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Rumänien

Beziehungen zu Deutschland

Stand: März 2012

Politische Beziehungen

Die politischen Beziehungen zwischen Deutschland und Rumänien sind sehr gut. Sie finden ihre Grundlage im Freundschaftsvertrag von 1992. Bei der Vorbereitung auf den Beitritt zur EU und der Integration Rumäniens in die EU hat Deutschland umfangreiche Unterstützung geleistet. Zunehmend arbeiten beide Länder auch im Rahmen regionaler Initiativen wie der Donaukooperation zusammen.

Zwischen beiden Ländern besteht ein kontinuierlicher politischer Besuchsaustausch. Herausragend sind dabei die Rumänien-Besuche von Bundeskanzlerin Merkel (Oktober 2010 sowie anlässlich des NATO-Gipfels im April 2008) und dem damaligen Bundespräsidenten Köhler im Juli 2007. Der rumänische Staatspräsident Traian Basescu weilte 2005, 2006, 2007 und 2010 (anlässlich der Feier zum 20. Jahrestag des Falls der Berliner Mauer) in Berlin. Der Präsident des rumänischen Senats, Mircea Geoana, stattete Deutschland im März 2011 einen Besuch ab.

Außenminister Westerwelle besuchte Rumänien im Juli 2010, ebenso wie im November 2010 die Bundesministerin für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz Ilse Aigner. Der bis Januar 2012 amtierende rumänische Außenminister Teodor Baconschi stattete Berlin im Herbst 2011 einen Besuch ab. Darüber hinaus haben zahlreiche Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer Rumänien in den letzten Jahren besucht, zuletzt im Mai 2010 der bayerische Ministerpräsident Seehofer und im Oktober 2011 der Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Winfried Kretschmann.

Wirtschaftsbeziehungen

Die Handelsbeziehungen zwischen Deutschland und Rumänien entwickeln sich weiterhin sehr positiv. Deutschland ist Handelspartner Nr. 1 und nimmt den dritten Platz bei den ausländischen Direktinvestitionen ein mit 18.600 Unternehmen mit deutscher Beteiligung am gezeichneten Kapital, das Ende 2011 6,95 Mrd. Euro betrug (Ende 2010: 6,39 Mrd). Dabei ist zu berücksichtigen, dass eine Reihe deutscher Unternehmen ihre Investitionen über Tochterunternehmen in anderen Staaten tätigt, die somit in den rumänischen Statistiken nicht als deutsche Investitionen ausgewiesen werden. Die Exporte nach Deutschland betragen 18,8 Prozent der rumänischen Gesamtexporte und stiegen 2011 im Vergleich zum Vorjahr um 26 Prozent.

Der Schwerpunkt der deutschen Investitionen liegt im Bereich der KfZ-Zulieferbranche, aber auch Energieunternehmen und große Einzelhandelsketten leisten einen wesentlichen Beitrag zum rumänischen BIP.

Die am 5. September 2002 eröffnete Deutsch-Rumänische Industrie- und Handelskammer in Bukarest (mit ca. 500 Mitgliedsunternehmen) fördert die bilateralen Wirtschaftsbeziehungen und vertritt alle wichtigen Messegesellschaften vor Ort. Nach Schätzungen der AHK beschäftigen ihre Mitglieder in Rumänien ca. 200.000 Mitarbeiter. Die Deutsch-Rumänische AHK wird im September 2012 ihr 10jähriges Bestehen feiern.

Deutsche Wirtschaftsclubs in Bukarest, Hermannstadt/Sibiu, Kronstadt/Brasov, Temeswar/Timisoara, Arad, Klausenburg/Cluj-Napoca, Sathmar/Satu Mare und Bacau sind darüber hinaus Foren für die Vertreter der deutschen Privatwirtschaft in Rumänien.

Im Jahr 2008 eröffnete Germany Trade and Invest (früher Bundesagentur für Außenwirtschaft, bfai) ein Korrespondentenbüro in Rumänien.

Deutsche Minderheit

Der deutschen Minderheit in Rumänien gehörten laut Volkszählung 2002 noch gut 60.000 Personen an. Die vorläufigen Ergebnisse der Volkszählung von 2011 sprechen von knapp 37.000 Personen. Diese Zahl ist noch vorläufiger Natur und im Kontext einer generell massiv gesunkenen Bevölkerungszahl in Rumänien und einer in ihrer Durchführung nicht unumstrittenen Volkszählung zu sehen. Die deutsche Minderheit ist im "Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien" (DFDR) mit Sitz in Hermannstadt organisiert; Vorsitzender ist der Hermannstädter Bürgermeister Klaus Johannis. Die Minderheit stellt auch nach den Kommunalwahlen im Juni 2008 überproportional viele Kommunal- und Kreistagsabgeordnete in Sathmar und Siebenbürgen sowie zehn Bürgermeister. Im Regierungsdepartment für interethnische Beziehungen stellt die Minderheit einen für sie zuständigen Unterstaatssekretär. Als Abgeordneter der Minderheit im Nationalparlament wurde im November 2008 der seit 2004 amtierende Ovidiu Ganţ wieder gewählt.

Die bisher noch sehr guten Deutschkenntnisse in der Minderheit sind zunehmend durch die sich verschlechternde Versorgung mit Deutschunterricht bedroht. Gut qualifizierte junge Lehrkräfte mit Fremdsprachkenntnissen haben in Wirtschaft und Ausland erheblich attraktivere Perspektiven. Das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern wenden derzeit für Maßnahmen zur Unterstützung der deutschen Minderheit jährlich rund 2,14 Millionen Euro auf.

Kulturelle Beziehungen

Schwerpunkt der Kulturbeziehungen sind die Bereiche Wissenschaft und Hochschulen sowie Förderung der deutschen Sprache. Die Botschaft führt in diesem Zusammenhang seit Februar 2011 in ganz Rumänien eine Kampagne unter dem Titel „Deutsch – Sprache der Ideen“ durch. 1995 wurde mit Rumänien ein Abkommen über kulturelle Zusammenarbeit geschlossen, 1996 ein Abkommen über schulische Zusammenarbeit. Rumänien fühlt sich traditionell eng mit dem deutschen Kulturraum verbunden. Durch die deutsche Minderheit besteht eine gemeinsame Kulturtradition, die das Interesse an deutscher Sprache und Kultur in Rumänien wach hält.

In Rumänien engagieren sich das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen (ifa), die Alexander von Humboldt-Stiftung (AvH), der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD), die Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (mit 33 entsandten Lehrern) sowie die deutschen politischen Stiftungen. Die Arbeit des Goethe-Instituts wird durch die deutschen Kulturzentren in Iaşi, Klausenburg, Hermannstadt, Kronstadt und Temeswar ergänzt. Die Zahl der Universitäts- und Schulpartnerschaften nimmt stetig zu. Seit 1999 ist Rumänien mit dem Kulturinstitut "Titu Maiorescu" in Berlin vertreten. Es vermittelt rumänische Kultur durch Ausstellungen, Konzerte und Vortragsveranstaltungen.

Beispiele für Projekte der deutschen Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik in Rumänien sind themenbezogene Alumni-Treffen, Literaturwettbewerbe, Sprachkursprogramme für höhere Ministerialbeamte, Projekte zur Bewerbung der deutschen Sprache und kulturelle Veranstaltungen wie Filmwochen oder Konzerte.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.