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Philippinen

Beziehungen zwischen den Philippinen und Deutschland

Stand: März 2012

Politische Beziehungen

Die bilateralen Beziehungen wurden jüngst durch eine Reihe hochrangiger politischer Besuche aus Deutschland gestärkt. Im Januar 2011 führte der Beauftragte der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und Humanitäre Hilfe, Markus Löning Gespräche zum Thema Menschenrechte. Den Kontakt zwischen den Parlamenten intensivierte der seinerzeitige Bundestagsvizepräsident Dr. Solms durch seinen Besuch im Juni 2011. Im August 2011 besuchte der Staatsminister im Auswärtigen Amt, Dr. Werner Hoyer, Manila. Ebenfalls im August 2011 besuchte eine Delegation des Ausschusses für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung des Deutschen Bundestages die Philippinen. Zuletzt führte im Februar 2012 Bundeswirtschaftsminister a.D. MdB Glos Gespräche in Manila und besuchte humanitäre Hilfsprojekte in Mindanao. Die letzten Staatsbesuche liegen dagegen schon länger zurück: 1994 besuchte Präsident Ramos Deutschland; im Oktober 1996 war der deutsche Bundeskanzler auf den Philippinen. Beide Regierungschefs waren dabei jeweils von einer starken Unternehmerdelegation begleitet. Bundesaußenminister Fischer besuchte Manila im Juli 2000, Staatsministerin Müller im Juli 2003. Unter den europäischen Partnern der Philippinen spielt Deutschland eine wichtige Rolle. Im Dezember 2011 besuchte der philippinische Aussenminister Deutschland und führte unter anderem Gespräche mit Bundesaußenminister Westerwelle.


Wirtschaftsbeziehungen

Das bilaterale Handelsvolumen zwischen Deutschland und den Philippinen pendelt seit Jahren stabil zwischen 2 und 3 Mrd. Euro. Nachdem der Handel 2009 aufgrund der Wirtschaftskrise einen starken Dämpfer erlitten hatte, haben sich die Handelszahlen 2010 sehr gut erholt, stagnierten aber im Jahr 2011. Die Importe aus den Philippinen gingen 2011 um 11 Prozent auf rd. 2 Milliarden Euro zurück. Die Exporte konnten dagegen um 12,5 Prozent auf rd. 1 Milliarde Euro gesteigert werden. Elektronik und elektronische Baumaschinen sind die wichtigsten Exportartikel gefolgt von Maschinen , Daneben spielen Luftfahrzeuge, chemische und pharmazeutische Produkte eine wichtige Rolle.

Waren „Made in Germany“ genießen in den Philippinen einen ausgezeichneten Ruf, sind aber in vielen Produktkategorien nur im oberen Preissegment vertreten. Mit dem Entstehen einer breiteren Mittelschicht in den Großstädten werden sich auf Dauer bessere Absatzchancen im Konsumgüterbereich ergeben.

Die deutsch-philippinischen Wirtschaftsbeziehungen sind jedoch getrübt, nachdem die philippinische Regierung im Dezember 2004 den von einem deutsch-philippinischen Konsortium im Dezember 2002 fertig gestellten neuen internationalen Flughafenterminal Manila enteignet hat; bislang wurde erst eine relativ kleine Anzahlung auf die Enteignungsentschädigung geleistet. 

Gleichwohl sind auch deutlich positive Entwicklungen zu erkennen. Deutsche Neuinvestitionen erfolgen vor allem in den Bereich IT-gestützter Dienstleistungen, unter anderem Siemens, Deutsche Bank, Bosch, Henkel, und Bertelsmann haben in den letzten Jahren interne Geschäftsprozesse im Wege des Outsourcing in den PHL angesiedelt oder eigene Call Center eröffnet. Firmen im maritimen Sektor und im Transportsektor sehen die Philippinen ebenfalls als Zukunftsmarkt. Die 2008 gegründete deutsch-philippinische Handelskammer (GPCCI) ist inzwischen fest etabliert und lässt erkennen, dass die deutschen Unternehmen dem Wirtschaftsstandort Philippinen durchaus Bedeutung zumessen. Deutschland zählt weiterhin zu den größten ausländischen Investoren im Land.


Entwicklungspolitische Zusammenarbeit

Deutschland hat seit Beginn der Entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mehr als 575 Millionen Euro an Leistungen der Finanziellen Zusammenarbeit sowie circa 280 Millionen Euro an Leistungen der Technischen Zusammenarbeit gewährt. Weiterhin wurden über 70 Millionen Euro Marktmittel der KfW bereitgestellt. Im Jahr 2009 wurde bilaterale Entwicklungshilfe im Umfang von 34 Mio EUR zugesagt, worin Neuzusagen von über 21 Millionen Euro für Technische Zusammenarbeit und 13 Millionen Euro für Finanzielle Zusammenarbeit sowie reprogrammierte Mittel enthalten sind. 

