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Russische Föderation

Wirtschaft

Stand: März 2016

Wirtschaftsstruktur und Wirtschaftslage

Mit einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,8% ist Russlands Wirtschaft 2015 in eine schwere Rezession gerutscht. Für 2016 wird ein weiterer Rückgang der Wirtschaftskraft um 2 bis 3% erwartet. Die Inflationsrate bleibt hoch und lag bei über 15%. Zahlreiche Unternehmen haben aufgrund des Abschwungs die Belegschaft reduziert, Löhne gekürzt oder Kurzarbeit und unbezahlten Urlaub angeordnet. Seit 2014 hat der Rubel gegenüber dem Euro um über 50% abgewertet, was wesentlich durch den weltweit fallenden Ölpreis und der engen Kopplung der russischen Wirtschaft an Öl- und Gasexporte, aber auch durch strukturelle Schwächen zu erklären ist.

Russland ist einer der größten Energieproduzenten der Welt und verfügt mit 16,8% der Weltgasreserven, 5,5% der Weltölreserven und den zweitgrößten Kohlereserven (17,6%) über bedeutende Ressourcen. Russland förderte 2015 nach den USA die weltweit zweitgrößte Menge an Erdgas, wurde aber bei der Erdölproduktion – trotz des höchsten Förderniveaus seit Ende der Sowjetunion – von den USA und Saudi-Arabien übertroffen.

Da viele der langfristigen Gaslieferverträge noch eine Ölpreisbindung enthalten, sinken mit Verzögerung auch die Gaseinnahmen. Insgesamt haben die russischen Gaslieferungen nach Europa 2015 um 11% zugenommen, nachdem sie 2014 den niedrigsten Stand seit 20 Jahren erreicht hatten. Europa bleibt mittelfristig der Hauptabsatzmarkt für russische Energieträger, zumal trotz entsprechender Abkommen vom Mai 2014 erst in ein paar Jahren mit russischen Gaslieferungen nach China über die 'Östliche Route' zu rechnen ist. Gazprom hat im Juni 2015 Pläne für den Ausbau der Nord Stream Gaspipeline nach Europa gemeinsam mit einer Gruppe europäischer Energieunternehmen bekannt gegeben.


Hauptbereiche der Wirtschaft

Handel und Dienstleistungen tragen mit über 50% zum BIP bei. Es folgen die verarbeitende Industrie mit über 15 % des BIP und der Bergbau mit etwa 10%; das Baugewerbe und Immobilien steuern etwa 18% bei. Der Beitrag der Land-, Forst- und Fischwirtschaft liegt bei etwa 4% des BIP. Ein erheblicher Teil der landwirtschaftlichen Güter wird allerdings auf privaten Garten- und Wochenendgrundstücken erzeugt und informell gehandelt.

In allen volkswirtschaftlichen Bereichen Russlands besteht erheblicher Modernisierungsbedarf.


WTO, G8, OECD

Der Welthandelsorganisation (WTO) ist Russland im August 2012 beigetreten.

Vor dem Hintergrund der völkerrechtswidrigen Annexion der ukrainischen Halbinsel Krim durch Russland im März 2014 haben die Staats- und Regierungschefs von Großbritannien, Frankreich, Italien, Japan, USA, Kanada und Deutschland erklärt, die Einladung Russlands zum G8-Gipfel 2014 nicht anzunehmen, und entschieden, sich erst dann wieder im G8-Format mit Russland zu treffen, wenn das dafür angemessene politische Umfeld, insbesondere mit Blick auf Russlands Politik gegenüber der Ukraine, gegeben ist.

Russland strebt seit 1996 den Beitritt zur OECD (Organisation für für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) an. Als Reaktion auf die russische Ukrainepolitik wurden die OECD-Beitrittsverhandlungen mit Russland ausgesetzt.


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