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Panama

Außenpolitik

Stand: März 2017

Grundzüge der Außenpolitik

Panamas pro-westliche pragmatische Außenpolitik dient der Sicherung und dem Ausbau der Wohlstandsbasis des Landes als Wirtschaftsdrehscheibe Zentral-/Lateinamerikas. Das Netz von Freihandelsabkommen wird weiter ausgebaut. Bekämpfung von Drogenhandel und anderen Formen organisierter Kriminalität haben hohe Priorität in der internationalen Sicherheitszusammenarbeit (vor allem mit den USA). Die gewachsene Bedeutung Panamas spiegelt sich auch in der zunehmenden Zahl der in Panama akkreditierten diplomatischer Vertretungen wieder.


USA

Die USA spielten seit der Loslösung Panamas von Kolumbien 1903 eine Sonderrolle durch den Kanalbau und ihre Präsenz in der Kanalzone bis Ende 1999 und blieben auch danach Panamas bei weitem wichtigster politischer und wirtschaftlicher Partner.


Lateinamerika

Panama pflegt Beziehungen zu allen lateinamerikanischen Staaten unabhängig von deren politischer Ausrichtung. Die Regierung Varela will in ihrer Außenpolitik das ausgleichende und vermittelnde Element betonen. Panama beteiligt sich aktiv an regionalen Integrationsorganisationen in Zentralamerika (Organisationen SICA und SIECA), in ganz Lateinamerika/Karibik (Organisation CELAC) und der Organisation amerikanischer Staaten (OAS). Im April 2015 richtete Panama als Gastgeber/Vorsitz den Gipfel der Amerikas aus.


Asien

Asien nimmt für Panama wegen des Ost-West-Handels und des hierfür wichtigen Panamakanals an Bedeutung weiter zu. Panama unterhält diplomatische Beziehungen zu Taiwan. Die Volksrepublik China, zweitwichtigster Nutzer des Panamakanals, ist in Panama mit einer Handelsdelegation vertreten – ebenso Panama in Peking. Chinesische Waren machen den Großteil des Warenumschlags der Freihandelszone Colón aus. Die Volksrepublik China und Taiwan haben auch in Containerhäfen in Panama investiert.

Korea hat als Kanalnutzer, Lieferant und Großinvestor (Kupferprojekt) an wirtschaftlicher Bedeutung für Panama gewonnen. Japan ist wichtiger Handelspartner und Financier von Infrastrukturprojekten.

Auch Indien ist präsent.


Naher Osten

Panamas Nahostpolitik ist pro-israelisch, was aufgrund des Einflusses der starken jüdischen Gemeinschaft nicht verwundert. Es stimmte 2012 gegen Aufwertung der Palästinensischen Gebiete zum Beobachterstaat in den Vereinten Nationen, empfing 2013 und 2014 aber den palästinensischen Außenminister Maliki. Panama unterbrach 2012 die diplomatischen Beziehungen zu Syrien.


Multilaterale Organisationen

Panama ist Mitglied aller Organisationen der VN-Familie und selbst bedeutender VN-Sitz (16 Organisationen). Die VN begleitet die Entwicklung des Landes seit Rückkehr zur Demokratie 1989 eng. Seit 2004 ist Panama Sitz des lateinamerikanischen Parlaments (PARLATINO), das durch die EuroLat-Initiative mit dem Europäischen Parlament verbunden ist.


Europäische Union

Im Juni 2012 wurde das Assoziierungsabkommen Europäische Union – Zentralamerika auch von Panama unterzeichnet, seit 2013 wird das dazugehörende Freihandelsabkommen angewendet. Panama trat in dem Zusammenhang auch dem zentralamerikanischen Wirtschaftsintegrationsverband SIECA bei. Die EU spielt in Handel und Investitionen für Panama eine wichtige Rolle. Die EU hat 2015 in Panama eine Vertretung auf Geschäftsträgerebene eröffnet. Neun EU-Mitgliedsstaaten haben eine Botschaft in Panama (Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien). Die Europäische Investitionsbank EIB hat sich mit einem 500 Mio. Kredit an der Finanzierung der Erweiterung des Panamakanals beteiligt. Die Bank beabsichtigt, in Panama ein eigenes Büro mit Zuständigkeit für Lateinamerika zu eröffnen.

Panama richtete 2013 (fünfhundert Jahre nach 'Entdeckung' des Pazifiks durch den spanischen Konquistador Vasco Núñez de Balboa) das Iberoamerikanische Gipfeltreffen und zahlreiche andere spanienbezogene Großveranstaltungen aus. Die traditionell engen Bindungen zu Spanien haben mit der führenden Beteiligung spanischer Firmen an Großprojekten, Unternehmensansiedlung und starker Immigration spanischer Fachkräfte eine ausgeprägte wirtschaftliche Komponente bekommen. Auch Frankreich, Italien, Großbritannien und die Niederlande sind wirtschaftlich stark präsent, Frankreich auch kulturpolitisch. 

Hinweis:

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden. 


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