Die Schwerpunktbereiche der deutsch-philippinischen Entwicklungszusammenarbeit sind nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, nachhaltiges Umwelt- und Ressourcenmanagement einschließlich der Förderung erneuerbarer Energien, Gesundheit,sowie als Querschnittsaufgabe Dezentralisierung, Armutsbekämpfung und Konflikttransformation in Mindanao. Seit 2010 wird die bilaterale Zusammenarbeit schrittweise auf die Bereiche Armutsbekämpfung und Konflikttransformation in Mindanao (Region Caraga) konzentriert. Darüber hinaus wurden seit 2008 Bundesmittel in erheblichem Umfang für den Kampf gegen den Klimawandel zur Verfügung gestellt.

Hinzu kommen erhebliche Entwicklungshilfeleistungen der Bundesrepublik Deutschland durch multilaterale Institutionen (circa 15 Millionen Euro pro Jahr) sowie privater deutscher Träger, der Kirchen und der politischen Stiftungen.


Kulturelle Zusammenarbeit

Das deutsch-philippinische Kulturabkommen aus dem Jahr 1983 bildet die Grundlage für die partnerschaftliche und vielfältige Zusammenarbeit auf kulturellem Gebiet.
Die Hochschulzusammenarbeit wurde in den letzten Jahren durch weitere Kooperationsabkommen, Forschungsprojekte und Wissenschaftleraustausch intensiviert. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) fördert seit Sommer 2008 eine Langzeitdozentur an der University of the Philippines (Germanistik). Insgesamt haben über 300 philippinische Wissenschaftler eine Förderung durch den DAAD oder die Alexander-von-Humboldt-Stiftung erhalten. Die Zahl philippinischer Studenten an deutschen Hochschulen ist vergleichsweise gering (knapp unter 170 ) und nur sehr wenige Deutsche studieren an philippinischen Universitäten.

Das seit 1961 bestehende Goethe-Institut Manila ist im April 2006 umgezogen in kleinere, aber modernere Räumlichkeiten im Stadtteil Makati, dem Wirtschafts- und Finanzzentrum der Philippinen, in dem auch die meisten ausländischen Botschaften untergebracht sind. Das Schwergewicht der Arbeit liegt im Sprachbereich (Deutschkurse bzw. Sprachausbildung von Lehrern auf den Philippinen) und der Programmarbeit in den Bereichen Film, Musik, Architektur und Bildende Kunst/Fotografie. Ferner ist das Goethe-Institut im Rahmen der PASCH-Initiative seit Anfang 2008 verstärkt aktiv bei der Rekrutierung von Partnerschulen, sowie dem Auf- und Ausbau der bereits bestehenden DaF-Institutionen zu einem philippinenweiten Netzwerk. Eine moderne Mediathek mit DW-Infopoint wurde im November 2009 eröffnet und trägt wesentlich dazu bei, das GI sichtbarer zu machen.

Die Deutsche Schule Manila (DESM) - gegründet 1980 - ist eine anerkannte Deutsche Auslandsschule, die bis zum Sekundarschulabschluss II führt. Seit 1992 bildet sie gemeinsam mit der Französischen Schule den so genannten Eurocampus. Die DESM bietet ein bilinguales deutsch-englisches „Internationational Baccalauréat (IB)-Diploma Program“ an, das in Deutschland als allgemeine Hochschulzugangsberechtigung anerkannt wird. Seit dem Schuljahr 2008/2009 hat die DESM einen englischsprachigen Zweig eingeführt der sukzessive ausgebaut wird.

Die Botschaft organisiert auch eigene Veranstaltungen wie z.B. Kammermusikkonzerte mit philippinischen und deutschen Künstlern und widmet sich der Betreuung ehemaliger Stipendiaten, die nach ihrem Deutschlandaufenthalt eine wertvolle Brücke zwischen beiden Ländern bilden. Zahlreiche deutsch-philippinische Freundschaftsvereine tragen zum kulturellen Austausch bei. Philippinische Chöre begeistern auf Gastspielen immer wieder das deutsche Publikum und belegen bei Chorwettbewerben die vordersten Plätze.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


Entwicklungs­zusammenarbeit

Mit den Philippinen findet themenbezogene Entwicklungs­zusammenarbeit im Bereich Friedensentwicklung und Konfliktbearbeitung aus regionalen Mitteln statt. Mehr dazu beim Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.