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Ruanda

Beziehungen zu Deutschland

Stand: Januar 2017

Politische Beziehungen

Bevölkerung und Regierung Ruandas haben ein positives Bild von Deutschland, es besteht ein enges und gutes Verhältnis. Deutschland gilt als ein Partner ohne eigennützige wirtschaftliche oder politische Interessen. Die deutsche Kolonialzeit wird wegen der zeitlichen Ferne und in gewolltem Kontrast zur belgischen Kolonialherrschaft oft nostalgisch verklärt. Die rasche deutsche Hilfe nach dem Genozid und Bürgerkrieg 1994 ist nicht vergessen und wird von der ruandischen Seite weiter gewürdigt.


Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland hat seit Beginn der wirtschaftlichen Zusammenarbeit im Jahr 1962 bis heute über 700 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung gestellt.

Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die Schwerpunktsektoren Dezentralisierung, gute Regierungsführung, nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, berufliche Bildung und öffentliches Finanzmanagement. Daneben unterstützt die Bundesregierung Ruanda unter anderem in den Bereichen Energiegewinnung und -übertragung, Zertifizierung von Rohstoffen sowie Friedensentwicklung und Versöhnungsarbeit.

Experten der Durchführungsorganisationen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) und Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW Entwicklungsbank) setzen die Programme der staatlichen Zusammenarbeit um. Im Auftrag der Bundesregierung arbeiten die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR), die "Deutsche Welthungerhilfe" und die "Sparkassenstiftung für Internationale Kooperation".

Rheinland-Pfalz unterhält seit 1982 eine enge Partnerschaft auf dezentraler Ebene mit Ruanda und ist mit einem eigenen Koordinationsbüro in Kigali vertreten.


Kulturelle Beziehungen

2016 markierte einen wichtigen Übergang in der langjährigen deutsch-ruandischen Rundfunkkooperation: Im April 2016 wurde die weltweit letzte von der Deutschen Welle (DW) betriebene Kurzwellen-Relaisstation in Kigali endgültig abgeschaltet und durch Satelliten ersetzt.

Die Nutzung von Kurzwelle ist auch auf dem afrikanischen Kontinent in den letzten Jahren immer stärker zurückgegangen. Doch auch für die Zukunft ist vorgesorgt: Seit 1999 hat die DW eine UKW-Sendelizenz und kann in ganz Kigali auf UKW empfangen werden. Mit verschiedenen Ausbildungsprogrammen leistet die DW weiterhin eine kontinuierliche und vom Umfang her bedeutende Unterstützung für den staatlichen Mediensektor (TV und Radio).

Seit 2009 ist das Goethe-Institut in Kigali vertreten, zunächst mit einem Verbindungsbüro und seit 2014 mit einem eigenständigen Institut. Das Goethe-Institut hat sich als wichtiger und impulsgebender Akteur im Kulturleben Ruandas etabliert. Der DAAD unterstützt Austauschprojekte im akademischen Bereich, so konnte kürzlich ein Memorandum of Understanding für ein PhD-Programm für zunächst 25 ruandische Doktoranten unterzeichnet werden. Seit September 2016 ist ein DAAD-Lektor in Ruanda tätig.

Als Gemeinschaftsprojekt der Regierungen Ruandas, Deutschlands und des Bundeslandes Rheinland-Pfalz wird im Jubiläumsjahr 2017 zum 150. Geburtstag des ersten deutschen Residenten und Begründers der Stadt Kigali das Kandt-Haus erneut saniert. Die ehemalige Kolonialresidenz von Richard Kandt wurde im April 2004 als Naturkundemuseum offiziell eröffnet.

Weitere Stipendienprogramme, die Sprachkursarbeit des Goethe Instituts sowiezahlreiche Projekte vor allem in den Bereichen Sport, Musik und Film runden das bilaterale kulturelle Programm ab.


Partnerschaft Rheinland-Pfalz-Ruanda

Durch einen offiziellen Briefwechsel wurde im Juni 1982 die Partnerschaft Rheinland-Pfalz-Ruanda begründet. Insgesamt gibt es heute in Rheinland-Pfalz über 50 Gemeinden oder Landkreise, die partnerschaftliche Beziehungen zu ruandischen Gemeinden unterhalten, während rund 250 ruandische und rheinland-pfälzische Schulen miteinander in Kontakt stehen. An der Partnerschaft beteiligen sich auch Kirchen, Universitäten und Fachhochschulen, Verbände, Unternehmen, gesellschaftliche Gruppen wie Sportvereine und Bildungseinrichtungen. Diese Förderung des zivilgesellschaftlichen Austauschs ergänzt die staatliche Kooperation. Im Oktober 2012 wurde das dreißigjährige Bestehen der Partnerschaft gefeiert.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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