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Portugal

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: September 2016

Kultur

Portugal begreift sich vor allem aufgrund seiner weltumspannenden Rolle zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert als Kulturnation von Weltrang. Erhalt des kulturellen Erbes, Internationalisierung der portugiesischen Kulturszene und die Förderung der Lusophonie (rund 250 Millionen Menschen weltweit sprechen Portugiesisch) sind daher selbstverständliche Anliegen der Kulturpolitik.  Unter der seit dem 26.11.2015 amtierenden neuen Regierung unter PM António Costa gibt es im Unterschied zur Vorgängerregierung wieder ein eigenes Kulturministerium unter Minister João Soares, dem Sohn des ehemaligen Staatspräsidenten Mário Soares.Die mit den anderen portugiesischsprachigen Ländern im Rahmen der CPLP (Gemeinschaft portugiesischsprachiger Staaten) bereits 1990 vereinbarte Rechtschreibreform wird seit dem 1. Januar 2012 angewandt. Die wichtigsten Fremdsprachen in Portugal sind Englisch, Französisch, Spanisch und – mit einigem Abstand - Deutsch.

Bildung und Erziehung

Portugal hat im Bereich Bildung und Erziehung in den letzten Jahrzehnten große Fortschritte gemacht. Die Pflichtschulzeit wurde von neun auf 12 Jahre angehoben. Das Bildungsniveau, gemessen am Erreichen von Schul- und Studienabschlüssen, hat sich verbessert, bleibt aber im EU- und OECD-Vergleich noch unter dem Durchschnitt, wenn alle Altersgruppen in den Blick genommen werden. Die Regierung setzt auf weitere Qualitätssteigerungen, unter anderem durch die Gewährung von mehr Autonomie für die einzelnen Schulen und durch den Ausbau des Berufsbildungsbereichs. Der Alphabetisierungsgrad liegt bei 94,8 Prozent (2011). Die Analphabetenrate ist damit seit 1991 von 11 Prozent auf 5,2 Prozent gesunken. In der letzten Pisa-Studie (2013) lag Portugal auf dem Gebiet der Mathematik auf Rang 31, bei Lesen und Verständnis belegte es Rang 33 und in den Naturwissenschaften Rang 36.

In Portugal gibt es zwei deutsche Auslandsschulen: die Deutsche Schule Lissabon und die Deutsche Schule Porto.

Durch ein gemeinsames Protokoll zwischen dem Goethe Institut, dem portugiesischen Deutschlehrerverband APPA und dem portugiesischen Bildungsministerium wurde 2010 ein Pilotschulnetzwerk gegründet, dem inzwischen 36 Schulen in ganz Portugal angehören und das auch die fünf PASCH-Schulen (Programm „Schulen: Partner der Zukunft“) umfasst. Im Oktober 2013 wurde am Goethe-Institut in Lissabon das neue Pilotschulprotokoll für die Phase 2013 – 2016 unterzeichnet.

Die Hochschulen stehen aufgrund einer Hochschulfinanzreform in stärkerem Wettbewerb zueinander und müssen private Finanzierungsquellen erschließen. Die OECD bescheinigt Portugal erste Erfolge und einen vorderen Platz auf dem Weg zu den Bolognazielen. In internationalen Rankings erzielten portugiesische Hochschulen in den letzten Jahren immer wieder positive Ergebnisse.

Es gibt derzeit rund 300 Universitäten in Portugal, davon sind 170 staatlich und 121 privat, acht gehören dem Bereich des Militärs und der Polizei an. Rund 400.000 Studierende sind an den Universitäten eingeschrieben.

Seit 2012 hat Portugal konkrete Maßnahmen ins Leben gerufen, um den Bereich der dualen Ausbildung zu verbessern. Derzeit befinden sich 40.000 Berufsschüler in der dualen beruflichen Ausbildung. Die Zahl soll bis 2020 auf 100.000 Berufsschüler angehoben werden. Die beiden in Zusammenarbeit mit der deutschen Wirtschaft und der deutsch-portugiesischen Handelskammer (DUAL und ATEC) geschaffenen deutsch-portugiesischen Berufsschulen verzeichnen jeweils rund 1000 Schüler. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das portugiesische Bildungsministerium haben im November 2012 ein Memorandum über eine Zusammenarbeit im Berufsbildungsbereich geschlossen, welches im Juni 2015 für drei Jahre erneuert wurde. Das letzte Treffen der mit dem Memorandum geschaffenen Arbeitsgruppe fand im Juni 2015 statt.

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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