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Außenpolitik
Stand: März 2012
Beziehungen zu den USA und zur EU
Die Beziehungen zu den USA haben für Peru traditionell außenpolitische Priorität. Gleichzeitig ist Peru an einer Vertiefung seiner Beziehungen zu den lateinamerikanischen Staaten, zu Europa und zu den Staaten des pazifischen Raums interessiert. Zwei große internationale Gipfeltreffen, die 2008 in Lima stattfanden, unterstreichen dies: im Mai 2008 der Gipfel aller Staaten der EU, Lateinamerikas und der Karibik, im November 2008 ein Gipfeltreffen der APEC (Asia Pacific Economic Forum).
Als Außenhandelspartner Perus und als Investoren liegen die USA und die Europäische Union in etwa gleich auf. Mit den USA hat Peru am 12. April 2006 ein bilaterales Freihandelsabkommen unterzeichnet, das am 1. Februar 2009 in Kraft trat. Die Verhandlungen mit der EU über ein Freihandelsabkommen wurden am 28. Februar 2010 abgeschlossen. Derzeit durchläuft es das Zustimmungsverfahren innerhalb der EU. Danach erfolgt die Ratifizierung durch die Parlamente (Europäisches und nationale Parlamente sowie das peruanische Parlament). Zusammen mit ihren Mitgliedstaaten ist die Europäische Union der wichtigste Geber von Mitteln der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit.
Beziehungen zu Brasilien
Der Ausbau der Beziehungen zu Brasilien hat für Peru einen hohen Stellenwert. Präsident Ollanta Humala reiste nach seiner Wahl als erstes in das östliche Nachbarland. Mehrere interozeanische Verkehrsverbindungen sind vertraglich vereinbart, die Bauarbeiten sind zum Teil schon weit fortgeschritten. Mit der Realisierung dieser Straßenbauvorhaben wird Brasilien eine direkte Landverbindung zum Pazifik erhalten. Brasilianische Investoren beteiligen sich vermehrt an großen Infrastrukturvorhaben.
Beziehungen zu Chile
Die peruanisch-chilenischen Beziehungen sind historisch belastet, aber auch von der Bemühung um Entspannung geprägt.
Die seit dem chilenischen Erdbeben Anfang 2010 und seit dem Amtsantritt des chilenischen Präsidenten vorherrschende Trend eines entspannten Umgangs miteinander hat sich gefestigt. Daran hat auch der Regierungswechsel in Peru nichts geändert.
Die Kontroverse um den Verlauf der Seegrenze liegt dem Internationalen Gerichtshof in Den Haag zur Entscheidung vor. Mit einer Entscheidung ist nicht vor 2013 zu rechnen. Im August 2006 wurde ein Erweiterungsabkommen des Wirtschaftsabkommens von 1998 unterzeichnet, das vor allem Verbesserungen für peruanische Migranten und für gegenseitige Investitionen vorsieht. Am 1. Februar 2009 trat ein bilaterales Freihandelsabkommen in Kraft.
Beziehungen zu Ecuador
Mit einer ganzen Reihe von Initiativen bemüht sich die peruanische Außenpolitik um die Gestaltung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten. Seit Abschluss eines Friedensvertrags mit Ecuador im Oktober 1998 haben sich die historisch gespannten Beziehungen zum nördlichen Nachbarn sehr positiv entwickelt. 2011 wurde die gemeinsame Seegrenze vertraglich geregelt.
Mitgliedschaft in regionalen Organisationen
Peru ist mit Kolumbien, Ecuador und Bolivien Mitglied der Andengemeinschaft (CAN), deren Bemühungen um politische und wirtschaftliche Integration der Region jedoch gegenwärtig nicht vorankommen. Die Regierung von Präsident Humala hat zu erkennen gegeben, dass sie diesem Forum wieder mehr Beachtung schenken möchte. Am 08.12.2004 wurde in Cuzco die Gemeinschaft der südamerikanischen Staaten (CNS) gegründet, deren Mitglied Peru ist. Im April 2007 wurde sie in Union Südamerikanischen Staaten (UNASUR) umbenannt. Aus Anlass der Amtseinführung von Präsident Humala fand am 28. Juli 2011 in Lima ein UNASUR-Gipfeltreffen statt.
Hinweis
Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.
