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Oman

Wirtschaft

Stand: März 2012

Grundlagen

Oman verfolgt eine marktwirtschaftliche Politik. Die Währung Rial Omani (R.O.) ist frei konvertierbar und hat eine feste Dollarparität von 2,60 US-Dollar.

Die wirtschaftliche Entwicklung Omans wird bestimmt von der Entwicklung des Ölpreises und der Ölfördermenge. Oman ist nicht Mitglied der OPEC. Die Erdölförderung lag 2011 bei durchschnittlich 896.000 Barrel pro Tag, d.h. ca. 327 Mio. Barrel im Jahr. Hinzu kam ein steigender Anteil der Erdgasproduktion an den Staatseinnahmen und - in Form von Flüssiggas (LNG) - an den Exporterlösen. Mit hohen Investitionen und neuen Fördertechniken will die omanische Regierung die Fördermenge kontinuierlich steigern. Das Land hat Fortschritte bei der Lösung seiner Abhängigkeit vom Erdöl erzielt.


Staatshaushalt

Der Staatshaushalt 2012 sieht Einnahmen von 22,9 Milliarden US-Dollar und Ausgaben von 26,0 Milliarden US-Dollar vor. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit von 3,1 Milliarden US-Dollar, was 5 Prozent des BIP entspricht. Die Einnahmen stammen zum überwiegenden Teil (69 Prozent) aus der Erdölförderung. Bedeutende Ausgabepositionen sind das Erziehungs- und Gesundheitswesen.


Mitgliedschaft in der Welthandelsorganisation (WTO)

Seit Oktober 2000 ist Oman Mitglied der Welthandelsorganisation. Der Beitritt erfolgte vor dem Hintergrund der angestrebten Diversifizierung der omanischen Wirtschaft und dem Wunsch nach Erschließung neuer Exportmärkte mit verbesserten Absatzchancen. Entsprechend wurden die staatlichen Förderinstrumente für private Investoren namentlich im Bereich der Klein- und Mittelindustrie, der Fischerei und des Tourismus ausgebaut (im Rahmen der Omanisierung vor allem in Klein- und Ein-Personen-Firmen). Hinzugekommen sind staatliche Exportgarantien (ähnlich der deutschen Hermes-Versicherung) und Investitionserleichterungen für Ausländer. Mit Deutschland besteht seit 2010 ein Investitionsschutzabkommen. Um eine einheimische Güterproduktion aufzubauen, errichtet das Sultanat in größeren Städten Industriegebiete, z.B. am Rande von Maskat, Salalah, Sur und Sohar. Mit großzügigen Subventionen, Steuervorteilen und dem Ausbau der Infrastruktur (Verkehrsanbindung, Strom, Gas, Wasser) werden Anreize für omanische und ausländische Investoren geschaffen.

Auch der 8. Fünfjahresplan 2011-15 ist auf die Diversifizierung der Wirtschaft ausgerichtet. Es sollen neue Arbeitsplätze für die mit starken Jahrgängen auf den Arbeitsmarkt drängenden jungen Omaner geschaffen werden. Im Haushaltsjahr 2012 sollen 26.000 Arbeitsplätze geschaffen werden (überwiegend öffentlicher Sektor). Im Rahmen der Diversifizierung sollen Tourismus, Industrie, Landwirtschaft und Fischerei ausgebaut werden. Schwerpunkte sind die Förderung der klein- und mittelständischen Industrie sowie das Erziehungs- und Gesundheitswesen. Bedeutende Infrastrukturprojekte (Flughäfen, Seehäfen, Straßennetz, Eisenbahnnetz) sollen vorangetrieben werden.


Tourismus

Der Ausbau des Tourismus ist ein wichtiges Ziel der omanischen Entwicklungsplanung, da er besonders geeignet ist, Arbeitsplätze für junge Omaner zu schaffen. Der Tourismussektor soll im Jahr 2020 drei Prozent des BIP erwirtschaften. Deutsche Touristen stellen das zweitgrößte Kontingent aus Europa.


Beschäftigung

Mit der Politik der "Omanisierung" des Arbeitsmarktes versucht die Regierung, Arbeitsplätze für die jährlich mehr als 50.000 Schul- und Universitätsabgänger zu schaffen. Dazu gehören die Reservierung bestimmter Berufe für omanische Staatsangehörige und ein Ausbau der Berufsausbildung.


Außenhandel

Der Finanz- und Wirtschaftsverkehr ist weitgehend frei von Beschränkungen. Die deutschen Ausfuhren betrugen 2011 831,4 Millionen Euro. Die omanischen Exporte nach Deutschland beliefen sich 2011 auf 36,7 Millionen Euro.


Umweltpolitik

Oman misst dem Umweltschutz und der nachhaltigen Entwicklung große Bedeutung bei. Schwerpunkte sind der Schutz der Wasservorkommen (Projekte zur Wiederauffüllung der Aquifere, Pflege und Erhaltung der traditionellen Falaj-Bewässerungskanäle), Küstenschutz und Naturschutz insbesondere in der südlichen Provinz Dhofar und im Jebel Akhdar Gebirge sowie Schutz bedrohter Tierarten. Seit 2007 gibt es ein eigenständiges Umweltministerium. Oman ist 2004 den Zusatzvereinbarungen von Montreal 1997 und von Peking 1999 zum Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht sowie dem Stockholmer Abkommen betreffend permanente organische Schadstoffe beigetreten.



Hinweis

Dieser Text stellt eine Basisinformation dar. Er wird regelmäßig aktualisiert. Eine Gewähr für die Richtigkeit und Vollständigkeit der Angaben kann nicht übernommen werden.