet werden. Die deutschen Direktinvestitionen in Russland erreichten 2016 mit 2,2 Mrd. EUR die höchste Marke seit 2008.


Hauptbereiche der Wirtschaft

Russland ist einer der größten Energieproduzenten der Welt und verfügt mit 16,8% der Weltgasreserven, 5,5% der Weltölreserven und den zweitgrößten Kohlereserven (17,6%) über bedeutende Ressourcen. Russland förderte 2015 nach den USA die weltweit zweitgrößte Menge an Erdgas, wurde aber bei der Erdölproduktion – trotz des höchsten Förderniveaus seit Ende der Sowjetunion – von den USA und Saudi-Arabien übertroffen.

Da viele der langfristigen Gaslieferverträge eine Ölpreisbindung enthalten, sinken die Gaseinnahmen mit einer gewissen Verzögerung. Insgesamt haben die russischen Gaslieferungen nach Europa 2015 um 11% zugenommen, nachdem sie 2014 den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht hatten. Europa bleibt mittelfristig der Hauptabsatzmarkt für russische Energieträger, zumal trotz entsprechender Abkommen vom Mai 2014 erst in ein paar Jahren mit russischen Gaslieferungen nach China über die 'Östliche Route' zu rechnen ist. Gazprom hat im Juni 2015 Pläne für den Ausbau der Nord-Stream-Gaspipeline nach Europa gemeinsam mit einer Gruppe europäischer Energieunternehmen bekannt gegeben.

Handels- und Dienstleistungen tragen mit über 50% zum BIP bei. Es folgen die verarbeitende Industrie mit über 15% des BIP und der Bergbau mit etwa 10%; das Baugewerbe und Immobilien steuern etwa 18% bei. Der Beitrag der Land-, Forst- und Fischwirtschaft liegt bei etwa 4% des BIP. In nahezu allen volkswirtschaftlichen Bereichen Russlands besteht erheblicher Modernisierungsbedarf.


WTO, G8, OECD

Der Welthandelsorganisation (WTO) ist Russland im August 2012 beigetreten, erfüllt aber nicht immer alle Auflagen der Organisation. In drei Fällen entschied das Gericht 2015 und 2016 zugunsten der EU.

Vor dem Hintergrund der völkerrechtswidrigen Annexion der Krim durch Russland im März 2014 haben die Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, USA, Kanada und Deutschland das G8-Format mit Russland ausgesetzt und erklärt, dass seine Wiederherstellung erst in Frage kommt, wenn Russland seinen Kurs grundsätzlich ändert.

Russland strebt seit 1996 den Beitritt zur OECD (Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) an. Als Reaktion auf die russische Ukrainepolitik wurden die Beitrittsverhandlungen mit Russland ausgesetzt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Seite teilen:

Einreise & Aufenthalt

Auswärtiges Amt

Reise und Sicherheit

Außen- und Europapolitik

Ausbildung & Karriere