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Kultur- und Bildungspolitik
Stand: März 2012
Grundlinien der Kultur- und Bildungspolitik
Bildung, Wissenschaft, Technologie, Kunst, Kultur und Sport soll der philippinische Staat gemäß der Verfassung aus dem Jahr 1987 Priorität einräumen. Aufgrund der geographischen Gegebenheiten (über 7.100 Inseln) und der sprachlichen und ethnischen Vielfalt (Dutzende von Dialekten, Hauptsprache Tagalog für die meisten Filipinos Zweitsprache) wird die Förderung von Erziehung, Kunst und Kultur als wichtiges Element für die Herausbildung eines philippinischen Nationalbewusstseins gesehen. Wegen der Altersstruktur (2 von 3 Filipinos sind 25 Jahre und jünger) ist das allgemeinbildende Schulsystem von zentraler Bedeutung für die Entwicklung des Landes.
Kunst- und Kulturförderung
Die Haushaltsmittel für Kunst- und Kulturförderung seitens des Cultural Center of the Philippines (CCP) (ohne Bildungsausgaben) beliefen sich für 2010 auf umgerechnet ca. 1,59 Mio. Euro und für 2011 auf umgerechnet ca. 1,92 Mio. Euro (2009: ca.2,4 Mio Euro) (Quelle: www.dbm.gov.ph). Bei Maßnahmen des Erhalts von kulturellem Erbe sind die Philippinen auf internationale Unterstützung angewiesen. Um die Förderung der Künste kümmert sich vor allem die halbstaatliche National Commission for Culture and the Arts (NCCA), die diverse örtliche Kulturaktivitäten bezuschusst. Ihr unterstellt ist das Cultural Center of the Philippines , die auf den Gebieten Musik und Tanz führende Institution.
Wichtige Ausdrucksform der philippinischen Kultur sind die unzähligen lokalen Fiestas, die ihren christlich-religiösen Kern verbinden mit Tanz, Musik und Volksfest. Gerade der Bereich Musik ist nach wie vor Kernbereich des philippinischen Kulturlebens. Private Akteure, auch große private und im Staatsbesitz befindliche Konzerne, betätigen sich in erheblichem Ausmaß bei der Kunst- und Kulturförderung, zum Beispiel in Form eigener Museen, Konzertsäle oder Sponsoring von Veranstaltungen.
Bildungswesen
Das nach amerikanischem Vorbild konzipierte Bildungswesen besteht aus überwiegend staatlichen Primär- und Sekundarschulen und fast ausschließlich privaten oder kirchlich betriebenen Colleges und Universitäten. Es herrscht allgemeine Schulpflicht bis zum 6. Grundschuljahr. Die Alphabetisierungsrate ist hoch, jedoch gibt es viele Schulabbrecher. Die staatlichen Schulen sind gekennzeichnet durch große Klassenstärken, Mangel an Schulbüchern und anderen Lehrmitteln und schlecht bezahlte Lehrer. Zu dem bei Amtseinführung der ehemaligen Präsidentin Macapagal-Arroyo verkündeten 10-Punkte-Programm gehören der Bau weiterer Schulen, deren bessere Ausstattung (Möblierung, Schulbücher) und Stipendien für arme Familien. Der Verbesserung der Situation im Bereich „schulische Bildung“ soll auch in der Amtszeit des Präsidenten Benigno S. Aquino III eine hohe Priorität eingeräumt werden
Die Sekundarstufe I schließt ab mit dem 10. Schuljahr. Bachelorstudiengänge dauern 4-5 Jahre, anschließend kann nach weiteren zwei Jahren ein Masterabschluss erlangt werden. Die staatlichen Hochschulen geraten wegen knapper Budgets zunehmend ins Hintertreffen gegenüber privaten Hochschulen, welche sich über hohe Studiengebühren finanzieren. Selbst Familien der Mittelschicht können ihren Kindern nur unter großen Anstrengungen ein Studium bezahlen.
Schwachpunkt ist weiterhin die berufliche Ausbildung, die hauptsächlich von privaten Einrichtungen und Institutionen betrieben wird. Dieser wichtige Bereich ist einer der Schwerpunkte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Englisch ist weit verbreitet als Geschäfts- und Amtssprache und ist auch Unterrichtssprache für einige Schulfächer und die meisten Studiengänge. Statistiken zufolge haben die Englischkenntnisse der Schulabgänger jedoch in den letzten Jahren abgenommen, was langfristig die Wettbewerbsfähigkeit der philippinischen Gastarbeiter (vor allem in arabischen Golfstaaten, Taiwan, Hongkong) und im stark gewachsenen Dienstleistungssektors (zum Beispiel Call Centers) gefährden könnte.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
