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Rumänien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Mai 2016

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien sind traditionell eng und freundschaftlich. Sie finden ihre Grundlage im Freundschaftsvertrag von 1992. Bei der Vorbereitung auf den Beitritt zur EU und der Integration Rumäniens in die EU hat Deutschland umfangreiche Unterstützung geleistet. Beide Länder arbeiten auch im Rahmen der NATO, der Vereinten Nationen, der OSZE, des Europarates und im Rahmen regionaler EU-Initiativen wie der Donauraumstrategie und der Östlichen Partnerschaft zusammen.

Zwischen Deutschland und Rumänien besteht ein kontinuierlicher politischer Besuchsaustausch. Der rumänische Staatspräsident Klaus Johannis besuchte am 6. Februar 2015 Berlin und wurde dabei von Bundespräsident Joachim Gauck, von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundestagspräsident Norbert Lammert empfangen. Ministerpräsident Ciolos traf im Januar 2016 im Rahmen eines offiziellen Besuchs mit Bundeskanzlerin Merkel zusammen. Die Bundeskanzlerin besuchte Rumänien zuletzt im Oktober 2010. Bundesaußenminister Steinmeier reiste im März 2015 nach Rumänien.

Darüber hinaus haben in den letzten Jahren zahlreiche Bundes- und Landespolitiker Rumänien besucht.

Wirtschaftsbeziehungen

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rumänien entwickeln sich weiterhin sehr positiv. Deutschland ist Handelspartner Nr. 1. Deutsche Direktinvestitionen sind 2014 mit 7,74 Mrd. um 10 % im Vergleich zum Vorjahr gestiegen. Ca. 10.000 Unternehmen mit deutscher Beteiligung am gezeichneten Kapital, das Ende Juni 2015 4,62 Mrd. Euro betrug, sind beim rumänischen Handelsregister eingetragen. Nach bereinigten Zahlen sind unter ihnen ca. 8.000 tatsächlich am Markt aktiv. Eine Reihe deutscher Unternehmen tätigt zudem ihre Investitionen über Tochterunternehmen in anderen EU-Staaten, die somit in den rumänischen Statistiken nicht als deutsche Investitionen ausgewiesen werden. Das bilaterale Handelsvolumen betrug im ersten Halbjahr 2015 11,35 Mrd. EUR (Exporte aus Rumänien: 5,4 Mrd. EUR, Importe nach Rumänien: 5,9 Mrd. EUR) - ein Anstieg um 8,6% im Vergleich zum Vorjahr.

Der Schwerpunkt der deutschen Investitionen liegt im Bereich der KfZ-Zulieferbranche, aber auch Dienstleistungsunternehmen und große Einzelhandelsketten leisten einen wesentlichen Beitrag zum rumänischen BIP.

Die am 5. September 2002 eröffnete Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer (AHK) in Bukarest (mit ca. 500 Mitgliedsunternehmen) fördert die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und vertritt alle wichtigen Messegesellschaften vor Ort. Nach Schätzungen der AHK beschäftigen ihre Mitglieder in Rumänien allein ca. 300.000 Mitarbeiter.

Deutsche Wirtschaftsclubs in Bukarest, Hermannstadt/Sibiu, Kronstadt/Braşov, Temeswar/Timişoara, Arad, Klausenburg/Cluj-Napoca, Sathmar/Satu Mare, Bacău und Neumarkt/Tîrgu Mureş sind darüber hinaus Foren für die Vertreter der deutschen Privatwirtschaft in Rumänien.

Im Jahr 2008 eröffnete Germany Trade and Invest (GTAI) ein Korrespondentenbüro in Rumänien.

Deutsche Minderheit

Der deutschen Minderheit in Rumänien gehörten laut Volkszählung 2002 noch gut 60.000 Personen an. Die Ergebnisse der Volkszählung von 2011 sprechen von knapp 37.000 Personen, wobei die tatsächliche Zahl bei ca. 45.000 liegen dürfte. Die deutsche Minderheit ist im "Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien" (DFDR) mit Sitz in Hermannstadt organisiert, das im März 2015 in Gegenwart von Staatspräsident Johannis und Bundesaußenminister Steinmeier sein 25jähriges Bestehen feierte. Vorsitzender ist Dr. Paul-Jürgen Porr. Die Minderheit stellt auch nach den Kommunalwahlen im Juni 2012 überproportional viele Kommunal- und Kreistagsabgeordnete in Sathmar und Siebenbürgen. Im Regierungsdepartment für interethnische Beziehungen stellt die Minderheit eine für sie zuständige Unterstaatssekretärin. Als Abgeordneter der Minderheit im Nationalparlament wurde im November 2012 der seit 2004 amtierende Ovidiu Ganţ wieder gewählt.

Die bisher noch sehr guten Deutschkenntnisse in der Minderheit sind zunehmend durch die chronische Unterfinanzierung des rumänischen Bildungswesens und der damit einhergehenden sich verschlechternden Versorgung mit Deutschunterricht bedroht. Die Bundesregierung wendete im Jahr 2015 für Maßnahmen zur Unterstützung der deutschen Minderheit rund 4,3 Millionen Euro auf. Hinzu kamen Fördermittel der rumänischen Regierung in Höhe von ca. 1,8 Millionen Euro.

Kulturelle Beziehungen

Die bilateralen Kulturbeziehungen basieren formal auf dem Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit von 1995 sowie dem Abkommen über schulische Zusammenarbeit von 1996. Schwerpunkte sind die Bereiche Wissenschaft und Hochschulen sowie die Förderung der deutschen Sprache.

Rumänien fühlt sich eng mit dem deutschen Kulturraum verbunden. Durch die deutsche Minderheit besteht eine gemeinsame Tradition, die das Interesse an deutscher Sprache und Kultur in Rumänien wach hält. 2012 wurde zwischen den Botschaften Deutschlands, Österreichs und der Schweiz sowie dem rumänischen Bildungsministerium eine gemeinsame Kommission zur Förderung des deutschsprachigen Unterrichts im rumänischen Bildungssystem gegründet, in der auch die deutsche Minderheit in Rumänien mitwirkt.

In Rumänien engagieren sich das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (mit über 30 entsandten Lehrern) sowie die deutschen politischen Stiftungen. Die Arbeit des Goethe-Instituts wird durch die deutschen Kulturzentren in Iaşi, Klausenburg, Hermannstadt, Kronstadt und Temeswar ergänzt. Die Zahl der Universitäts- und Schulpartnerschaften nimmt stetig zu. Seit 1999 ist Rumänien mit dem Kulturinstitut "Titu Maiorescu" in Berlin vertreten. Es vermittelt rumänische Kultur durch Ausstellungen, Konzerte und Vortragsveranstaltungen.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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