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Rumänien

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2012

Kulturpolitik

Rumänien verfolgt eine aktive Kulturpolitik, um das rumänische Kulturerbe zu erhalten, kämpft aber zunehmend auch im Kulturbereich mit Haushaltszwängen. Hochkarätige Veranstaltungen wie das George Enescu-Festival und die Jazz-Festivals in Hermannstadt/Sibiu und Bukarest sowie die aufstrebende junge Filmindustrie finden international hohe Anerkennung. Gleichzeitig haben viele Theater, Opernhäuser, Bibliotheken und nationale Denkmäler wie die siebenbürgischen Kirchenburgen nicht genügend Mittel, um die dringend erforderlichen Sanierungen in Angriff zu nehmen.

Hermannstadt/Sibiu war im Jahre 2007 europäische Kulturhauptsadt. Das rumänische Kulturinstitut (ICR) beteiligt sich auch im Inland an Projekten internationaler Kulturmittler.

Rumänien hat Zugang zu den EU-Fördermitteln und erhält Mittel des Europarats und der Weltbank für Projekte zum Erhalt des kulturellen Erbes. Bis dato wurden sieben Mal unterschiedliche Sehenswürdigkeiten oder Gebäude Rumäniens in die Liste der UNESCO aufgenommen, wie z.B. die Kirchenburgen Siebenbürgens oder das Donau-Delta.

Bildungspolitik

2011 wurde das neue Bildungsgesetz verabschiedet, welches das bisher gültige Gesetz aus dem Jahr 1998 ersetzt. Wesentliche Bestandteile des neuen Gesetzes sind die Reform des Schulwesens mit der Verkürzung der Oberstufe von vier auf drei Jahre wie auch die Umstrukturierung der Universitäten. Letztere erfolgte nach US-amerikanischem Vorbild, d.h. einzelne Lehrstühle wurden in Departements zusammengefasst. Außerdem wurde die Finanzierung der Universitäten von der bisherigen Ex-Post Finanzierung auf eine Ex-Ante Finanzierung umgestellt.

Auch nach Inkrafttreten der gesetzlichen Änderungen bleibt ein großer Reformbedarf bei Qualifizierung und Weiterbildung des Lehrpersonals. Eine besondere Herausforderung stellt weiterhin das enorme Lohngefälle zwischen Arbeitsplätzen in der Privatwirtschaft und gering vergüteten Stellen im Bildungssektor dar.

Das staatliche Bildungswesen ist kostenfrei. Ein Berufsbildungswesen wie in Deutschland besteht in Rumänien nicht. Schulabgänger gehen in der Regel nach Ableistung der Pflichtschuljahre direkt in den Beruf. Diejenigen, die das Baccalaureat erworben haben, können anschließend an verschiedenen Fachhochschulen oder an privaten und staatlichen Universitäten studieren.

Im Fremdsprachenbereich wird an erster Stelle Englisch gelernt, gefolgt von Französisch und Deutsch.

Das deutschsprachige Schulwesen (sowohl Deutsch als Muttersprache als auch Deutsch als Fremdsprache) ist in Rumänien historisch bedingt gut ausgebaut, wegen der prekären Situation der Lehrer jedoch akut bedroht. Am Goethe-Kolleg in Bukarest und dem Lenau-Lyzeum in Temeswar gibt es je eine deutsche Spezialabteilung, an denen sowohl das deutsche Abitur als auch das rumänische Baccalaureat erworben werden können. Wegen obligatorischer Fächer in der Landessprache sind diese Schulen jedoch nicht für Schüler geeignet, die sich nur vorübergehend in Rumänien aufhalten. Deutsch wird an über 140 Schulen und 160 Kindergärten umfassend vermittelt. Darüber hinaus bieten 19 rumänische Universitäten 73 deutschsprachige Fachstudiengänge, oft mit Unterstützung aus Deutschland und Österreich, an. Das Deutsche Sprachdiplom (DSD) ermöglicht es, in Kombination mit dem Baccalaureat an deutschen Universitäten zu studieren, sofern sonstige Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind.

Situation der Medien, Kirchen und Minderheiten

Pressefreiheit ist grundsätzlich gewährleistet. Das wichtigste Medium des Landes ist das Fernsehen, gefolgt vom Internet – „Blogs“ sind sehr beliebt. Printmedien haben nur eine geringe Leserschaft. Zwar ist die Medienvielfalt insgesamt groß - es gibt rund 15 überregionale Tageszeitungen, über 70 private Fernsehkanäle und 150 private Rundfunkstationen - doch ist die Meinungsvielfalt aufgrund von Konzentrationsprozessen beschränkt.

Die Religionsfreiheit ist durch die Verfassung garantiert. Die Orthodoxe Kirche, der 87 Prozent der Rumänen angehören, hat großen gesellschaftlichen und politischen Einfluss. Neben der Orthodoxen Kirche bestehen 15 weitere anerkannte Religionsgemeinschaften.

In Rumänien leben 20 anerkannte Minderheiten, die staatlich unterstützt werden und im Parlament vertreten sind.

Zivilgesellschaftliche Strukturen wie Menschenrechtsorganisationen werden zunehmend öffentlich wahrgenommen.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.