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Peru

Kultur- und Bildungspolitik

Stand: März 2012

Kultur und Medien

Peru verfügt über eine vielfältige Kulturszene. Schwerpunkte der staatlichen Förderung lagen bislang im Erhalt des außergewöhnlich umfangreichen nationalen Kulturerbes und im Schutz der kulturellen Identität der vielen ethnischen Gruppen. Im September 2010 wurde ein Kulturministerium eingerichtet, das sich schwerpunktmäßig um diese Themen kümmert. Es sollen aber auch innovative Strömungen der Kulturszene mehr Unterstützung erhalten.

2009 nahm Peru zum ersten Mal an der Berlinale teil und gewann mit dem Film „La teta asustada“ (deutscher Titel: Die Milch des Leids) der Regisseurin Claudia Llosa auf Anhieb den Goldenen Bären. Wissenschaft, Kunst und Literatur werden staatlicherseits finanziell wenig unterstützt.

Die Medienlandschaft ist umfangreich und deckt alle politischen Strömungen ab. Es gibt neun landesweite Fernsehstationen und eine Vielzahl von Zeitungen (mit Auflagen von bis zu 150 000 täglich), Zeitschriften sowie drei landesweite und zahlreiche lokale Radiostationen.


Bildungssystem

Das Bildungssystem gliedert sich in Grund- und Sekundarschulwesen sowie den Universitätsbereich. Daneben existieren zahlreiche sog. Akademien - Berufsbildungsinstitute unterschiedlicher Organisationsformen. Vor der eigentlichen Universitätsausbildung müssen die Studenten ein ein- bis zweijähriges Vorbereitungsjahr an den Hochschulen durchlaufen. In Peru gibt es über 40 Hochschulen, davon sind mehr als die Hälfte staatlich. Zu den größten Universitäten zählen die staatlichen Universitäten San Marcos in Lima (gegründet 1551, älteste Universität in Amerika), San Agustín in Arequipa (1828), San Antonio Abad in Cuzco (1962) und La Libertad in Trujillo (1824). Die peruanische Hochschullandschaft ist auf Grund der Vielzahl der privaten Bildungsinstitutionen unübersichtlich und weist deutliche Qualitätsunterschiede auf, wobei die Bruchlinie nicht zwischen staatlichen und privaten Hochschulen verläuft. Es gibt noch keine Evaluierungsmechanismen, um einen einheitlichen Mindeststandard zu garantieren. Die guten privaten Bildungseinrichtungen bieten der reichen, städtischen Schicht sehr gute Ausbildungsmöglichkeiten, während die weniger Wohlhabenden kaum Möglichkeiten haben, eine gleichwertige Bildung zu erlangen.

In seiner Regierungserklärung vom 25. August 2011 hat der damalige Premierminister Salomon Lerner den Aufbau eines Wissenschafts- und Technologieministeriums angekündigt. Eine Kommission hat im Februar 2012 dem Präsidenten Vorschläge unterbeitet, wie die Wissenschaftsförderung konkret verbessert werden kann.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.