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Peru

Wirtschaft

Stand: November 2016

Volkswirtschaftliche Lage

Nach Jahren dynamischen Wachstums – dem höchsten der Region – macht die peruanische Wirtschaft eine Phase der Konsolidierung durch. Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise bedingte eine Abschwächung des Wirtschaftswachstums im Jahr 2009 (+1,1%). Die nachfolgende Erholung in den Jahren 2010 und 2011 (8,3% und 6,3%) schwächte sich in den folgenden Jahren jedoch kontinuierlich ab (2012: 6,1%; 2013: 5,9%; 2014: 2,4%). Unter anderem durch die Inbetriebnahme zweier Minen zum Ende des Jahres konnte die peruanische Regierung für 2015 ein unerwartet hohes Wirtschaftswachstum von 3,26 % verzeichnen. Die Verlangsamung des Wachstums kam aufgrund geringerer Exporterlöse (durch sinkende Preise für Bergbauprodukte), gesunkener chinesischer Nachfrage nach Rohstoffen aus Peru und nachlassender in- wie ausländischer Investitionen zustande.

Die Staatsverschuldung verringerte sich bis 2013 kontinuierlich und lag bei 19,6%. Die peruanische Regierung wollte am Kurs des stetigen Abbaus festhalten, dennoch stieg die Verschuldung des Staates im Jahr 2014 wieder auf 20% und 2015 auf 23,3%. Die Rating-Agentur Standard & Poors hat die Kreditwürdigkeit Perus 2013 auf "BBB+" heraufgesetzt. In Lateinamerika liegt Peru damit hinter Chile (AA-) nunmehr vor Mexiko und Brasilien an zweiter Stelle. Auch die Rating-Agentur Fitch Rating hat die Kreditwürdigkeit Perus im Laufe des Jahres 2013 heraufgesetzt (auf "BBB+" für langfristige Kredite in Auslandswährung bzw. "A-" für langfristige Kredite in lokaler Währung). Die guten Ratings kann Peru seitdem stabil halten.

Die Inflationsrate hatte sich seit 2010 auf 2 bis 3% stabilisiert. Mit 3,2% allgemeiner Preissteigerung wurde die Zielmarke der Zentralbank 2014 jedoch knapp überschritten, und im Jahr 2015 stieg die Teuerungsrate weiter auf 4,47%. Der peruanische Sol verliert an Wert gegenüber dem US-Dollar, sodass die nun höheren Importpreise sich auf die inländische Inflationsrate auswirken. Im März 2014 lag der Wechselkurs bei 2,8, ein Jahr später bei 3,1 und im November 2016 bereits bei 3,4 Sol pro US-Dollar.


Wichtigste Wirtschaftszweige

Wichtigste Wirtschaftszweige sind der Bergbau und der Tourismus. Letzterer hat den Fischereisektor vom zweiten Rang verdrängt. Weiterhin sind das verarbeitende Gewerbe und der Handel von Bedeutung.


Außenwirtschaft

Die sinkende Tendenz der peruanischen Exporterlöse nach der Rekordmarke von 2011 über 46,2 Milliarden US-Dollar setzt sich weiter fort. 2015 nahmen die Ausfuhren um 14% im Vergleich zum Vorjahr ab und erreichten 33,25 Milliarden US-Dollar. Dies dürfte unter anderem auf die sinkenden Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt und eine sinkende Nachfrage des größten peruanischen Handelspartners China zurückzuführen sein.

Nach einem Anstieg der Importe bis ins Jahr 2013 auf 43,28 Mrd. USD fielen sie bis auf 38,06 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015. Folge des erneut starken Exporterlösrückgangs und gesunkener Importe ist eine weitere Verschlechterung der Handelsbilanz auf ein Defizit von 4,82 Milliarden US-Dollar. Nachdem peruanische Exporterlöse nach Deutschland 2013 stark von 1,87 auf 1,17 Milliarden US-Dollar zurückgegangen waren), stiegen sie 2014 wieder leicht auf 1,23 Milliarden US-Dollar an (+5,1%). 2015 nahmen die peruanischen Ausfuhren weiter ab und erreichten einen Wert von 910 Millionen US-Dollar. Exporte aus Deutschland nach Peru nahmen 2014 um 6,6% zu und erreichten einen Gesamtwert von 1,478 Milliarden US-Dollar. 2015 führte Peru nur noch Waren im Wert von 1,11 Milliarden US-Dollar ein, was einen Rückgang des deutsch-peruanischen Handelsvolumens um 25% auf 2,02 Milliarden US-Dollar darstellt. Dabei weist die bilaterale Handelsbilanz mit 200 Millionen US-Dollar (2014: 249 Millionen US-Dollar) weiter ein Außenhandelsdefizit für Peru auf. Die peruanischen Exporte nach Deutschland werden weiterhin vom Bergbausektor mit einem Anteil von über 50% angeführt (meist Kupfer, Blei, Zink und Zinn). Dem folgen die Fischereiprodukte (etwa 20%) und landwirtschaftliche Produkte (knapp 17%), darunter vor allem Kaffee, Bananen, Kakao, grüner Spargel und Limetten. Deutschland ist größter Absatzmarkt für peruanischen Kaffee.

Peru führt aus Deutschland vor allem Maschinen, Kraftfahrzeuge, pharmazeutische Produkte und Zubehör ein.


Mitgliedschaft in Wirtschaftsgruppierungen

Peru ist unter Anderem Mitglied der Welthandelsorganisation (WTO), des Internationalen Währungsfonds (IWF), der Weltbank, der Andengemeinschaft (CAN), des Mercosur und der Asia Pacific Economic Cooperation (APEC). Im Oktober 2015 war Peru Ausrichter der Herbsttagung von IWF und Weltbank und im November 2016 der APEC-Konferenz. Seit 2011 ist Peru (als Mitinitiator) Mitglied in der sogenannten "Alianza del Pacífico" (Pazifikallianz) mit Chile, Mexiko und Kolumbien. Der vor allem wirtschaftspolitische Zusammenschluss sieht eine enge Abstimmung von Standards und Bestimmungen der freihandelsorientierten Partner vor. Von Juli 2015 bis Juni 2016 hat es die Präsidentschaft der Pazifikallianz inne.

Peru hat insgesamt 20 Freihandelsabkommen abgeschlossen. Die wichtigsten sind wohl das im Februar 2016 unterzeichnete Transpazifischen Partnerschaftsabkommen (TPP) sowie das Freihandelsabkommen der EU mit Peru und Kolumbien. Des Weiteren bestehen bi- und multilaterale Abkommen mit den USA, Kanada, Mexiko, Kuba, Guatemala, Honduras, Costa Rica, Panama, Venezuela, Chile, China, Singapur, Südkorea, Thailand, Japan und den EFTA-Staaten. Weitere Abkommen, zum Beispiel mit der Türkei, sind in Verhandlung. Das Ministerium für Außenhandel und Tourismus hat zudem Interesse an einer engeren Zusammenarbeit mit Indien, Marokko und Südafrika bekundet.


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